WAHLVERWANDTSCHAFTEN nach dem Roman von Johann Wolfgang von Goethe im Schauspielhaus Zürich

Premiere: Samstag, 29.9.2018, 20 Uhr, Pfauen

Das Ehepaar Eduard und Charlotte, beide in zweiter Ehe miteinander verheiratet, lädt zwei Gäste ein. Auf der Suche nach freundschaftlicher Ergänzung und Geselligkeit soll der beherrschte, entschlossen handelnde Hauptmann dem eher lustbetonten, schnell gelangweilten Eduard Gesellschaft leisten. Die verträumte, sensible Ottilie darf sich mit der tatkräftigen Charlotte amüsieren. Doch es kommt ganz anders.
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Eduard verliebt sich hemmungslos in Ottilie und der Hauptmann und Charlotte kommen sich ebenfalls gefährlich nah. In einer letzten Liebesnacht zeugt das Ehepaar Charlotte und Eduard einen Sohn, beide denken sich aber jeweils in die Arme ihrer Geliebten. Ein vernünftiges Arrangement wird gesucht. Obwohl alle Beteiligten offen ihre Argumente
tauschen und vorgeben, entscheidungsfähig zu sein, kommt es zur tödlichen Katastrophe; nur eines der Paare überlebt.

In Goethes rätselhaftem, 1809 veröffentlichten Roman „Die Wahlverwandtschaften“ wendet er ein chemisches Experiment der damaligen Zeit auf menschliche Beziehungen an: Was geschieht, wenn bestimmte Stoffe eine so starke Affinität zueinander aufweisen, dass sie eine neue Verbindung eingehen müssen? Gibt es Selbstbestimmung und individuelle Freiheit oder folgen wir Menschen einer höheren Naturgewalt, die starke Zweifel an unserer empfundenen Autonomie aufkommen lassen? Mit diesem Text wirft der Künstler und Lebensforscher Goethe einen radikal modernen Blick auf den Menschen, seinen Umgang mit sich selbst und mit der Natur.

Felicitas Brucker, 1974 in Stuttgart geboren, studierte Theaterwissen-schaften, Kommunikationswissenschaften und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Während ihres Regiestu-diums am Goldsmith College der University of London entstanden erste eigene Projekte. Bisher inszenierte sie u. a. an den Münchner Kammerspielen, am Theater Freiburg, am Schauspiel Hannover, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Schauspielhaus Wien und am Theater Basel. Sie interessiert sich für vielschichtige Psychogramme von Figuren, die immer auch gesellschaftliche Zustände widerspiegeln. „Wahlverwandtschaften“ ist ihre erste Inszenierung am Schauspielhaus Zürich.

WAHLVERWANDTSCHAFTEN
nach dem Roman von Johann Wolfgang von Goethe

Regie Felicitas Brucker
Bühne Viva Schudt
Kostüme Sara Schwartz
Musik Marcel Blatti
Licht Christoph Kunz
Dramaturgie Viola Hasselberg

Charlotte Julia Kreusch
Ottilie Elisa Plüss
Eduard Matthias Neukirch
Otto Hans Kremer

Weitere Vorstellungen im Pfauen
1./9./11./19. und 29. Oktober, jeweils 20 Uhr 7. und 14. Oktober, 19 Uhr 2. November, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen sind in Planung.

Mehr als Zuschauen / Rahmenprogramm zu „Wahlverwandtschaften“

Inszenierungseinblick
Bereits vor der Premiere haben Interessierte die Gelegenheit, die neue Inszenierung kennenzulernen. 17. September, 19:00–20:30, Treffpunkt Schiffbau/Foyer, Eintritt frei

Theater im Gespräch zu „Wahlverwandtschaften“ & „Liebe Grüsse …
oder Wohin das Leben fällt“ Moderierte Gesprächsrunde, um eigene Beobachtungen auszutauschen, Insze-nierungsansätze zu vergleichen und Fragen zu stellen.
6. November, 19:00–20:30, Treffpunkt Schiffbau/Foyer

Backstage-Pass für VeranstalterInnen von Single-Events
Das Schauspielhaus lädt ausgewählte Berufsgruppen ein, Mitarbeitende des Theaters an ihren Arbeitsplätzen unter, über, neben und auf der Bühne zu treffen, hinter die Kulissen des historischen Pfauen zu blicken und im Anschluss eine Vorstellung zu geniessen.
11. Oktober, 18:00, Treffpunkt Pfauen/Foyer, Eintritt frei

Bild: Johann Wolfgang von Goethe

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