Uraufführung: "piano forte" - Über das Abschweifen der Gedanken beim Hören der Musik - von Ruedi Häusermann im SCHAUSPIELHAUS ZÜRICH

Premiere: Mittwoch, 13.1.2016, 20 Uhr, Schiffbau/Box. ----- In PIANO FORTE unternimmt der Schweizer Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann gemeinsam mit vier Pianisten des Klavier-Ensembles „Kukuruz Quartett“, den SchauspielerInnen Christian Baumbach, Fritz Fenne, Johannes Sima und Rahel Hubacher sowie einem Chor eine musiktheatralische Reise „über das Abschweifen der Gedanken beim Hören der Musik“ durch die Geschichten und Bilder, die ein musikalisches Werk in sich trägt.
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Ruedi Häusermanns Stellung in der Theaterlandschaft ist singulär. Nun liegt eine umfassende Werk- und

Lebensschau vor, in der sich Persönliches und Künstlerisches, Musikalisches und Theatralisches verbindet. Am Premierentag von PIANO FORTE findet um 18.30 Uhr in der Matchbox die offizielle Buchpräsentation des Werk- und Klangbuchs über Häusermanns „Umwege zum Konzert“ statt.

Was wie ein Konzert für vier Klaviere beginnt, verwandelt sich mehr und mehr in eine flüchtige, traumähnliche Welt, in der Bilder und Geschichten auftauchen, sich überlagern und wieder verschwinden. Die klanglichen und visuellen Welten, die entstehen, wenn die Gedanken der Zuhörer beim Hören der Musik abzuschweifen beginnen, werden zu einem Erlebnis der besonderen Art, das dort sein Ende findet, wo es auch begonnen hat: in einem Konzertsaal … Es entsteht ein vieldeutiger, poetischer und humorvoller Kosmos, in dem die Bilder, die sich in Häusermanns Neukompositionen für vier Klaviere verbergen, zum Leben erweckt werden.

Ruedi Häusermann, 1948 in Lenzburg geboren, studierte Ökonomie und Musik. Früh interessierte er sich für Jazz und freie Improvisation. Über die Jahre hinweg hat Häusermann seine eigene musiktheatralische Sprache entwickelt, für die er mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet wurde, zuletzt mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich (2012) und dem Stipendium der Elisabeth Forberg Stiftung (2014).

Häusermann arbeitete u.a. am Theater Neumarkt in Zürich, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, am Burgtheater Wien, am Staatstheater Hannover und am Schauspielhaus Zürich, wo er zuletzt seine Arbeit „Robert Walser“ (2014) zeigte und in seinem riskanten

Unterhaltungsabend „Kapelle Eidg. Moos“ (zusammen mit Herwig Ursin und Jan Ratschko) zu sehen war.

Das junge Zürcher Klavier-Ensemble Kukuruz Quartett wurde 2014 im Rahmen einer Musiktheater-Produktion von Ruedi Häusermann gegründet, um insbesondere Musik für vier „wohl-präparierte Einhandklaviere“ zu spielen. Es handelt sich also um eine aussergewöhnliche Formation, für die es kein herkömmliches Repertoire gibt. Die Musikerin und die Musiker entwickeln über längere Zeit gemeinsame Präparationen und Konstruktionen. Das Tüfteln und Basteln, das minutiöse Planen von

Details nimmt einen sehr grossen Raum ein. Neben dem wohlpräparierten Tastenspiel pflegt das experimentelle Ensemble auch noch weit exotischere Disziplinen wie das Spiel auf elektrischen Zahnbürsten oder das Rückwärts-Singen von Kinderliedern und ist gerade dabei, ein Strickquartett, bestehend aus vier Paar verstärkten Stricknadeln, zu entwickeln.

Das Kukuruz Quartett ist gleichermassen auf Theaterbühnen und in Konzertsälen zu Hause. In diesem Jahr hat es bis jetzt beispielsweise eine interaktive Raum-Installation im Zürcher Radiostudio realisiert,

hat in Amsterdam drei Konzerte mit Musik von Johann Sebastian Bach, Ruedi Häusermann und Julius Eastman gespielt und wurde in den Roten Salon der Berliner Volksbühne eingeladen.

piano forte

von Ruedi Häusermann

Über das Abschweifen der Gedanken beim Hören der Musik

Uraufführung

Komposition und Regie Ruedi Häusermann

Bühne Giuseppe Reichmuth, Regula Zuber, Ruedi Häusermann

Kostüme Barbara Maier

Licht Rainer Küng

Dramaturgie Katja Hagedorn

Mit:

Christian Baumbach

Fritz Fenne

Johannes Sima

Rahel Hubacher

Kukuruz Quartett:

Philip Bartels

Simone Keller

Duri Collenberg

Lukas Rickli

Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Box

15., 19., 21., 22., 25., 27. & 30. Januar, jeweils 20 Uhr

24. Januar, 19 Uhr

1., 4. & 5. Februar, jeweils 20 Uhr

Weitere Vorstellungen sind in Planung.

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