Uraufführung: DIE WEISSE ROSE von Petra Wüllenweber - Theater der Jugend Wien

Premiere am 11. Jänner 2018 um 19.30 Uhr im Theater im Zentrum

»Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt. Entscheidet Euch, eh es zu spät ist!« – Mit diesen eindringlichen Worten appelliert ein kleiner Kreis von Münchner Studierenden in einem Flugblatt an das Gewissen ihrer Mitmenschen, nicht länger die Augen vor den grausamen Verbrechen der NS-Diktatur zu verschließen und Widerstand zu leisten. Diese Gruppe wird unter dem Namen »Weiße Rose« in die Geschichtsbücher eingehen, ihre Mitglieder – allen voran Sophie und Hans Scholl – werden zu Symbolfiguren der Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit.
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(c) Rita Newman

Tatsächlich wagt im Jahre 1943 kaum jemand, kritische Gedanken wie diese laut auszusprechen, denn in einer Diktatur wird jede Freiheit – vor allem eine freie Meinung – als Angriff auf den Staat gewertet. Das Singen eines Liedes kann ins Gefängnis führen, ein falscher Satz den Tod bedeuten.

Die Geschwister Scholl wachsen in einer humanistisch geprägten Familie auf, die den Nationalsozialisten gegenüber kritisch eingestellt ist. Wie die meisten ihrer gleichaltrigen Freunde engagieren Sophie und Hans sich jedoch zunächst mit Begeisterung in den einschlägigen NS-Jugendorganisationen. Auch sie werden vom mitreißenden Gemein-schaftsgefühl getragen, doch als sie das wahre Gesicht dieser Gesinnung erkennen, lassen sie ihrer Überzeugung Taten folgen – bereit, ihr Leben zu opfern.

Die preisgekrönte Dramatikerin und Regisseurin Petra Wüllenweber, deren Stück »Netboy« bereits mit großem Erfolg am Theater der Jugend lief, nimmt sich dieses wichtigen und vielschichtigen Stoffs an, der seine Aktualität nie verliert. Denn ein Leben in Frieden und Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern erfordert jeden Tag aufs Neue Einsatz, Zivilcourage und einen wachen Geist.

PETRA WÜLLENWEBER, 1971 in Saarbrücken geboren, studierte zwei Semester Germanistik an der Universität des Saarlandes und von 1992 bis 1996 Regie an der Theaterakademie in Ulm. Dort war sie Mitbegründerin und Regisseurin des Theaters Zeitsprung. Anschließend war sie von 1997 bis 2000 an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld/Mönchengladbach beschäftigt. Seit Herbst 2000 ist sie als freie Regisseurin tätig und war unter anderem in Köln, Hildesheim, Regensburg, Heilbronn, Bamberg, am Landestheater Linz und bei den Luisenburg-Festpielen in Wunsiedel engagiert. Ihre Inszenierungen an der COMEDIA Köln, »Ein Hauch von Winterwetter« und »Sex is a Gift«, wurden 2002 und 2003 für den Kölner Theaterpreis nominiert, ebenso wie »Penthesilea« 2008 für den Bayerischen Theaterpreis. 2014 folgte die Nominierung für den Faustpreis in der Sparte Regie Kinder- und Jugendtheater für »Zweier ohne« aus dem Theater Heilbronn. Neben ihrer Regietätigkeit ist Petra Wüllenweber auch als Autorin erfolgreich. Ihre Stücke »Am Horizont« und »Zur Zeit nicht erreichbar« wurden 2010 und 2012 für den Mülheimer KinderStückePreis nominiert und die Theateradaption von »Zweier ohne«, der eine Novelle von Dirk Kurbjuweit zugrunde liegt, war 2014 im Stückepool des niederländisch-deutschen Kinder- und Jugendtheaterfestivals Kaas und Kappes zu finden. Im Frühjahr 2015 brachte sie am Theater für Niedersachsen in Hildesheim ihr eigenes Werk zum Thema Burnout (»Restglühen«) zur Uraufführung. Ihr Stück »Und morgen?« stand auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2016. In der Saison 2015/16 wurde ihr Jugendstück »Netboy«, in dem sie sich auf ebenso spannende wie einfühlsame Weise dem Thema Cybermobbing annimmt, unter der Regie von Frank Panhans erfolgreich am Theater der Jugend aufgeführt. 2017 adaptierte sie »Effi Briest« und erarbeitete eine Inszenierung zu Arthur Millers »Ein Blick von der Brücke« am Stadttheater Fürth.

Auftragswerk für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene

  • Regie: Petra Wüllenweber
  • Bühne: Peter Engel
  • Kostüme: Regina Rösing
  • Musikalische Einstudierung: Stephanie Hacker Licht: Fritz Gmoser
  • Dramaturgie: Brigitte Auer


BESETZUNG:

  • Sophie Scholl Lara Sienczak
  • Hans Scholl / Fritz Hartnagel Felix Strobel
  • Christoph Probst / Gestapo- Daniel Jeroma Beamter / Robert Mohr
  • Robert Scholl / Jakob Schmid Clemens Matzka
  • Else Gebel / Susanne / Wärterin Elisabeth Waldburg
  • Kurt Huber / Braunhemd / Roland Uwe Achilles Freisler


Weitere Vorstellungen bis 14. März 2018 - Für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene

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