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Zwei Premieren im Theater Bielefeld

BRASSED OFF – MIT PAUKEN UND TROMPETEN von Paul Allen / Mark Herman, PREMIERE 21.01.2011, 20:00 Uhr, Stadttheater

und

UNFUN von Matias Faldbakken

PREMIERE 22.01., 19:30 Uhr, TAMzwei

 

BRASSED OFF – MIT PAUKEN UND TROMPETEN von Paul Allen / Mark Herman

 

Inszenierung Michael Heicks Bühne und Kostüme Timo Dentler, Okarina Peter Musik Willi Budde Dramaturgie Bernhard Krebs Mit Oliver Baierl, Georg Böhm, Lukas Graser, Christina Huckle, Nicole Paul, Hannah von Peinen, Carmen Priego, Thomas Wehling, Thomas Wolff, John Wesley Zielmann

 

In Grimley, im nordenglischen Kohlerevier, wütet ein gnadenloser Strukturwandel. Die Zechen schließen und mit ihnen alle anderen Geschäfte und Betriebe. Die Kohlearbeiter und ihre Familien sind mut- und hoffnungslos. Die Untergangsstimmung erfasst alle Lebensbereiche der Arbeiter: Ehen drohen zu scheitern, Familien zu zerbrechen, und auch

die Bergarbeiterkapelle steht kurz vor der Auflösung. Wenn es den energischen Dirigenten Danny nicht gäbe, für den es nur ein Ziel gibt: das Finale der nationalen Brass-Band-Ausscheidungen in der Royal Albert Hall in London. Egal, ob es die Zeche dann noch gibt.

Also probt die Grubenkapelle Grimley Colliery weiter und bekommt mit Gloria Mullins eine unverhoffte Verstärkung. Die Frage ist nur, warum taucht sie nach so vielen Jahren ausgerechnet jetzt wieder in Grimley auf? Hat sie etwas mit der bevorstehenden Grubenschließung zu tun?

Es gibt aber noch andere Probleme, die vielleicht nicht so gravierend sind wie der Existenzkampf, die aber für die Band existentiell sind: Phil fällt permanent die Posaune auseinander und eine neue kann er sich eigentlich nicht leisten, Jim und Harry wollen gerne den Bandbeitrag einsparen, weil ihre Frauen Vera und Rita es so wollen, und Andy hat

schon wieder sein Horn beim Poolbillard verzockt. Aber die Band hat Tradition, wurde 1881 gegründet, hat schon zwei Weltkriege und noch ganz andere Katastrophen überlebt …

 

PREMIERE 21.01., 20:00 Uhr, Stadttheater

 

UNFUN

Matias Faldbakken

 

Inszenierung Felix Rothenhäusler Bühne und Kostüme Katja Reetz Musik Matthias Krieg, Dramaturgie Claudia Lowin

Mit Johannes Lehmann, Charlotte Puder

 

»Unfun«, zu deutsch »unangenehm«, ist der dritte und letzte Teil der Skandinavischen Misantropie des norwegischen Schriftstellers und bildenden Künstlers Matias Faldbakken. Mit seiner Trilogie The Cocka-Hola-Company, Macht und Rebel und Unfun beschreibt er das Bild einer Gesellschaft, in welcher Realität und Illusion, Sex und Liebe, Individualität und Massenkonsum nicht mehr zu unterscheiden sind.

 

Mit Unfun erzählt Faldbakken eine verstörende Geschichte aus dem Untergrund europäischer Großstädte und entwirft einen Amoklauf gegen das Establishment. Im Mittelpunkt stehen Lucy, afrikanischskandinavische Anarchistin, und ihr Ex-Mann Slaktus, Fitnessfanatiker und Gewaltintellektueller. Zusammen mit ihren hyperaktiven Zwillingssöhnen – deren ätzendes Lachen jede Moral untergräbt – ist die einstige Familie in ein neues Projekt von Slaktus eingebunden: die Entwicklung des Online Slasher-Games Deathbox. Dieses ist nicht nur von Horrorfilmen aus den ¬70er Jahren inspiriert, sondern auch von Joseph Conrads Klassiker Herz der Finsternis. Das Spiel bildet den Hintergrund für ein groteskes Familiendrama. Lucy ist Opfer und Heldin zugleich, und sie hat nichts mehr zu verlieren.

 

Mit Unfun entwirft Matias Faldbakken eine Gewaltgroteske, in der Trash und Popkultur mit den drängenden und meist unbeantworteten Fragen der Moderne unentwirrbar verknüpft werden. Wenn jemand von sich behaupten kann, Punk in Literatur transformiert zu haben, dann Matias Faldbakken.

 

PREMIERE 22.01., 19:30 Uhr, TAMzwei

 

 

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