Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: „ bodyRealities – cityCodes“ der DIN A 13 tanzcompany in KölnUraufführung: „ bodyRealities – cityCodes“ der DIN A 13 tanzcompany in KölnUraufführung: „...

Uraufführung: „ bodyRealities – cityCodes“ der DIN A 13 tanzcompany in Köln

15./16./17. September 2017, Tanzfaktur Köln, Siegburgerstraße 233W-235, 50679 Köln. -----

Das künstlerische Team der DIN A 13 tanzcompany geht in der zweijährigen Tanz-/Videokunstproduktion bodyRealities der Frage nach, welchen Einfluss Orte, Landschaften und Schauplätze persönlicher Erlebnisse für das individuelle Körpergedächtnis haben und in welcher Weise sich diese Orte in der Körperbewegung widerspiegeln.

 

Die DIN A 13 tanzcompany zählt zu den weltweit führenden mixed-abled Tanzensembles. Die neue Produktion „bodyRealities – CityCodes“ beschäftigt sich mit den vielschichtigen Strukturen dieser Stadt und ihrer Bewohner.

 

Der Körper ist ein lebendiges Zeichen seiner Kultur, sowie seines örtlichen und architektonischen Lebensraumes. Was immer wir mit unserem Körper tun, welche Einstellung wir zu ihm haben, wie wir ihn bewerten, empfinden und welche Bedeutung wir dem Körper zuschreiben, all das ist geprägt von der Gesellschaft und der Kultur, in der wir leben.

 

Zusammen mit den Medienautoren Miriam Jakobs und Gerhard Schick spürte die Choreographin Gerda König diesen Zusammenhängen bereits im Jahr 2016 in Sri Lanka nach.

 

Nun führte die Recherche das künstlerische Team in die afrikanische Metropole Accra in Ghana. In den urbanen Räumen der Großstadt finden sie ländliche Strukturen, in informalen Siedlungen mit eigener Verwaltung organisiert. Diese Slumsiedlungen ziehen sich immer wieder entlang eines Flusses, einer Bahnschiene oder auch entlang einer Straße von Hochhäusern, wo Werte und Produkte der Globalisierung hinter geleckten Glasfenstern für einen Großteil der Bevölkerung unerreichbar scheinen. Der Versuch, Stadt und Menschen zu verstehen, führt unweigerlich zur Auseinandersetzung mit vergangener und moderner Sklaverei, den Folgen von Kolonialisierung und Globalisierung. Accra ist ein Schmelztigel aus Vergangenheit und Gegenwart, unterschiedlichsten ethnischen Gruppen, Sprachen und Kulturen.

 

Hintergrund

Die Soziologie des Körpers beschäftigt sich, als junges Teilgebiet der Soziologie, mit der wechselseitigen Durchdringung von Körper und Gesellschaft.

 

Der Körper ist zwar Teil der Natur und als solcher ihren Gesetzen unterworfen, doch unterscheidet sich die Art und Weise, wie diese natürliche Seite des Körpers wahrgenommen, bewertet und gelebt wird, je nach Epoche, Kultur und Gesellschaft. Das grundlegende Ziel der Soziologie des Körpers besteht darin, herauszuarbeiten, wie der menschliche Körper als gesellschaftliches Phänomen zu verstehen ist. Dabei untersucht sie Prozesse, in denen der Körper zum Produkt und Produzenten von Gesellschaft wird und setzt sich mit der gegenseitigen Bedingtheit jener Mechanismen auseinander, die einerseits auf den Körper einwirken und ihn so zu einem sozialen Phänomen machen und die andererseits Sozialität durch körperliche Praktiken und Empfindungen herstellen.

 

Künstlerische Ltg./Choreographie: Gerda König

Filmautoren: Miriam Jakobs, Gerhard Schick

 

Tänzer: Mark Nii Lomo Lomotey, Alfred Quarshie

 

Musik: Edward Ayikoe

Kostüme: Ellen Afriyie Anim

Bühnenbild: n.b.

Licht: Gerd Weidig

Dramaturgie: Anika Bendel

Videotechnik: n.b. (Bühnenstück)

 

Produktionsassistenz in Ghana: Michael Oppong Takyi

Produktionsassistenz in Deutschland: Anna-Rebecca Thomas

Produktionsleitung: Anika Bendel

 

Eine Produktion von VisAbility e.V., in Kooperation mit DIN A 13 tanzcompany und Tanzfaktur Köln.

 

Gefördert durch Landschaftsverband Rheinland, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Stadt Köln, Kunststiftung NRW, Kämpgen Stiftung, Lichtken Stiftung, Goethe-Institut Accra und iDAS nrw.

 

Tickets: Reservierungen info@tanzfaktur.eu / 0221 222 00 583

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑