TANZ | MODERNE | TANZ Internationales Festival für zeitgenössischen Tanz - Städtische Theater Chemnitz

14. bis 18. Juni 2017 im Schauspielhaus, Opernhaus, Weltecho und anderen Orten. -----Bereits zum dritten Mal werden zum internationalen Festival TANZ ǀ MODERNE ǀ TANZ Companies der zeitgenössischen Tanzszene frischen Wind nach Chemnitz bringen. Mit packender Bewegungssprache, außergewöhnlicher Musik und einer jeweils ganz eigenen Ästhetik verarbeiten die Tänzerinnen und Tänzer in ihren Stücken aktuelle und zeitlose Themen des Seins.
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Die Stadt wird erneut zu einem Ort für die Gegenwart ganz verschiedener künstlerischer und kultureller Gemeinschaften, aus deren Vielfalt Internationalität und Integration entstehen kann.

Das Publikum ist eingeladen, auf eine Reise der Auseinandersetzung mit Wurzeln und kultureller Zugehörigkeit zu gehen. Traditioneller afrikanischer Tanz, indische Philosophie, chinesischer Daoismus, Ying und Yang treffen auf heutige, junge Künstler, die ihr Sprachrohr im zeitgenössischen Tanz gefunden haben. Ihr Leben und Schaffen ist geprägt von hoher Mobilität und ihre Projekte führen sie immer wieder in andere Länder und zu neuen Herausforderungen. Ihre Stücke spiegeln ihre Suche nach der kulturellen Zugehörigkeit und dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Land, in dem sie leben oder dem sie ursprünglich entstammen, wider. Seit Anbeginn der Zeit ist der Mensch unterwegs. Handelswege, Kriege und Völkerwanderungen prägen den kulturellen Austausch von der Steinzeit bis heute. Sie brachten Kunde und Berührung mit anderen und fremden Kulturen und schufen so die Grundlagen zum Blühen ganzer Zivilisationen und Gesellschaften.

Auch in diesem Jahr werden wieder interessante Ensembles der Tanzszene zu Gast in Chemnitz sein, u. a. Abdoulaye Trésor Konaté aus Mulhouse, BeijingDance / LDTX aus Peking, Carl Knief aus Helsinki, E-Motion / Takao Baba aus Düsseldorf, Cie Ex Nihilo aus Marseille, Navdhara India Dance Theatre aus Mumbai oder Cie Samuel Mathieu aus Toulouse.

Das Festivalprogramm wird mit einem vielfältigen Workshopangebot ergänzt. Mehr Infos unter www.theater-chemnitz.de und www.tanz-moderne-tanz.de.

Die Festivalleitung hat Sabrina Sadowska, Ballettbetriebsdirektorin und Ballettmeisterin der Theater Chemnitz, inne.

Karten sind unter Tel. 0371 / 4000-430 und www.theater-chemnitz.de erhältlich.

Das Programm

Mittwoch, 14. Juni 2017

Tanz-Workshop

Urban Contemporary (Hip-Hop)

Mit Andrea Böge (Düsseldorf)

Opernhaus, Ballettsaal | 17.00-19.00 Uhr | Preis: 15,- €, erm. 8,- €

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de möglich

Eröffnung des Festivals

Humming-Bird / Colibri (DEA)

Abdoulaye Trésor Konaté / Cie ATeKa (Mulhouse)

Cold Arrow – Game Of Go (Weiqi)

BeijingDance / LDTX (Peking)

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Preis: 10,- bis 18,- €

Donnerstag, 15. Juni 2017

Tanz-Workshop

Zeitgenössischer und traditioneller afrikanischer Tanz

Mit Abdoulaye Trésor Konaté (Mulhouse)

Opernhaus, Ballettsaal | 17.00-19.00 Uhr | Preis: 15,- €, erm. 8,- €

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de

Rônin – Made In Germany

E-Motion / Takao Baba (Düsseldorf)

Schauspielhaus, Große Bühne | 18.00 Uhr | Preis: 10,- bis 18,- €

Im Anschluss: Dance Battle „Festival4You“

Anmeldung für Battle-Tänzer: festival@theater-chemnitz.de

RED (DEA)

Carl Knif Company (Helsinki)

Weltecho | 21.00 Uhr | Preis: 15,- €, erm. 10,- €

Freitag, 16. Juni 2017

Tanz-Workshop

Indien: Zwischen Entspannung und Bollywood

Mit Ashley Lobo (Mumbai)

Opernhaus, Ballettsaal | 17.00-19.00 Uhr | Preis: 15,- €, erm. 8,- €

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de

No Body But Me

CocoonDance / iDAS NRW (Düsseldorf)

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Preis: 10,- bis 18,- €

Nachtperformance

Le Nom du Lieu (DEA)

Cie Ex Nihilo (Marseille)

Altes Rathaus / Innere Klosterstraße | 21.15 Uhr | Eintritt frei

Samstag, 17. Juni 2017

Tanz-Workshop

Zeitgenössischer Tanz

Mit Samuel Mathieu (Toulouse)

Opernhaus, Ballettsaal | 14.00-16.00 Uhr | Preis: 15,- €, erm. 8,- €

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de

Orte getanzt: Luther und Marx tanzen auf!

Ballett Chemnitz

15.00-17.00 Uhr | Eintritt frei | Fahrradtour – Treffpunkt: Theaterplatz

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de

Amaara – A Journey Of Love (DEA)

Navdhara India Dance Theatre (Mumbai)

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Preis: 10,- bis 18,- €

Sonntag, 18. Juni 2017

Abschluss des Festivals

Assassins (DEA)

Cie Samuel Mathieu (Toulouse)

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Preis: 10,- bis 18,- €

Die Stücke und Companies

Humming-Bird / Colibri (Deutsche Erstaufführung)

Abdoulaye Trésor Konaté ließ sich für sein Tanzstück „Humming-Bird / Colibri“ durch das Buch „La sobriété heureuse (Glückliche Genügsamkeit)“ des französischen Schriftstellers und Umweltschützers Pierre Rabhi inspirieren. Im freien Umgang mit dem Wesen des Kolibris erzählt Konaté in seiner Performance vom Platz jedes Einzelnen in der Welt und von seiner wahrhaften Bestimmung: der Partizipation an der Entwicklung alles Lebendigen. So müsse jeder in der menschlichen Gesellschaft erschaffen und Gedeihen fördern und seine Verantwortung wahr- und ernstnehmen. In abstrakten und ausdrucksstarken Gesten präsentiert Konaté ein Solo, das durch die Poesie seiner physischen Präsenz lebt.

Konzept, Inszenierung, Choreografie und Tanz: Abdoulaye Trésor Konaté

Text: Jean Pierre Hamon

Bühne: Ikhyeon Park

Lichtdesign: Blaise Jacquemin

Tongestaltung: Marc Veh, Abdoulaye Trésor Konaté

Musik: Marc Veh

Abdoulaye Trésor Konaté wurde im Senegal geboren und lebt in Straßburg. Inspiration für seinen Tanzstil holt er sich aus dem Geist der Gegenwart und der Poesie des Vergangenen. Er bereiste verschiedene Kontinente und Kulturen, lernte Lebensweisen und Traditionen, Tänze und Sprachen kennen und erlebte instabile politische Situationen. Im Benin, wo er als Dolmetscher arbeitete, entdeckte er den zeitgenössischen Tanz für sich. 2008 gründete er seine Company, die Jasp Cie, mit der er u. a. in Burkina Faso, Benin, Madagaskar, Mauritius, Algerien, Frankreich und der Elfenbeinküste auftrat. 2014 wurde sie in Cie ATeKa umbenannt und wird durch das Centre Choréographique Nationale de l’Opéra du Rhin (Strasbourg – Colma – Mulhouse) unterstützt.

Cold Arrow – Game Of Go (Weiqi)

Menschen sind gefangen in umlagerten Festungen, stets konfrontiert mit Entscheidungen und Konflikten. Sie reagieren impulsartig auf das Unbekannte und Unerwartete, das ihnen begegnet. Das ist es auch, was die Welt zusammenhält: das stete Ausbalancieren der Gegensätze auf wundersame Art und Weise. „Cold Arrow“ ist eine packende Performance rund um die Wendungen des Daseins. In Analogie zum chinesischen Spiel „go (weiqi)“ agieren die Tänzer als lebensgroße Spielfiguren. Das Stück ist ein faszinierender Blick auf das Leben, in dem Figur und Spieler, Strategie und Opfer, Auslöser und Wirkung zwei Seiten ein und derselben Medaille sind.

Choreografie: Li Han-zhong, Ma Bo

Tanz: Fan Lu, Feng Xiao-ming, Hao Ying, Kam Hiu Lam Alexis, Li Kehua, Liu Lang, Liu Yang, Ma Yue, Shen Wan-ying, Sun Mengyao, Tian Ru-meng, Wang Yue, Yan Han-yi, Zhang Xue-feng

Kostüme: Wang Yan

Bühne und Licht: Godzilla Tan

Lichtdesign: Li Jun-long

Musik: David Darling „Darkwood“

BeijingDance / DTX wurde im Jahr 2005 gegründet. Sie ist Chinas erste professionelle zeitgenössische Tanzcompany außerhalb staatlicher Förderprogramme. Unter der künstlerischen Leitung von Willy Tsao, Chinas führender Persönlichkeit im modernen Tanz, und Li Han-zhong entwickelte die Company ein reiches Repertoire an Stücken und ein Ensemble mit ausgezeichneten Tänzern. Ziel ist es, eine offene Plattform für den zeitgenössischen Tanz und seine Künstler in China zu schaffen und das Konzept des modernen Tanzes als eine Facette der vielfältigen Künste zu verbreiten. BeijingDance / LDTX gastierte u. a. in Algerien, Australien, Österreich, Kanada, Costa Rica, Frankreich, Deutschland, Israel, Italien, Korea, Lettland, Mexiko, Polen, Schweden, in der Schweiz, Tunesien und den USA.

Rônin – Made In Germany

Das Tanzstück stellt die Frage nach der kulturellen Zugehörigkeit von Menschen, die in Deutschland leben, deren Wurzeln aber im Ausland liegen. Was bedeutet es, japanisch oder türkisch zu sein, gleichzeitig aber auch deutsch? Als deutscher Choreograf mit japanischen Wurzeln empfindet sich Takao Baba als Hybrid verschiedener Nationen und Kulturen, die er jeweils Heimat nennt. Sowohl hier als auch in Japan bleibt er ein Fremder und muss seine Identität irgendwo dazwischen ansiedeln. Mit Fragmenten der Gruppe Kraftwerk, von Wagner, Goethe und deutschem Schlager entwirft er zusammen mit der Company E-Motion ganz spielerisch ein persönliches Bild von Deutschland. Das Symbol des „Rônin“, des herrenlosen und umherirrenden Samurais, ist hierbei der Ausganspunkt, um das Pendeln zwischen den kulturellen Identitäten zu erforschen.

Choreografie und Musik: Takao Baba

Tanz: Takao Baba, Andrea Böge, Sefa Demirbas, Patrick Williams Seebacher, Rymon Zacharei

Lichtdesign: Horst Mühlberger

Der Choreograf und Tänzer Takao Baba ist künstlerisch in der Hip-Hop-Kultur aufgewachsen und mittlerweile einer der führenden Hip-Hop-Choreografen in Deutschland. 2003 gründete er zur Förderung urbaner Tanzformen die Plattform Dance Unity, die zusammen mit dem tanzhaus nrw die wichtigsten urbanen Tanzveranstaltungen wie „Funkin’ Stylez“ und „Juste Debout“ in Deutschland organisiert. Neben seiner Arbeit mit verschiedenen internationalen Künstlern ist er außerdem seit 2010 Choreograf bei der Streetart-Show „Urbanatix“. Als

Tänzer und Choreograf von E-Motion hat er u. a. die Produktionen „Super Me“, „Second ID“ und „10 Seconds“ realisiert. Takao Baba arbeitete an verschiedenen Theatern und mit Künstlern wie Peter Carp, Christina Paulhofer und Martin Grubinger als Choreograf zusammen.

RED (Deutsche Erstaufführung)

Das tägliche Leben ist ein Tanz auf Messers Schneide. Carl Knifs Solo „RED“ ist ein intimes Portrait individueller Kämpfe und Konflikte mit dem inneren, roten Alarmsignal. Die Performance dreht sich um die Extreme der eigenen Gefühlswelt – nicht immer tragisch, aber stets voll von persönlicher Stärke. „Für mich ist Tanz eine Reise zu mir selbst und genauso ein Weg, um anderen näher zu kommen“, so Carl Knif, „Ich glaube an die Bewegung als einen Kanal, durch den wir nicht nur das Körperliche, sondern auch das bewusste und das unbewusste Selbst berühren können. Tanz hat die Kraft, um uns mit den Fundamenten des menschlichen Seins bzw. dem Leben selbst in Verbindung zu bringen.“

Choreografie und Tanz: Carl Knif

Lichtdesign: Jukka Huitila

Sounddesign: Janne Hast

Kostüm: Karoliina Koiso-Kanttila

Der Choreograf und Tänzer Carl Knif studierte an der Theatre Academy of the University of the Arts Helsinki (TeaK). Ab 2004 tanzte er in der Tero Saarinen Company. 2007 begann er, sich verstärkt eigenen choreografischen Arbeiten zu widmen. Sein Stück „Hologram Walls“ (2010) war ein Auftragswerk des Helsinki Festivals. Andere Arbeiten wie „Manuscript“ (2012) für das Kuopio Dance Festival und „Mothertongue“ (2013) kreierte er in Zusammenarbeit mit dem Finnischen Nationalballett. 2014 erhielt Carl Knif ein Künstlerstipendium durch die Swedish Cultural Foundation in Finnland. Die Carl Knif Company, mit der er surreale, träumerische oder auch humorvolle Arbeiten entwickelt, wurde 2012 gegründet.

No Body But Me

Das Stück ist eine Hommage an den Körper und die Bewegung, eine Recherche über die Körpersprache und die Emotionen, die sie auslösen können – schlicht und ohne jegliche Künstelei – ein Spiel mit der Lust am Anblick menschlicher Körper in Bewegung. Hier wird der Körper in seiner ganzen Kraft zum Hauptdarsteller, zum Medium zwischen Performer und Zuschauer. Zwischen Geste und Ekstase oszillierend, überbrücken Körper-Bilder den Übergang von Bühnen- und Zuschauerraum. Dabei verfolgt das Publikum die Körper, als ob es selbst die Kamera wäre, zoomt, fokussiert und bildet Rahmen. Bewegungen und Körper erscheinen und verschwinden aus dem Blickfeld, mal fragmentiert, mal flüchtig. Es ist ein Zusammenspiel von Bewegungen und Effekten, die den Zuschauer in die Lage versetzen, seinen Blick zu befragen.

Choreografie und Regie: Rafaële Giovanola

Tanz: Fa-Hsuan Chen, Martina De Dominicis, Alvaro Esteban, Werner Nigg, Inma Rubio, Susanne Schneider, Brice Taupin

Musik und Sound: Jörg Ritzenhoff

Licht: Marc Brodeur

Kostüme: Kristelle Paré

Die in Baltimore geborene Schweizerin Rafaële Giovanola studierte in Monte Carlo. Nach einem ersten Engagement in Turin wechselte sie an das Frankfurter Ballett. Unter der Leitung von William Forsythe blieb sie acht Jahre und wirkte bei allen wichtigen Produktionen mit. Von der Gründung bis zur Auflösung des Choreografischen Theaters in Bonn war Rafaële Giovanola Mitglied. 2000 gründete sie für eine Einladung zum Avignon-Off zusammen mit dem Dramaturgen Rainald Endraß das Projekt CocoonDance, das mit seinen über 30 abendfüllenden Produktionen mittlerweile auf fünf Kontinenten unterwegs ist. Seit 2004 bespielt die Company die Sparte Tanz im Ballsaal des Bonner Theaters.

Le Nom du Lieu (Deutsche Erstaufführung)

Öffentliche Orte sind real, für alle zugänglich und greifbar. Cie Ex Nihilo aus Marseille setzt für ihre Produktion „Le Nom du Lieu“ Imagination und Realität aufs Spiel, indem Tanz auf urbanen Raum trifft und so zu einem phantasievollen Bild reifen lässt. Die Stadt mit all ihren Eigenschaften und Zwängen bringt nicht nur den Widerhall des Tanzes hervor, sondern wird verfremdet, um sie neu erkennen zu können. Es ist der Körper des Tänzers, des Mikrokosmos, der mit dem Makrokosmos, der Stadt, konfrontiert wird. Die Tänzer transformieren das Hier und Jetzt mit ihren Bewegungen und mit Bildern anderer Orte, die an Hauswände projiziert werden, in der Intimität der Nacht. „Le Nom du Lieu“ wurde bereits u. a. in Marseille, Kopenhagen, Marokko, Argentinien, Ägypten, Korea und Südafrika aufgeführt.

Choreografie: Anne Le Batard, Jean-Antoine Bigot

Tanz: Anne Le Batard, Jean-Antoine Bigot, Thomas Demay, Corinne Pontana, Rolando Rocha

Musik: Pascal Ferrari

Die Compagnie Ex Nihilo verarbeitet seit 20 Jahren den öffentlichen Raum mit all seinem Reichtum und seinen Dimensionen als Ort der Kunst: geometrisch, historisch, sozial, poetisch. Er wird stets auf seine spezifische Geschichte, seine Beziehungen, die dort existieren, und seine Atmosphäre hin befragt. Demgegenüber werden auch ständig Grenzen überschritten, um den Ort weiter zu erforschen. Ihre Choreografien entstehen aus dem Bewusstsein der Tänzer füreinander. Im Moment der Aufführung eignen sie sich den eigentlich fremden Raum mit all den zufällig vorbeigehenden Menschen an.

Orte getanzt: Luther und Marx tanzen auf!

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 lädt das Ballett Chemnitz zu einer besonderen Entdeckungstour ein. Die beiden großen Denker und Revolutionäre Martin Luther und Karl Marx haben in Chemnitz an bestimmten Orten und in Monumenten ihren Platz gefunden. In einem tänzerischen Streifzug beschäftigt sich die Company mit dieser besonderen Ikonografie, welche Prof. Dr. Christoph Fasbender und Dr. Christoph Herbst von der TU Chemnitz als Bestandteil des Projekts „Luther & Marx“ aufgearbeitet haben. Dabei wird überprüft, inwieweit Reformation und Revolution in unseren Biografien Einzug gefunden und uns geprägt haben. Im Halbstunden-Takt werden die Zuschauer vom Startpunkt Theaterplatz per Fahrrad zu spannenden Orten geführt, die im Tanz mit neuer Lebenslust, Dynamik und Leidenschaft erfüllt werden.

Konzept: Sabrina Sadowska

Choreografie und Tanz: Ballett Chemnitz

Das Ballett Chemnitz entwickelte sich in den 20er Jahren zu einer eigenen Sparte. Namhafte Solotänzer wurden engagiert, wodurch es zur Blüte gelangte und mit wichtigen Erstaufführungen über die Grenzen der Stadt hinaus von sich reden machte. Gastspiele von Mary Wigman und Gret Palucca brachten ebenfalls die Aufmerksamkeit der Szene nach Chemnitz. Nach einer Zäsur im Zweiten Weltkrieg bauten die Wigman-Schülerin Thea Maaß und Jean Weidt das Ballett wieder auf und führten es erneut zu überregionalem Ansehen. Verschiedene Choreografen prägten fortan das Ensemble, allen voran Chefchoreograf Hermann Rudolph, in Nachfolge dann Torsten Händler und Lode Devos. Aktuell widmet sich das internationale Ballettensemble unter Leitung von Reiner Feistel und Sabrina Sadowska in vorwiegend moderner Bewegungssprache den „Klassikern“ des Ballettrepertoires und legt auch durch Uraufführungen Zeugnis der eigenen schöpferischen Energie ab.

Amaara – A Journey Of Love (Deutsche Erstaufführung)

In einer magischen Stunde entführt der indisch-australische Choreograf Ashley Lobo das Publikum in eine Welt, wo Körper und Geist sich finden, miteinander verschmelzen und in eine neue Dimension eingehen – eine Liebesgeschichte, wie sie seit Anbeginn der Zeit erzählt wird. In den Bewegungen der Tänzer, die in Lobos Prana Paint™-Technik ausgebildet sind, finden zeitgenössischer Tanz, Yoga-Technik sowie indischer Tanz und Philosophie zusammen. Es entsteht eine universelle, körperliche Sprache, welche alle Grenzen überwindet.

Choreografie und Inszenierung: Ashley Lobo

Tanz: Arjun Menon, Naren Lalwani, Alisha Aditi William Lazarus, Chetan Rupchand Solanki, Pallathil Veronica Jose, Vasundhara Negi, Karma Chuki, Sonakshi Deepak Amitabh, Razul Singh Gautam

Licht: Sangeet Shrivastava

Ashley Lobo ist Gründer und Künstlerischer Leiter der Danceworx Academy. Er arbeitete bereits für diverse Bühnen und für über 20 Kinofilme, wodurch seine choreografische Handschrift auch viele andere Künstler beeinflusst hat. Als Jurymitglied der Talentshow „India’s Dancing Superstar“ ist er weit über Indiens Grenzen hinaus bekannt. Er gründete das Navdhara India Dance Theatre (NIDT) mit dem Ziel, jungen Tänzern zu helfen, ihre kreativen Energien zu kanalisieren und eine Plattform zu finden. In ihren Produktionen kombinieren sie die physischen Techniken des westlichen Tanzes mit der spirituellen Philosophie Indiens, um einen tänzerischen Ausdruck zu finden, der universell ist. Der Fokus liegt dabei auf Einfachheit und Kommunikation: Durch den Tanz werden Grenzen überwunden und eine Verbindung zum Leben hergestellt.

Assassins (Deutsche Erstaufführung)

In Litauen, Spanien, Deutschland und den Niederlanden entstanden, ist das Stück eine Studie zu Grenzerfahrungen der Gesellschaft und zu politischer Unterdrückung – es ist mehr als ein Märchen, eine Legende, eine große Geschichte, nämlich eine Annäherung an unsere Konditionierung. In der Szene des letzten Abendmahls zeigen die exponierten Figuren das Normale des Abnormalen. Die Körper demonstrieren in der konstanten Spannung die unerträgliche Rohheit unserer Verbrechen, die Annahme, das Dabeisein, die Unterwerfung. Alles wird durch die Distanz zur Karikatur, witzig, pathetisch, zynisch. „Assassins“ ist ein Konglomerat von Zeichen, einer Vielzahl an Figuren, von Mördern jeglicher Art, wiedervereint für eine epochale Tragödie, die die Zeit der Menschlichkeit auf der Skala des Universums platziert.

Konzept und Choreografie: Samuel Mathieu

Choreografie und Tanz: Fabienne Donnio, Gilles Baron, Lionel Bègue, Gaël Dommenger, Martin Mauriès

Musik: Maxime Denuc

Lichtdesign: William Lambert

Samuel Mathieu studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz am National Music and Dance College in La Rochelle und wurde dort u. a. von Karin Waehner unterrichtet. Als professioneller Tänzer arbeitete er ab 1989 mit Joseph Russillo (Toulouse National Centre) und Jean Claude Galotta (Grenoble National Centre). 1995 bis 2002 wirkte er in Projekten von Robert Seyfried, einem Choreografen von Tribu Emile Dubois, mit. Währenddessen tanzte Samuel Mathieu außerdem in den Companies von Tomeu Verges, Thomas Duchatelet und Denis Plassard. 2001 gründete Samuel Mathieu in Toulouse seine eigene Company, in der er als Choreograf und Tänzer tätig ist.

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