Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Magdeburg: Offenbach-Operette »Die schöne Helena«Theater Magdeburg: Offenbach-Operette »Die schöne Helena«Theater Magdeburg:...

Theater Magdeburg: Offenbach-Operette »Die schöne Helena«

Premiere Sa. 19. 10. 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus

Mit der Operette »Die schöne Helena« ehrt das Opernhaus Magdeburg Jacques Offenbach zu seinem 200. Geburtstag mit einem seiner populärsten Werke, der »Belle Hélène«. Absurd und albern, frech und ausgelassen, so präsentiert sich diese Antiken-Parodie des Wahl-Parisers Jacques Offenbach zu dessen 200. Geburtstag.

 

Nachdem der Trojaner-Prinz Paris die Schönheitskonkurrenz der Göttinnen Venus, Juno und Minerva am Berg Ida für Venus entschieden hat, steht ihm nun als Lohn die schönste Frau der Welt zu: Helena, Tochter des Jupiters und Gemahlin des Spartaner-Königs Menelaos. Als Paris in Sparta eintrifft, ist Helena zunächst hin- und hergerissen zwischen der Treue zu ihrem Ehemann, von dem sie allerdings sehr gelangweilt ist, und dem leidenschaftlichen Begehren, das sie für den schönen Paris empfindet. Doch dann lässt Helena alle Hemmungen fallen. Der gehörnte Ehemann Menelaos überrascht die beiden beim Schäferstündchen, und Paris muss fliehen. Er bedient sich schließlich einer List, um Helena zu entführen, und löst dadurch den Trojanischen Krieg aus …

Mit burleskem Witz ziehen Offenbach und seine Librettisten das Personal der griechischen Mythologie durch den Kakao: Könige und Helden, (Halb-)Göttinnen und Priester – alle erscheinen nur allzu menschlich in ihrer eros- oder mammongetriebenen Glückssuche. Die Autorin Simone Höft hat für die Magdeburger Neuproduktion neue Dialoge geschrieben. Sie verschränkt die Ebene der Antikenparodie mit der Welt der Neuen Medien: Da werden Daten »geopfert«, der mediale Auftritt wird gesucht und optimiert (Selfies) und keiner ist vor Fake-News sicher. 

Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Schulz zieht bei dieser Produktion alle Fäden der Unterhaltungskunst. Wie schon zu Zeiten von Offenbach mischt er Sprachen und Dialekte und beweist damit die Internationalität des Ensembles. Und noch eine Parallele zu den berühmten Bouffes Parisiennes vollzieht sich im Bühnenbild: Das Orchester sitzt nicht im Orchestergraben, sondern auf der Hinterbühne des Opernhauses. Dadurch rückt Ulrich Schulz das Geschehen näher an das Publikum und ermöglicht weitere bühnenbildtechnische Überraschungen …

Lena Brexendorf, die in der vergangenen Spielzeit bereits für die Kostüme von »Don Pasquale« verantwortlich war, lässt griechisches Kolorit aufleben in den wie aus Stein gemeißelten Frisuren, aber auch die Kostüme interpretieren die Götterwelt mit karnevalesken Andeutungen, die auch als Anlehnung an Offenbachs Kölner Heimat zu verstehen sind.. Choreograf David Williams schließlich zeichnet für die tänzerische Umsetzung zur schwungvollen und mitreißenden Musik Offenbachs verantwortlich. Die Musikalische Leitung hat Kapellmeister Pawel Poplawski.

In der Titelrolle sind alternierend Isabel Stüber Malagamba und Julie Martin du Theil zu erleben. Benjamin Lee als Paris ist zudem alternierend mit Roberto Ortiz besetzt. In den weiteren Rollen beweisen Mitglieder des Sängerensembles und Chorsolisten ihr komisches Talent.

Operette in drei Akten von Jacques Offenbach
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Deutsche Dialoge von Simone Höft
Musikalische Leitung Pawel Poplawski
Regie / Bühne Ulrich Schulz
Kostüme Lena Brexendorff
Choreografie David Williams
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg
Choreinstudierung Martin Wagner

Helena: Isabel Stüber Malagamba / Julie Martin du Theil
Paris: Benjamin Lee / Roberto Ortiz (31. 12., 5. 1.)
Menelaus: Manfred Wulfert
Menelaus: Johannes Stermann / Paul Sketris
Orest: Emilie Renard
Agamemnon: Roland Fenes / Marko Panteliæ,
Leaena: Hyejin Lee / Jeanett Neumeister
Parthenis: Jenny Gerlich
Bacchis: Uta Zierenberg,
Achill: Peter Diebschlag
Ajax I: Jonathan Winell / Alejandro Muñoz Castillo
Ajax II: Yong Hoon Cho / Alejandro Muñoz Castillo,
Philokomus: Bartek Bukowski / Peter Wittig

Gasttänzer*innen: Marianne Besser, Fides Groot Landeweer, Fuyumi Hamashima,
Emmy Louise Thomsen; Kirill Kalashnikov,Pablo Martinez, Sho Nakasatomi,
Andrea Spartà

Opernchor des Theaters Magdeburg,
Magdeburgische Philharmonie

Vorstellungen
So. 17. 10. / So. 10. 11. / Fr. 6. 12. / Fr. 20. 12. / Di. 31. 12. 2019
(14.30 Uhr u. 19.30 Uhr) / So. 5. 1. / Sa. 8. 2. 2020

Reservierung und Kauf an der Theaterkasse telefonisch: (0391) 40 490 490, online:
www.theater-magdeburg.de oder per Mail: kasse@theater-magdeburg.de

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 19 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritikenund theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑