Uraufführung // Tanz: THE FOOL - Mark Sieczkarek Company (Wuppertal), Theater im Pumpenhaus Münster

04. + Samstag 05. Mai, 20 Uhr. ----- Ein Wanderer auf schmalem Grat, den Blick himmelwärts gerichtet. Absturzbereit und offen für Neues. So wird er im Tarot meist dargestellt, The Fool, der Narr. Diese Figur hat den schottischen Choreographen Mark Sieczkarek zu seiner jüngsten Arbeit inspiriert.
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Eine Tarot-Karte-The Fool (Der Tor)-ist der Ausganspunkt für dieses neue Stück. Tarot kann als eine Möglichkeit, Einblick und Weisheit zu gewinnen geschen werden. Es wird von vielen Menschen verwendet, um Fragen über Tarot zu machen, nehme ich eine der 78 Karten als Vorlage und als Thema. Der Tor als Figur hat viele verschiedene Aspekte und verschiedene Einstellungen, die je nach Zeit und Künstler visuell dargestellt wird. Wie anderen Tarot karten bildet auch diese Karte einen Teil des Lebens ab. Der Tor…er reist aber ihne zu wissen wohin:“ich suche nach einem Namen, so dass ich mich kenne.ich sehe den Weg nicht, er liegt im Nebel, Meine Füße wissen nicht wohin.“

Die erste Karte in einem Tarot Spiel ist der Tor, über lange Zeit wurde er auch als der Wanderer dargestellt. Er kennt weder Angst, noch leben Weisheit und Erfahrung in seinem Herzen. Er ist erfüllt von der naiven Erkenntnis beschützt zu sein, dass er wenn er seinem Herzen folgt nie Fehler macht. Daher steht diese Karte für Erforschung und Spontaneität, wohin führen scheinbar verrückte Entscheidungen, zu Abenteuer, Erleuchtung und Selbsterkenntnis? Die Karte zeigt oft eine Figur die in die Luft springt oder hüpft, ganz so als ob hier eine neue Reise begonnen werden soll.

Der Choreograph spürt diesem seltsamen Luftgänger in all seinen Facetten mit vier Tänzern nach. Mit der ihm eigenen Spiritualität und Sinnlichkeit. Und einer Eigenschaft, die auch der Mann auf dem Bild besitzt: grenzenloser Offenheit.

Mark Sieczkarek,

1962 im schottischen Inverness geboren, beginnt klassisch: Auf die Ausbildung an der Royal Ballet School in London (1973 bis 1981) folgt ein Engagement am „Scapino Ballet“ für Kinder in Amsterdam. Hier entstehen auch die ersten professionellen Choreographien. Als Tänzer im Kollektiv „Penta Theater“ in Rotterdam (1983 bis 1985) lässt er das Studium hinter sich. Und wird anschließend Protagonist bei Pina Bausch in Wuppertal. Drei prägende Jahre, aber der eigene Schaffensdrang ist stärker. Ab1988 ist er als freischaffender Tänzer und Choreograph tätig, 1998 gründet er die Mark Sieczkarek Company, für die er solo und mit wechselnden Ensembles arbeitet – national und

international erfolgreich. Mit mehr als 30 Choreographien in 20 Jahren sowie etlichen tänzerischen Projekten in Afrika, Südamerika und Europa zählt Sieczkarek zu den produktivsten und bemerkenswertesten Tanz-Künstlern seiner Generation. Er ist Träger des Förderpreises des Landes Nordrhein Westfalen (1996) und des Wolfgang-Max-Faust- Preises (1999).

Mark Sieczkarek lässt sich als Choreograph keiner Schule und Schublade zuordnen. Die Stationen, klassische Ballettausbildung, Jahre als Tänzer bei Pina Bausch, Arbeiten an der Folkwangschule, sind als Sedimente der Erfahrung vorhanden. Aber auf der Bühne nicht offensichtlich. Sieczkarek hat mit fast jedem Stück eine neue Richtung eingeschlagen. Und in allen Phasen flossen die professionellen und persönlichen Prägungen dabei zusammen.

Sieczkarek hat stets klare Bilder im Kopf, aber er ist kein Konzeptarbeiter, am liebsten kommt er so pur wie möglich auf die Probe. Er setzt den Tänzern – und dem Publikum – keine Themen vor, sondern bleibt deutungsoffen, mehrbödig. Doch der Zwang, sich fortwährend neu erfinden zu müssen, hat helle und dunkle Seiten. Sein Bewegungsvokabular ist so oder so fortwährend gewachsen. In den Choreographien hat Mark Sieczkarek mittlerweile zu einer vollkommenen Konzentration gefunden. Er schafft Tanz. Wo die meisten Choreographen Prosa auf die Bühne bringen, ist Sieczkarek einer der seltenen Poeten.

Choreografie Mark Sieczkarek

Bühnenbild Nouri Rahioui

Bühnenbildassistenz Herbert Otten

Kostüme Sigrid Lachnitt, Mark Sieczkarek

Lichtdesing Jens Piske

Projektleitung Mark Sieczkarek

Tanz Elena Friso, Ricardo Gregianin, Tsutomu Ozeki, Kim Sokolowski

Produktion Mark Sieczkarek Company

Koproduktion Theater im Pumpenhaus, Ringlockschuppen Mülheim an der Ruhr

Förderer Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, Kulturbüro Wuppertal

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