„Tosca“ von Giacomo Puccini im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Premiere am Samstag 12.12.2015 um 19.30 Uhr im Großen Haus. ----- Baron Vitellio Scarpia, sinistrer Polizeichef eines unbarmherzigen Kirchenstaates und in ganz Rom berüchtigt für seine rücksichtslose Jagd auf Feinde des Regimes und schöne Frauen.
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Ein „bigotter Satyr, der sich hinter einer frommen Fassade an seiner eigenen Geilheit berauscht“, so formuliert es der Maler und Freidenker Mario Cavaradossi, der von Scarpia ins Fadenkreuz genommen wird, als er den entflohenen Polithäftling Angelotti auf seinem Villengrundstück versteckt. Für den Baron ist Cavaradossi ein willkommener Beifang. Ein kleiner politischer Triumph, aber mehr noch ein persönlicher, denn Scarpia verfolgt ein doppeltes Ziel: Er will Tosca, die temperamentvolle Geliebte des Malers und umschwärmte Sängerin. Im Palazzo Farnese stellt er sie vor eine perfide Entscheidung: Entweder ist sie ihm zu Willen oder Mario Cavaradossi muss qualvoll sterben …

Welche Verantwortung trägt die Kunst in einem totalitären System? Diese Frage ist heute aktueller denn je. Die beiden Künstler in Giacomo Puccinis 1900 uraufgeführten Oper opfern ihr Talent einem repressiven System in der trügerischen Hoffnung, sich damit wenigstens im Privaten ein Stück Freiheit bewahren zu können. Cavaradossi bemalt unentgeltlich Kirchenwände, um damit das Misstrauen der klerikalen Machthaber gegen seine liberale Gesinnung zu zerstreuen. Tosca interessiert sich nicht für Politik – sie lebt für die Kunst, von der Kunst leben kann sie jedoch nur im Dienste des Regimes. Doch aus Scarpias Spitzelstaat gibt es kein Entrinnen …

Glühende Leidenschaft und abgrundtiefes Leid, nackte Brutalität und innige Zärtlichkeit – selten hat ein Komponist explosive Emotionen so ungefiltert in Noten zu setzen gewagt wie Giacomo Puccini in „Tosca“. Aus Victorien Sardous Schauspielvorlage destillierten er und seine Librettisten mit unfehlbarem Theater-Instinkt einen brodelnden Opernthriller von cineastischem Format. Die Schönheit und Unmittelbarkeit seines musikalischen Ausdrucks verstörte seine Zeitgenossen und begeisterte die Nachwelt – heute gehört „Tosca“ zu den meistgespielten Werken der internationalen Opernbühnen. Der junge Regisseur Tobias Heyder setzt „Tosca“ für die Bühne des MiR in Szene.

NACH „LA TOSCA“ VON VICTORIEN SARDOU

LIBRETTO VON GIUSEPPE GIACOSA UND LUIGI ILLICA

UA 1900

IN ITALIENISCHER SPRACHE MIT DEUTSCHEN ÜBERTITELN

Musikalische Leitung

Rasmus Baumann

Inszenierung

Tobias Heyder

Bühne

Tilo Steffens

Kostüme

Verena Polkowski

Chor

Christian Jeub

Kinderchor

Alfred Schulze-Aulenkamp

Dramaturgie

Anna Grundmeier

Cavaradossi

Derek Taylor

Tosca

Petra Schmidt

Scarpia

Aris Argiris

Thomas Berau

Spoletta

William Saetre

Philipp Werner

Sciarrone

Peter Rembold

Angelotti

Dong-Won Seo

Mesner

Joachim G. Maaß

Schließer

Jacoub Eisa

Hirte

Sion Choi

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