Staatsoper Stuttgart: "Lucio Silla" von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere 11. November 2007, 18 Uhr, Opernhaus Geniestreich eines jungen Komponisten über tödliche Liebe: „Lucio Silla“ bildet den Auftakt zu einem Mozart-Schwerpunkt an der Staatsoper Stuttgart. Mit der Wiederaufnahme von „La clemenza di Tito“ und der Neuproduktion „Idomeneo“ liegt dabei der Fokus auf den „ernsten“ Opern des Komponisten.

„Lucio Silla“ ist eine Übernahme aus Hannover und befördert die vorsichtige Renaissance dieses lange Zeit vergessenen Frühwerks. In Stuttgart gibt mit dieser Produktion Konrad Junghänel, Leiter des Ensembles Cantus Cölln und zunehmend auch als Operndirigent erfolgreich, sein Staatsoper-Debüt, ebenso auch Olga Motta. Die Bühnenbildnerin zeichnet sowohl für die Regie als auch Bühne und Kostüme verantwortlich.

Mit nur 16 Jahren schrieb Mozart 1772 „Lucio Silla“ als Auftragswerk für das Mailänder Teatro Regio Ducale auf ein Textbuch von Giovanni de Gamerra. Liebessehnsucht, Trennungsschmerz und Todesahnung klingen auf. Der junge Komponist dringt zum ersten Mal in neue Bereiche musikalischer Menschendarstellung vor und findet sein Lebensthema: Unbedingtheit in der Liebe.

In exorbitant schweren Arien stürzen die Figuren dieses Werks, wie Musikwissenschaftlerin Silke Leopold bemerkt, förmlich dem Tod entgegen. Die Protagonisten verfangen sich in einem unentwirrbaren Beziehungsgeflecht: Der römische Imperator Lucio Silla (Gasttenor Burkhard Fritz) und der in die Verbannung geschickte Cecilio (das neue Ensemblemitglied Marina Prudenskaja) lieben Giunia (Simone Schneider). Sillas Schwester Celia (Marita Solberg) wiederum liebt Cinna (als Gast Christina Landshamer), den engsten Freund Cecilios. Beide bekämpfen den Diktator...

„Diese fünf Helden sind geradlinig und direkt in ihren Gefühlen, aber diese bleiben unerfüllt – bis zum Schluss. Und wenn man nicht durch die Liebe erlöst werden kann, dann durch den Tod“, so Olga Motta. In ihrer Lesart ist „Lucio Silla“ ein Stück über Leidenschaften, „welche die Menschen zerreißen und am Ende buchstäblich verbrennen.“ Ganz konkret übersetzt sie diese Metapher auf die Bühne: Feuer in all seinen Facetten wird zum Bedeutungsträger dieser Sehnsucht.

Musikalische Leitung Konrad Junghänel

Regie, Bühne, Kostüme Olga Motta

Chor Johannes Knecht

Dramaturgie Albrecht Puhlmann

Besetzung

Lucio Silla Burkhard Fritz

Giunia Simone Schneider

Cecilio Marina Prudenskaja

Lucio Cinna Christina Landshamer

Celia Marita Solberg

Erzähler Christian Wirmer

Staatsorchester Stuttgart

Chor und Kinderchor der Staatsoper Stuttgart

Weitere Aufführungen: 14. und 23. November, 18. Dezember, 6., 8. und 24. Januar 2008, 21. und 25. Februar sowie 5. und 7. Juni

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