Thalia Theater Hamburg: "Hedda Gabler" von Henrik Ibsen

Premiere am 23. November 2013 um 20 Uhr im Thalia Theater. ----- Es soll der Start in eine erfolgreiche bürgerliche Existenz werden: Gerade von einer langen Hochzeitsreise zurückgekehrt, beziehen Jörgen Tesman und Hedda Gabler ihr Traumhaus, für das sich Tesman leichtsinnigerweise in der Annahme, sehr bald zum Professor berufen zu werden, über seine Verhältnisse verschuldet hat, um seiner anspruchsvollen Frau ein angemessenes Leben bieten zu können.
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Die Ausstattung hat während ihrer Abwesenheit Tante Juju übernommen, Richter Brack, als Gläubiger der Familie die Finanzierung. Doch die freiheitsliebende Hedda ist nicht für diese Ehe und Tesman nicht für das „wilde“ Leben gemacht. Was dem einen das Glück auf Erden bedeutet, ist für den anderen die Hölle. Dann taucht ein Mann von früher wieder auf: Lövborg, Heddas ehemaliger Liebhaber. Er hat mit der Unterstützung von Frau Elvsted seine Sucht überwunden, ein bahnbrechendes Werk verfasst und wird nun ebenfalls als möglicher Kandidat auf die Professur gehandelt.

Die Gespenster der Vergangenheit entfachen einen Strudel der Obsessionen, Wünsche und Projektionen, in dem jede der Figuren in diesem komplexen Netz der Abhängigkeiten voneinander ihren Lebensentwurf zu verteidigen sucht. Ibsen unterzieht mit seinem Drama das bürgerliche System einem Crashtest. Reicht unsere Zivilisiertheit aus, um den destruktiven Kräften standzuhalten, die das Dilemma zwischen dem Streben nach Sicherheit und der Verführungskraft der Freiheit hervorruft? Kann man sich Freiheit nur leisten, wenn man ökonomisch abgesichert ist? Hieße Aufklärung heute auch, dass wir uns als kulturell konstruierte Subjekte erkennen? Ist die Idee der Freiheit eine Illusion, eine Lüge? Und gibt der Zustand unserer Gesellschaft den Überflüssigen, der Schönheit und dem nicht Nützlichen überhaupt noch eine Chance?

In der Übersetzung von Peter Zadek/Gottfried Greiffenhagen

Regie Jan Bosse

Bühne Stéphane Laimé

Kostüme Kathrin Plath

Musik Jonas Landerschier

Dramaturgie Gabriella Bußacker

Ensemble

Marina Galic (Frau Elvstedt)

Julian Greis (Berte)

Jens Harzer (Jörgen Tesman)

Daniel Lommatzsch (Richter Brack)

Karin Neuhäuser (Juliane Tesman, Jörgen Tesmans Tante)

Alexander Simon (Eilert Lövborg)

Patrycia Ziolkowska (Hedda Tesman, Jörgen Tesmans Frau)

Live-Musiker

Niklas Hardt (Cello)

Elen Harutyuyan (Viola)

Lisa Lammel (Violine), Ruth May (Violine)

So,24.11.201319:00 Uhr

Sa,14.12.201320:00 Uhr

So,15.12.201319:00 Uhr

Mi,18.12.201320:00 Uhr

Di,07.01.201420:00 Uhr

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