Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Bielefeld: SAM von Katharina SchmittTheater Bielefeld: SAM von Katharina SchmittTheater Bielefeld: SAM...

Theater Bielefeld: SAM von Katharina Schmitt

PREMIERE 04.05.2012, 20:00 Uhr, TAMZWEI. -----

1978 ließ sich der Künstler Tehching Hsieh in einen wenige Quadratmeter großen Käfig einschließen, um ein Jahr lang weder zu sprechen, noch zu lesen, zu schreiben oder Radio zu hören.

 

Nur wenige Stunden im Monat wurde das Atelier für Zuschauer geöffnet. Die Arbeit nannte sich One Year Performance oder Cage Piece und bricht mit allen traditionellen Regeln der Kunst. Es gibt kein Produkt; das Objekt seiner Gestaltung ist der Künstler selbst. Die Grenze zwischen Kunst und Leben scheint aufgehoben.

 

Der Zuschauer wird zum Voyeur, das Werk zur existentiellen Erfahrung, deren Radikalität und deren Geheimnis ihm verschlossen bleiben müssen. In Zeiten von Produktivität, Kommunikation und Vielfalt erschafft Hsieh ein Monument aus »verschwendeter Lebenszeit«, Gleichförmigkeit und Isolation.

 

Mit SAM hat die Autorin Katharina Schmitt Tehching Hsiehs Performance zum Gegenstand eines Theaterstücks gemacht. Sie gibt dem Künstler eine Sprache, beschreibt, was er während seiner Performance gesagt und gedacht haben könnte, lässt die Zuschauer von ihren Erlebnissen berichten und geht den unterschiedlichen Fragen nach, die das Cage Piece aufwirft: Welchen Erfahrungen ist man in der totalen Isolation ausgeliefert? Wie kann man einem Menschen gegenübertreten, der sich aus dem Bereich gesellschaftlichen Lebens vollständig zurückgezogen hat? Was ist Kunst? Was sind deren Grenzen, was die Grenzen des Kommunizierbaren und vor allem, was ist Zeit?

 

SAM wurde 2010 als szenische Lesung während der Autorentheatertage des Deutschen Theaters in Berlin präsentiert.

 

Inszenierung Patrick Schimanski

Bühne und Kostüme Richard Schimanski

Dramaturgie Franziska Betz

 

Mit Johannes Lehmann, Nicole Lippold, Charlotte Puder

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑