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Tanzkongress 2013: Bewegungen übersetzen – Performing Translations im Düsseldorfer Schauspielhaus

6. bis 9.Juni 2013. -----

Mit den Tanzkongressen 2006 in Berlin und 2009 in Hamburg hat die Kulturstiftung des Bundes die Tradition der Tänzerkongresse der Weimarer Republik wieder aufgenommen, die sämtliche Tanzschaffenden ihrer Epoche vereinten. Aufgrund der großen Resonanz wurde der Tanzkongress als kultureller „Leuchtturm“ in die Spitzenförderung der Kulturstiftung des Bundes aufgenommen und soll im dreijährigen Rhythmus an wechselnden Orten in Deutschland stattfinden. Dieses Jahr findet der Tanzkongress erstmals in Düsseldorf statt.

‚Bewegungen übersetzen – Performing Translations‘ ist das Motto der dritten Ausgabe, die sich mit der Übertragung und Vermittlung von Körperkonzepten, Bewegungsrepertoires und Arbeitsweisen in und zwischen unterschiedlichen Kulturen befasst. Wie „übersetzen“ wir Praktiken, Wertvorstellungen und Verhaltensmuster aus anderen Kontexten? Und welche Rolle spielen Körper und Bewegungen dabei?

 

Mehrere Beiträge widmen sich dem Eröffnungsstück ‚La Création du monde 1923 – 2012‘ des kongolesischen Choreografen Faustin Linyekula, der die Nachwirkungen des Kolonialismus auf die Körperbilder und Bewegungsspielräume im Zeitalter der Globalisierung hinterfragt.

 

Der gesellschaftliche Stellenwert von Tanz und Choreografie in Europa, Afrika, Indien, Südamerika und im Südpazifik ist ein zentrales Thema der über 100 Veranstaltungen, so zum Beispiel die aus europäischer Perspektive überraschend erscheinende Verbindung von zeitgenössischem Tanz, Yoga und urbanem Aktivismus in einer Metropole wie Neu-Delhi. Darüber hinaus nimmt der Kongress kritische Auseinandersetzungen mit normativen Körperbildern in den Blick. Hierzu zählen etwa die im Bühnentanz unterrepräsentierten „differently abled bodies“ oder „aging bodies“. Vorträge, Salons und Labore bieten die Gelegenheit, Fragen zur Weitergabe von Tanz, seiner Archivierung, Rekonstruktion und Urheberrechtslage zu diskutieren, während in Workshops besondere Methoden und Techniken für Dramaturgie, Choreografie und Training erprobt werden können.

 

Übersetzt wird nicht nur zwischen einem heterogenen Fachpublikum und 200 Referenten unterschiedlicher Herkunft aus den Bereichen Choreografie, Pädagogik, Journalismus, Dramaturgie, Politik, Architektur, Soziologie, Philosophie und Medizin, sondern auch zwischen Praktiken und Kompetenzen, Kunstformen und Stilen, Ideologien und Generationen. Kunst trifft auf Politik, Praxis auf Theorie, Tanz auf Technologie. Begleitet und inhaltlich ergänzt wird der Kongress durch ein Tanzprogramm, das in Kooperation mit den Düsseldorfer Spielstätten entstanden ist.

 

Der Tanzkongress ist eine Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes in Zusammenarbeit mit dem tanzhaus nrw. Kooperationspartner: Capitol Theater Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Düsseldorfer Schauspielhaus, FFT Düsseldorf. Mit Unterstützung durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, das Internationale Forschungskolleg „Verflechtungen von Theaterkulturen“ – Freie Universität Berlin und das Goethe-Institut.

 

Aus dem Programm:

 

Kongresseröffnung (Deutschlandpremiere)

Faustin Linyekula & CCN-Ballet de Lorraine (CGO/F)

La Création du monde 1923 – 2012

Donnerstag, 6. Juni, 18 Uhr und Freitag, 7. Juni, 20 Uhr, Großes Haus

Der kongolesische Starchoreograf Faustin Linyekula und die 25 Tänzer des Ballet de Lorraine schaffen mit dem Zitat der kubistischen Afrika-Utopie La Création du monde von 1923 eine Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Eine Abrechnung mit dem Erbe des Kolonialismus.

 

Antje Pfundtner in Gesellschaft (D)

Nussknacker

Freitag, 7. und Samstag, 8. Juni, 19.30 Uhr, Kleines Haus

Mit acht Tänzern und einem außergewöhnlichen «Chor de ballet» blickt Antje Pfundtner auf einen populären Klassiker der Tanzgeschichte zurück. Eine humorvolle Mischung aus Tanz, Erzählung und Gesang.

 

Falk Richter & Anouk van Dijk (D/NL)

Rausch

Samstag, 8. und Sonntag, 9. Juni, 19.30 Uhr, Großes Haus

Sieben Tänzer und fünf Schauspieler begeben sich auf die Suche nach dem ultimativen Rausch, einem Ausbruch aus den Zwängen unserer liberalen Kontrollgesellschaft, einem Aufbruch in ein Leben ungeahnter Intensität und Freiheit.

 

Alle Infos www.tanzkongress.de

 

 

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