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Zwei Schauspielpremieren im Theater Osnabrück

"Leonce und Lena" von Georg Büchner, 18.5.2012 , 19.30 Uhr emma-theater

und

"Drei Schwestern" von Anton Tschechow, 20.5.2012, 19.30 Uhr Theater am Domhof

 

 

Leonce und Lena von Georg Büchner

 

Der melancholische Prinz Leonce vom Königreiche Popo soll mit der ihm unbekannten Prinzessin Lena verheiratet werden. Leonce will jedoch weder heiraten noch König werden und auch Prinzessin Lena sträubt sich gegen die Zwangsheirat. So machen sich beide – unabhängig voneinander – auf die Flucht nach Italien und treffen sich unterwegs. Sie verlieben sich ineinander und kehren, ohne zu wissen, mit wem sie sich eingelassen haben, nach Popo zurück, um zu heiraten. Dort fallen die Masken und das junge Paar merkt plötzlich: Es ist betrogen. Sie sind genau in dem Leben gelandet, dem sie entfliehen wollten. Mit seinem lustigen wie wortgewaltigen Märchenspiel von 1836 protestiert Georg Büchner virtuos gegen vorgefertigte, einschränkende Lebens- und Gesellschaftsentwürfe.

 

Jan Jochymski inszenierte u.a. am Schauspiel Leipzig, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Theater Magdeburg, wo er als Schauspieldirektor tätig ist. Mit Leonce und Lena stellt er sich nun dem Osnabrücker Publikum vor.

 

***

 

"Drei Schwestern" von Anton Tschechow

 

Ein Jahr ist vergangen seit General Prosorow gestorben ist und seine vier Kinder Olga, Mascha, Andrej und Irina allein in der Provinzstadt zurückblieben, in die Prosorow vor elf Jahren versetzt wurde. Zurück nach Moskau – jetzt wäre der Weg frei! Im Salon der Prosorows verkehrt das in der Kleinstadt stationierte Militär: Baron Tusenbach und Hauptmann Soljony lieben beide Irina, die Jüngste, die unglücklich verheiratete Mascha beginnt eine Affäre mit dem Oberst Werschinin, Olga arbeitet bis zur Erschöpfung als Lehrerin und Andrej versucht, in der Blitzhochzeit mit Dorfschönheit Natascha sein Glück zu finden. Arbeit, Liebe, Ideale: Was füllt unser Leben mit Sinn? Geschrieben um 1900, beschreibt Tschechow in Drei Schwestern die zeitlose Sehnsucht des Individuums nach einem glücklichen Leben: „Unsere Stadt existiert seit zweihundert Jahren, sie hat hunderttausend Einwohner, und nicht einer, der nicht genauso wäre wie alle anderen…“

 

Regie führt Annette Pullen, Leitende Schauspielregisseurin am Theater Osnabrück, die bereits in dieser Spielzeit die Uraufführung Eine Stille für Frau Schirakesch von Theresia Walser und Das letzte Feuer von Dea Loher auf die Bühne brachte.

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