„Wilhem Tell“ von Friedrich Schiller im Passionstheater Oberammergau

Premiere 6. Juli 2018 | Weitere Vorstellungen: 7./20./21. Juli und 3./4./10./11. August 2018 - 20 Uhr

Auch in diesem Sommer inszeniert Christian Stückl ein Theaterstück im Passionstheater Oberammergau. Mit „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller nähert man sich dem Mythos vom gerechten Widerstandskämpfer Tell. Der Mythos wurde seit seiner Entstehung von unterschiedlichsten Parteien in Anspruch genommen und von rechts wie links propagandistisch instrumentalisiert. Apfelschuss, Rütlischwur und das Pathos vom Freiheitskampf täuschen leicht über die Brisanz der Frage nach einem Recht auf Tyrannenmord hinweg: dass dieses Recht stark von der Perspektive abhängt, dass es Terrorismus wie Freiheitskampf bedeuten, Heldentaten auszeichnen oder Attentate befördern kann. Was bedeutet der Mythos vom Widerstandskämpfer Wilhelm Tell heute?
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Christian Stückl, (c) Gabriela Neeb

Das Stück
Wilhelm Tell lebt zunächst weltabgewandt mit Frau und Kindern im Herzen der Alpen. Politik interessiert ihn nicht. Als der habsburgische Landvogt Gessler einen Hut auf eine Stange steckt und den Untertanen befiehlt, diesen jedes Mal zu grüßen, wenn sie an ihm vorübergehen, verweigert Tell dies und wird daraufhin von Gesslers Soldaten verhaftet. Gessler zwingt Tell, einen Apfel vom Kopf des eigenen Kindes zu schießen, nur dann kann er auf Gnade und Freilassung hoffen. Tell trifft. Gessler aber lässt ihn in fesseln, um ihn einzukerkern.

Zeitgleich versammeln sich Vertreter aus Uri, Unterwalden und Schwyz. Bauern, und der greise Urner Walter Fürst verbünden sich zur Vorbereitung eines gemeinsamen Aufstandes ihrer Kantone. Sie vereinigen sich gegen die Ungerechtigkeit und den Machtmissbrauch des Landvogts.

Tell aber kann seinen Häschern entkommen. Bei Küssnacht lauert er Gessler auf und ermordet ihn, um so dessen teuflischem Treiben ein Ende zu setzten. Das Volk strömt herbei und bejubelt Tells Tat. Als unpolitischer Selbsthelfer vollbringt er so die politisch ausschlaggebende Tat und ebnet den Weg für den Erfolg der Eidgenossen.

Friedrich Schiller löste mit seinem Drama Begeisterung aus. Die Gestalt des wackeren Armbrustschützen wurde zur Symbolgestalt für gerechten Widerstand stilisiert. Aber wer ist der Meisterschütze Tell? Ein Freiheitskampfer, ein Individualist oder doch nur ein Mörder? Was ist Gerechtigkeit und kann der Einzelne sein Schicksal überhaupt in die eignen Hände nehmen?

Der Ort
Wohl an keinem Ort der Welt hat sich eine fast 400 jährige Theatertradition so kontinuierlich erhalten wie in Oberammergau. Wer den Namen Oberammergau hört, verbindet ihn meist mit
seinem Passionsspiel. Doch schon im 18. Jahrhundert haben die Oberammergauer auch in den Jahren zwischen den Passionsspielen große biblische Geschichten auf die Bühne gebracht. An diese Tradition hat Christian Stückl 2005 mit einer Aufführung des Schauspiels König David angeknüpft und diese 2007 – mit dem Schauspiel Jeremias von Stefan Zweig – fortgeführt. Im Juli 2011, ein Jahr nach dem Passionsspiel, zeigten die Oberammergauer u.a. Joseph und seine Brüder nach dem Roman von Thomas Mann, ein Jahr später Antonius und Cleopatra  von William Shakespeare. 2013 und 2014 wurde Moses von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel auf der Bühne gezeigt.

Regie                 Christian Stückl
Bühne und Kostüme         Stefan Hageneier
Musik                Markus Zwink

Besetzung
Hermann Gessler, Reichsvogt in Schwyz und Uri         Andreas Richter
Werner, Freiherr von Attinghausen, Bannerherr        Peter Stückl
Ulrich von Rudenz, sein Neffe                Martin Güntner
Werner Stauffacher                        Frederik Mayet
Gertrud, Stauffachers Tochter                Regina Raggl
Kunz von Gersau                        Thomas Müller
Walther Fürst                            Anton Preisinger
Wilhelm Tell                            Rochus Rückel
Hedwig, Tells Gattin, Fürsts Tochter                Sophie Schuster
Walter, Tells Sohn                        Johannes Maderspacher
Rösselmann, der Pfarrer                     Walter Rutz
Ruodi, der Fischer                        Kilian Clauss
Arnold vom Melchtal                        Cengiz Görür
Meier von Sarnen                        Mathias Müller
Konrad Baumgarten                        Sebastian Dörfler
Berta von Bruneck, eine reiche Erbin            Eva Reiser
Friesshardt                            Florian Maderspacher
Rudolf der Harras, Gesslers Stallmeister            Dima Schneider
Johannes Parricida, Herzog von Schwaben            Abdullah Karaca

Und weitere Soldaten, Volk, Chor des Passionstheaters und Orchester

Premiere am 6. Juli 2016
7./20./21. Juli und 3./4./10./11. August 2018 | 20 Uhr
Preise: 49 Euro / 39 Euro / 29 Euro / 19 Euro

Karten
Kartentelefon        08822/945 88 88
Kartenfax        08822/945 88 89
Online unter        www.passionstheater.de

Weitere Vorverkaufsstellen
www.muenchenticket.de | 089/54 81 81 81
und an allen bekannten Vorverkaufsstellen zzgl. VVK-Gebühr

Bustransferservice München - Oberammergau und zurück
Auch in diesem Jahr gibt es einen Shuttlebus von München nach Oberammergau und zurück.

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