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Uraufführung: „Die Mittagsfrau“ von Julia Franck, Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Premiere am 1. Mai, 19.30 Uhr im großen Haus. -----

"Die Mittagsfrau" erzählt die Geschichte der jungen Helene, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bautzen als Tochter eines angesehenen Unternehmers und einer jüdischen Mutter eine äußerlich gutbürgerliche Kindheit verlebt, in den zwanziger Jahren mit ihrer Schwester nach Berlin geht, wo sie als Krankenschwester arbeitet , die Liebe ihres Lebens findet und diese tragisch wieder verliert.

In ihrer Verzweiflung heiratet sie später einen anderen, der ihr falsche Papiere besorgt, was ihr in Nazideutschland wahrscheinlich das Leben gerettet hat. Helene, die sich nun Alice nennen muss, folgt ihm nach Stettin, wo sie einen Sohn bekommt. Der Mann verlässt sie, aber dem Leben als berufstätige Mutter in kriegswirren Zeiten ist Helene kaum gewachsen. Schließlich trifft sie eine unglaubliche Entscheidung: Sie verlässt ihren Sohn.

 

Inspiriert wurde die Autorin vom Schicksal ihres eigenen Vaters, der 1945 genau wie der kleine Peter im Roman als Achtjähriger von seiner Mutter auf einem Bahnhof zurückgelassen wurde und der später als Erwachsener nicht darüber sprechen wollte. Warum tut eine Mutter so etwas?

 

Die sorbische Legende besagt, dass den Menschen, die an den sommerlichen Erntetagen zur Mittagszeit arbeiten, die Mittagsfrau erscheint, sie um den Verstand bringt und ihnen mit einer Sichel den Kopf abschneidet . Nur wenn man ihr eine Stunde lang von der Verarbeitung des Flachses erzählt, verliert sie ihre Macht. Nun erzählt Julia Franck keineswegs über die Herstellung von Flachs, sondern vom Verhängnis des Schweigens. Sie spinnt einen Erzählfaden über den Entwicklungsweg Helenes und verhindert damit, dass die Sichel des Vorurteils an den Hals der vermeintlichen "Rabenmutter" gesetzt wird.

 

"Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche". So begründete die Jury die Vergabe des Deutschen Buchpreises 2007 an Julia Franck für ihren Roman „Die Mittagsfrau“.

 

Am 1. Mai 2013 erlebt eine eigens für Bautzen entstandene Bühnenfassung des Romans von Eveline Günther und Beatrix Schwarzbach ihre Uraufführung. Die Rolle der Helene wird von Lilli Jung gespielt.

 

Regie: Beatrix Schwarzbach a.G.;

Ausstattung: Katharina Lorenz a.G.;

Dramaturgie: Eveline Günther;

Musik/Sounds: Tasso Schille

 

Darsteller: Lilli Jung (Helene), Mirko Brankatschk, Marian Bulang, István Kobjela, Jonas Lauenstein , Anna Marie Lehmann, Michael Lorenz a.G., Marie Luise Müller, Oda Pretzschner a.G., Therese Thomaschke sowie Jerome-Darian Hennersdorf / Fabian Haase als Peter

 

30 Minuten vor jeder Vorstellung wird es eine Stückeinführung im Ostfoyer geben.

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