Urauffürung: DRACULA nach Motiven aus dem Roman von Bram Stoker am Oldenburgischen Staatstheater

Premiere Samstag, 03. Oktober 2015, um 20 Uhr im Kleinen Haus. -----Mitten im Sturm des Jahrhunderts strauchelt vor der Küste Englands ein Schiff über die peitschende See. Seine Takelage ist zerrissen und die Mannschaft scheint die Kontrolle verloren zu haben. Das Boot droht an den Klippen zu zerschellen.
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Doch als die Küstenwächter schon alle Hoffnung auf Rettung verloren haben, steuert der Kahn wie von Geisterhand gelenkt auf den Hafen zu und stößt mit voller Wucht, doch sicher in den Sand des Piers. Ein Wunder ist geschehen. Aber als das Schiff betreten wird, findet man es verlassen vor. Das einzige Zeichen menschlichen Lebens an Bord ist die Leiche des Kapitäns – an das Steuerrad gefesselt, die Hände umklammern ein Kruzifix. Ansonsten scheint dieses Geisterschiff leer. Doch in seinen Lagerräumen lauert mehr Unheil, als die harmlosen Kisten mit rumänischer Heimaterde vermuten lassen …

Vlad III. Draculae, Vlad Tepes, der Pfähler, Graf Dracula – das Grauen, welches seit Hunderten von Jahren in den Bergen Transsilvaniens vermutet wird, hat beinahe so viele Namen, wie es Bücher darüber gibt. Das bekannteste von ihnen, Bram Stokers ,Dracula‘, hat sich im 20. Jahrhundert in unser kollektives Gedächtnis bis tief hinein in die Breiten der Popkultur gefressen. Vampire sind hip seit Max Schreck! Und das beweisen nicht nur die trivialen Buchreihen, die in den vergangenen Jahren die Bestsellerlisten eroberten, sondern auch klug gemachte Kinoproduktionen wie jüngst Jim Jarmuschs ,Only lovers left alive‘.

Passend hierzu baut Regisseur Robert Gerloff, im Todesjahr von Christopher Lee, eine rasante und zugleich geistreiche Parodie über die literarischen und popkulturellen Auswüchse des Mythos einer Chimäre zwischen Mensch, Tier und Dämon.

Den Dekadenz-Romanen der Jahrhundertwende entsprungen, verkörpern diese Wesen immer noch die Angst der zivilisierten Welt vor der Entfesselung der dionysischen Kräfte. Sie schlummern in einem jeden von uns und ein kleiner Van Helsing in unseren Köpfen versucht täglich von Neuem, sie zu pfählen. Denn wehe, wenn sie losgelassen: Der Untergang des Abendlandes stünde bevor!

in einer Bühnenfassung von Robert Gerloff und Jonas Hennicke

Regie: Robert Gerloff; Bühne: Maximilian Lindner; Kostüme: Johanna Hlawica; Musik: Xell; Licht: Sofie Thyssen; Dramaturgie: Jonas Hennicke

Mit: Lisa Jopt, Agnes Kammerer; Thomas Birklein, Alex Friedland, Johannes Lange, Maximilian Pekrul

Die nächsten Vorstellungen: Do 08., Sa 17. Oktober

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