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Stuttgarter Ballett: CRANKO/VAN MANEN/BÈJART

Premiere: Fr 14. Januar 2011, Opernhaus, 19 Uhr

 

Jubiläumsspielzeit 50 Jahre Stuttgarter Ballett: Der Ballettabend CRANKO / VAN MANEN / BÉJART bringt herausragende Werke von drei Choreographen auf die Bühne, die die Stuttgarter Compagnie nachhaltig geprägt haben:

R.B.M.E., John Crankos ureigene Liebeserklärung an seine Compagnie, die Stuttgarter Erstaufführung von Hans van Manens Frank Bridge Variations - ein Paradestück für die Stuttgarter Compagnie, die das größte van Manen-Repertoire außerhalb der Niederlande pflegt – und den grandiosen Bolero von Maurice Béjart.

 

Zu den Stücken:

 

Initialen R.B.M.E.

„Ein Ballett für die Freunde Richard, Birgit, Marcia und Egon zu Musik von Johannes Brahms, dessen leidenschaftlicher Sinn für Freundschaft und Liebe durch sein Werk wie seine Briefe und auch durch die Zeugnisse anderer belegt ist“, beschrieb John Cranko Motivation und Inhalt dieses Balletts, welches vier solistische Tänzer aus einer ungewöhnlich großen Besetzung hervorhebt. Mit den Initialen erwies John Cranko den Tänzern Richard Cragun, Birgit Keil, Marcia Haydée und Egon Madsen seine Reverenz. Die besonderen Fähigkeiten und die individuelle künstlerische Ausdruckskraft von vier Tänzerpersönlichkeiten entfalten sich nacheinander zu den vier Sätzen von

Brahms Zweitem Klavierkonzert. Über die persönliche Huldigung weit hinausgehend schuf Cranko mit Initialen R.B.M.E ein Werk, in dem er die Essenz seines choreographischen Schaffens konzentrierte. Das gewaltige Klavierkonzert von Johannes Brahms setzt John Cranko in einer großen Besetzung um – ein Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Die elegische Stimmung des Balletts findet ihre Entsprechung in der Farb-Poesie von Jürgen Roses Ausstattung.

 

Frank Bridge Variations (Stuttgarter Erstaufführung)

„Es sind wahrscheinlich die konzentriertesten 24 Minuten Tanz, die in dieser Spielzeit in Europa herausgekommen sind“, urteilte der Tanzkritiker Jochen Schmidt über Hans van Manens Frank Bridge Variations nach der Amsterdamer Uraufführung im Jahr 2005. In seiner höchst reduzierten und

klaren Tanzsprache findet van Manen zu immer neuen Nuancen: Paare erahnen und finden sich über einen Blick aus dem Augenwinkel, fordern sich zum erotischen Duell und zur zärtlichen Verbindung, umkreisen einander und scheinen wie durch ein unsichtbares Band aneinander gebunden. Musikalische Basis der Frank Bridge Variations ist die gleichnamige Komposition des britischen Komponisten Benjamin Britten. In der suitenartigen Partitur finden sich große Stimmungsumschwünge ebenso wie Tanzparodien: Da gerät ein schwungvoller Walzer ins Stolpern, ein französischer Hoftanz erinnert an längst vergangene Zeiten oder ein Trauermarsch scheint den Schmerz der ganzen Welt in sich zu vereinen.

 

Bolero

Der berühmte Choreograph Maurice Béjart schuf zu Ravels weltbekannter Komposition eine Choreographie von außerordentlicher Expressivität für einen Tänzer oder eine Tänzerin, die, umrahmt von einer großen Tänzergruppe, erhoben auf einer runden Plattform tanzt. Die Choreographie bewegt sich, ebenso wie das Musikstück, in einem sich stetig steigernden Crescendo

unaufhaltsam auf einen Endpunkt zu - wie kein anderes Stück entfesselt Béjarts Bolero eine hocherotische Energie, die auch heute noch jeden Zuschauer in ihren Bann schlägt. In der Jubiläumsspielzeit zu 50 Jahren Stuttgarter Ballett steht Béjarts ausdrucksstarkes Meisterwerk nach fast 20 Jahren endlich wieder auf dem Spielplan des Stuttgarter Balletts.

 

CRANKO/VAN MANEN/BÈJART

Initialen R.B.M.E.

Choreographie: John Cranko, Musik: Johannes Brahms Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur

Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose

Uraufführung: 19. Januar 1972, Stuttgarter Ballett

 

Frank Bridge Variations

Choreographie: Hans van Manen, Musik: Benjamin Britten Variations on a Theme of Frank Bridge

Bühne und Kostüme: Keso Dekker

Uraufführung: 18. März 2005, Het Nationale Ballet, Amsterdam

 

Bolero

Choreographie : Maurice Béjart

Musik: Maurice Ravel Boléro

Uraufführung: 10. Januar 1961, Théâtre de la Monnaie, Brüssel

Premiere: Fr 14. Januar 2011, Opernhaus, 19 Uhr

 

Weitere Aufführungsdaten: Di 25.Januar, Fr 11.Februar, So 27.März, Mi 4./Do 19.Mai, Mi 1./Sa 11./So 12./ Fr 24./Mo 27.Juni 2011, Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer 1. Rang, Opernhaus

 

Karten unter Tel.: 0711/20 20 90 oder online unter www.staatstheater.stuttgart.de/karten

Spielplan und nähere Informationen: www.staatstheater-stuttgart.de/ballett

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