Uraufführung: VIER STERN STUNDEN von DANIEL GLATTAUER - Theater in der Josefstadt Wien

Premiere, Donnerstag, 13. September, 19.30 Uhr, Kammerspiele der Josefstadt

Das Kurhotel Reichenshoffer ist seit vier Generationen in Familienbesitz. Urgroßvater, Großvater und Vater Reichenshoffer haben höchste Maßstäbe für höchste Ansprüche gesetzt. Kultur und Tradition wurden in diesem Haus mit seinem tadellosen Ruf immer großgeschrieben. Die Stammgäste des altehrwürdigen Hotels sind mit den Hoteliers ehrwürdig gealtert. Das Etablissement erfreut sich nach wie vor an regem Besucher-Zustrom, wenn auch mehr von Alt als von Jung.
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(c) Jan Frankl

Gerade das von der Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit der Zeit verschonte Flair des Hauses wird hochgeschätzt. Doch dass der Glanz des vergangenen Jahrhunderts langsam abbröckelt, lässt sich nicht mehr leugnen. Ein Vierstern-Betrieb, dem man einen Stern besonders deutlich ansieht: den fehlenden fünften. Und der wird für den Juniorchef auch weiterhin nur in der Ferne leuchten.

Das kulturelle Erbe seiner Urväter lastet schwer auf des Juniors Schultern. Seine Interessen gehen eher in die sportliche Richtung, bei Fußballübertragungen blüht er förmlich auf. Mit elitärer Kunst hat er nicht viel am Hut. Doch ob er will oder nicht: Er steht in den viel zu großen Fußstapfen seiner Ahnen und muss die seit Jahrzehnten bei den Gästen beliebten Sternstunden weiterführen. Zu diesen Highlights werden seit jeher prominente Persönlichkeiten geladen und dem erlauchten Publikum vorgestellt, Starautor Professor Frederic Trömerbusch wird erwartet.

Ein charismatischer Schriftsteller, eine geheimnisvolle Verschleierte, eine gestresste Kulturreferentin und ein überforderter Hotelier. Und irgendwo versteckt sich da noch eine Bloggerin, die für Turbulenzen sorgt. Daniel Glattauers verwickelte Geschichte im noblen Kur-Ambiente spielt mit aktuellen Reizthemen und stellt die Frage nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns im Hier und Jetzt. Und wie es sich in der Komödie gehört, finden jene, die sich anfangs leidenschaftlich bekämpfen, am Ende zueinander.

Die Entzauberung, das ist bloß die beginnende Einsicht, die Rückkehr zur Wirklichkeit. Sie mag schmerzvoll sein, aber sie bringt die Heilung. Die Verzauberung, das ist die Verblendung, das wahre Übel. Verzaubert zu werden – das ist furchtbar. Man ist nicht mehr man selbst. Glauben Sie mir, Frau Brem, ich weiß es. Ich bin verzaubert worden.

Regie: Michael Kreihsl
Bühnenbild: Ece Anisoglu
Kostüme: Birgit Hutter
Dramaturgie: Silke Ofner

Mit:
Dominic Oley (David-Christian Reichenshoffer, Juniorchef des Hotels)
Susa Meyer (Mariella Brem, Kulturjournalistin)
August Zirner (Frederic Trömerbusch, ein berühmter Autor, ca. 60 Jahre)
Martina Ebm (Lisa, seine Freundin, ca. 30 Jahre)

Das Buch erscheint zeitgleich im Deuticke Verlag.
Daniel Glattauer wird es am 14. September ab 18:00 Uhr im Buffet der Kammerspiele signieren.

 
 

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