Theater Heidelberg: MEIN KAMPF, Farce von George Tabori

Premiere 11. Dezember 2018, 20.00 Uhr, Zwinger 1 (Zwingerstr. 3-5)

1910, Wien, Blutgasse: Der junge Adolf Hitler zieht ins Obdachlosenheim. Weder durch Manieren noch Erfolg zeichnet er sich aus. Aber er gewinnt schnell einen Freund. Es ist der Jude Schlomo Herz. Der überlässt ihm in kalten Nächten sogar seinen Mantel. Er tröstet ihn als Hitler von der Kunstakademie abgelehnt wird und unterbreitet ihm Ratschläge für eine Politkarriere als Alternative zur Malerei. Der menschenliebende und memoirenschreibende Buchhändler verhilft dem unbedarften Neuankömmling zu dem vielversprechenden Buchtitel „Mein Kampf“ und rät ihm außerdem zu einem Seitenscheitel und dem neuen Bart. Schlomo Herzl und Adolf Hitler sind eines der bizarrsten Paare, die die Literaturgeschichte kennt.
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George Tabori, ursprünglicher Name Tábori György, war einer der wichtigsten Theatermacher der jüngeren Vergangenheit. Der 1914 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geborene Tabori begegnete den Verbrechen des Nationalsozialismus mit absurder Komik und schwarzem Humor. Er arbeitete als Dramatiker, Drehbuchautor, Sprecher, Schriftsteller, Übersetzer und Theaterregisseur. Den Begriff Regisseur lehnte er allerdings für sich ab. Er empfand das als viel zu autoritär. Lieber sah er sich als ‚Spielemacher“ und auf Grund dessen wurde er von seinen Ensembles sehr geschätzt. In den USA arbeitete er als Drehbuchautor u. a. mit Alfred Hitchcock und Bertolt Brecht.

Als er 1971 nach Mitteleuropa zurückkehrte, erreichte er ab 1986 in Wien und seit 1999 in Berlin beim Berliner Ensemble den Höhepunkt seiner Theaterkunst. Viele Theaterfreunde schätzten den in seinen letzten Jahren „dienstältesten Theatermacher der Welt“ als den inoffiziellen ‚Theaterkönig‘. Zu einigen seiner wichtigen Werke zählt u. a. „Mutters Courage“, „Sigmunds Freude“, „Schuldig geboren“, „Goldberg-Variationen“, „Die Brecht-Akte“. Tabori wurde während seines Lebens mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. Dazu zählen u. a.: der Deutsche Kritikerpreis, das Bundesverdienstkreis, der Mülheimer Dramatikerpreis, der Nestroy Theaterpreis, der Theaterpreis FAUST für sein Lebenswerk. 2010 wurde der George Tabori-Preis ins Leben gerufen, der jährlich verliehen wird und an die Verdienste des großen Künstlers erinnert. George Tabori verstarb 2007 in Berlin.

Regie bei der Heidelberger Neuinszenierung von „Mein Kampf“ führt Nick Hartnagel, der hier zuletzt den Roman „Who the fuck is Kafka“ von Lizzie Doron auf die Bühne brachte.

Übersetzung aus dem Englischen von Ursula Grützmacher-Tabori

    Regie Nick Hartnagel
    Ausstattung Tine Becker
    Komposition Lukas Lonski
    Dramaturgie Lene Grösch

    Schlomo Herzl Hans Fleischmann
    Adolf Hitler Raphael Gehrmann
    Gretchen / Frau Tod Lisa Förster
    Der Koch Lobkowitz / Himmlisch Andreas Seifert

Mi 12 Dezember
20.00 Uhr > Zwinger 1
Fr 14 Dezember
20.00 Uhr > Zwinger 1
Fr 28. Dezember
20.00 Uhr > Zwinger 1
Di 15 Januar
20.00 Uhr > Zwinger 1
Mi 16. Januar
20.00 Uhr > Zwinger 1
Fr 25 Januar
20.00 Uhr > Zwinger 1
Sa 26 Januar
20.00 Uhr > Zwinger 1
Sa 9 Februar
20.00 Uhr > Zwinger 1
Di 12 Februar
20.00 Uhr > Zwinger 1
Mo 11 März
20.00 Uhr > Zwinger 1
Di 12 März
20.00 Uhr > Zwinger 1

Bild: George Tabori

Tickets: www.theaterheidelberg.de; Tel.: 06221 | 5820 000; tickets@theater.heidelberg.de;

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