Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Wolfgang A. Mozarts "La clemenza di Tito", Bayerische Staatsoper MünchenWolfgang A. Mozarts "La clemenza di Tito", Bayerische Staatsoper MünchenWolfgang A. Mozarts "La...

Wolfgang A. Mozarts "La clemenza di Tito", Bayerische Staatsoper München

Premiere Montag, 10. Februar 2014, 19.00 Uhr. -----

Mozarts letzte Oper war die kurzfristige Auftragsarbeit zur Krönung von Kaiser Leopold II. zum König von Böhmen. Der Zeitdruck zwingt den Freigeist Mozart 1791 zum Rückgriff auf einen Stoff alter Couleur: Metastasios bereits dutzendfach auf die Opernbühne gebrachte Geschichte um den römischen Kaiser Titus diente stets zugleich der Huldigung eines Mächtigen als auch der Anmahnung eines idealen Herrschens im Sinne der Vernunft.

Mozart gewinnt der überholten Gattung der opera seria ein eigenes Profil ab und zeichnet einmal mehr eine Studie über die komplizierte Mechanik menschlicher Gefühle.

 

Mit der Premiere von Wolfgang A. Mozarts La clemenza di Tito gibt Jan Bosse sein Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper. Der aus Stuttgart stammende Regisseur inszeniert mit Mozarts markantem Spätwerk die vierte Oper seiner Karriere.

 

Bosse stellt in Frage, wie selbstverständlich die titelgebende Milde des Kaisers ist, die ja auch als Ausdruck der absoluten Macht gelesen werden kann. „(O)b es Sehnsucht nach Absolution nach seinen vorangegangen Kriegszügen oder ob es nur ein politisches Konzept ist, lässt sich nicht eindeutig sagen (…). Die Uneindeutigkeit verweist auf eine zerrissene Herrschergestalt, Stichwort: Überforderung. Und hier wären wir wirklich bei einem modernen, aktuellen Politikthema. Was geschieht mit Macht unter Druck?“, so Bosse in der neuen Ausgabe von MAX JOSEPH.

 

Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht Kirill Petrenko in seiner zweiten Premiere als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Petrenko wird mit dieser Produktion erstmals nach einer siebenjährigen Pause wieder ein Werk des Salzburger Komponisten leiten. Die lettische Sopranistin Kristīne Opolais, die mit ihrem Einspringen als Rusalka in der ersten Premiere der Saison 2010/11 ihren internationalen Durchbruch feierte, gibt als machtbewusste und berechnende Vitellia ihr Rollendebüt. Toby Spence, zuletzt an der Bayerischen Staatsoper als Tamino in Mozarts Die Zauberflöte, singt die Titelpartie. Die übrigen Rollen sind mit Ensemblemitgliedern besetzt: Tara Erraught übernimmt die Partie des Sesto, Angela Brower gibt den Annio und Hanna-Elisabeth Müller die Servilia.

 

Vorstellungen

Mittwoch, 12. Februar 2014, 19.30 Uhr

Samstag, 15. Februar 2014, 19.00 Uhr

Donnerstag, 20. Februar 2014, 19.00 Uhr

Sonntag, 23. Februar 2014, 19.00 Uhr

Mittwoch, 26. Februar 2014, 19.00 Uhr

Nationaltheater

 

Uraufführung: 6. September 1791, Gräflich Nostitzsches Nationaltheater Prag

Münchner Erstaufführung: 10. Februar 1801, Cuvilliés-Theater

Letzte Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper: 29. Mai 1999, Nationaltheater (Musikalische Leitung: Ivor Bolton, Inszenierung: Martin Duncan)

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑