Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
URAUFFÜHRUNG: "MONDKREISLÄUFER" von Jürg Halter - Theater BernURAUFFÜHRUNG: "MONDKREISLÄUFER" von Jürg Halter - Theater BernURAUFFÜHRUNG:...

URAUFFÜHRUNG: "MONDKREISLÄUFER" von Jürg Halter - Theater Bern

Premiere 10. September 2016, 19:30 Uhr, Vidmar 2. -----

Jürg Halters erster Text für das Theater entführt in bisher unbekanntes Gebiet zwischen Vernunft und Wahnsinn. Verschiedene Stimmen umkreisen den Kern der Sehnsucht nach einem Zuhause, suchen eine Mutter, lagern in Wortkaskaden den Verstand aus und lassen sich von einem grünen Teppich ins Paradies führen.

In mindestens vier Akten treiben vier Figuren durch die Dramen von Verführung,

Unterwerfung, Freiheit und Erlösung. Sie sind Suchende, Verlorene im mondbeschienenen Grenzgebiet. Eine bitterernste Groteske.

 

Es scheint, das Vertrauen in die Freiheit sei dem westlichen Menschen abhandengekommen; es scheint, er befinde sich in einer wachsenden physischen und psychischen Handlungsunfähigkeit; er ist überfordert. Er normiert seinen Körper. Er lagert seinen Verstand aus. Sehnt er sich gar insgeheim nach mehr Kontrolle? Das alte Dilemma zwischen Sicherheit und Freiheit.

 

Kann sich der Mensch überhaupt für das eine oder andere entscheiden? Und wenn nicht, welchen Kräften sieht er sich ausgeliefert? Wem vertraut er sich an ? In vier Akten und in hoch melodiöser Sprachmusik diskutieren und reflektieren sich vier Figuren durch die Dramen von Freiheit, Sicherheit, Kapitalismus und eigenem Wohlstand. Ihre Suche nach sich selbst verläuft auf dem schmalen Grat

zwischen Vernunft und Wahnsinn – doch wer definiert diese Grenze?

 

Jürg Halter arbeitet in allen Genres der Sprache, ist Dichter, Performancekünstler und lyrisches Enfant terrible. Er ist auf den wichtigsten Bühnen der Gegenwartslyrik präsent, seine Gedichte und Musik wurden mehrfach ausgezeichnet. Alles, was Halter veröffentlicht, ist Komposition. Messerscharf gesetzte Intuition. Für KonzertTheater Bern ist er Mastermind und Gastgeber der Anti-Talkshow Die Gegenaufklärung und präsentiert mit Mondkreisläufer seinen ersten Theatertext. Der 36-jährige Schriftsteller, Performer und Musiker hat an der Hochschule der Künste Bern studiert. Er tritt in ganz Europa, in den USA, Afrika, Russland und Japan auf und hat zahlreiche Bücher sowie CDs veröffentlicht. Im August erscheint das Buch «Das 48-Stunden- Gedicht» (Wallstein Verlag): ein Kettengedicht, das er mit dem japanischen Dichter Tanikawa Shuntaro in Tokio geschrieben hat. Das Inszenierungskonzept zu seinem ersten Theaterstück «Mondkreisläufer» hat er mit Cihan Inan entwickelt.

 

Regie und Bühne

Cihan Inan // Geboren 1969 in Burgdorf, Schweiz. Studium der Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften an der Universität Bern. Nach dem Studium arbeitet er zwei Jahre als Regie-Assistent am Theater Freiburg, ab 1999 arbeitet er als freier Regisseur, von 2000-2002 ist Inan als Hausregisseur am Theater Freiburg tätig (Rattenjagd von Peter Turini, Gier von Sarah Kane, Woyzeck von Georg Büchner, Parasiten von Marius von Mayenburg am Stadttheater Bern, u.w.). 2002 beschliesst er den Roman von Nick Cave «Und die Eselin sah den Engel» zu verfilmen. Dieses Unterfangen setzt er 2003 auf eigene Kosten und Dank privater Mittel in der Türkei um. Im selben Jahr wird das abgedrehte Filmmaterial gestohlen und bleibt verschwunden. Danach beginnt er mit der Arbeit am Drehbuch zu «180° – Wenn deine Welt plötzlich Kopf steht» und 2009 mit den Dreharbeiten mit der Produktionsfirma C-Films. 180° kam am 30. September 2010 in die Schweizer Kinos. Spielzeit 2011/2012 war als Chefdramaturg am Theater Neumarkt tätig. Seit 2012 arbeitet er an seinen Filmprojekten mit verschiedenen Filmproduktionsfirmen. Cihan Inan lebt in Berlin und Bern.

 

Inszenierungskonzept Jürg Halter & Cihan Inan

Regie & Bühne Cihan Inan

Kostüme Anouk Bonsma

Dramaturgie Elisabeth Caesar

 

mit Milva Stark, Irina Wrona, Nico Delpy, Gabriel Schneider

 

Weitere Termine 14. Sep (anschliessend Publikumsgespräch mit dem Autor), 22., 28. Sep | 12. Okt | 09., 16. Nov 2016

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑