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Liebeswirren

Ein Opernstoff im Kleines Haus des Schauspielhauses, kann das gut gehen? Ja, es kann. Können die singen? Ja, sie können (jedenfalls fast alle).

 

Eine halbrunde Bühnenwand aus lauter Tapetentüren, oben, unten, mittig, rechts und links, ein kostbares Intarsienparkett und zwei Cembali reichen als Bühnenausstattung. Ein Orchester gibt es nicht, daher wird die Ouvertüre vom Team auf "pam" a capella…

Kein Glück nirgends

 

Glück, was ist das? Ein mehr oder weniger kurzer Zustand vollkommener Zufriedenheit und Wunschlosigkeit, ein erhebendes Gefühl, das man zu erhaschen und festzuhalten sucht. In "The Happy Living Trilogy" scheinen Stephanie Thierschs Protagonisten jedoch meilenweit vom Glück entfernt.

 

In dem Solo "White Landing", dem ersten Teil der Trilogie, versucht die Tänzerin I-Fen Lin sich schmerzhaft und…

Ein himmlischer Festakt

 

Castor und Pollux sind Zwillingsbrüder, in einer Nacht gezeugt, dieselbe Mutter, zwei verschiedene Väter. Jupiter ist der Vater von Pollux, was diesen zum Halbgott und damit unsterblich macht. Castor dagegen ist ein normaler Sterblicher. Die Brüder sind sich innig zugetan. Beide lieben dieselbe Frau, Télaire, die aber nur Castor liebt und einem Dritten, Lynkeus, versprochen ist. Im Kampf mit…

Der Körper als Objekt

 

Abstrakt, kühl, minimalistisch, von höchster Präzision, mit anstrengendem, technischen Sound und ausgeklügelter Lichtführung, das ist die Gemeinsamkeit beider Stücke des japanischen Choreographen Hiroaki Umeda, die jetzt im Tanzhaus NRW zu sehen waren.

 

Für das Stück "3 isolation" mussten die drei Balletttänzerinnen ihre klassische Ausbildung vergessen und ihren Schwerpunkt von der Spitze auf…

Verfall und Verbrechen

 

St. Petersburg im Jahre 1920. In den Wirren der Revolutionstage herrscht Unsicherheit, Hilflosigkeit und Hunger. Während einige den alten Zeiten nachhängen, andere Haltung zu bewahren, sich zu arrangieren oder in religiösem Erweckungserlebnissen eine Gegenwelt aufzubauen suchen, übernehmen Schieber und Schwarzmarkthändler die Macht; sie sind die großen Profiteure der Umbruchsituation. Gewalt und…

"Exposition universelle" von Rachid Ouramdane im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

 

Ein tickendes Metronom, ein lautsprecherartiges Objekt, eine kreisende Stehlampe, auf einer sich langsam bewegenden Drehscheibe ein pechschwarz geschminkter Mann. Eine Bühne voller technischer Spielereien, aber anders als bei den poetischen Tinguely-Objekten von mechanischer Kühle. Sicherlich geht es dem französischen Choreographen Rachid Ouramdane in seinem Stück "Exposition universelle" nicht…

Von Wünschen, Sehnsüchten und Träumen

 

Die Tänzer in dunklen Kostümen, die Bühne dunkel und leer, der Boden dunkelblau ausgeleuchtet, das ist der Hintergrund auf dem sich der "Lebensweg einer Frau" in Schläpfers Choreographie zum dritten Klavierkonzert von Alfred Schnittke entfaltet. Und dieser Lebensweg hat Höhen und Tiefen. Eine Frau erinnert sich an Begegnungen und Trennungen. Abhängigkeit, Freiheit, Liebe sind Themen dieser…

Unentschlossen

 

Der dänische Hof ist ein güldener Kerker. In seiner Inszenierung des "Hamlet", mit der er zugleich seine Intendanz am Düsseldorfer Schauspielhaus einleitet, lässt Staffan Valdemar Holm die Schauspieler in einem großen leeren Raum - ohne Fenster, ohne Türen - agieren. Dazu gibt es eine ausgeklügelte Choreographie, in der sich die Schauspieler wie Aufziehpuppen auf einem Schachbrett bewegen.

 

Se…

Rasender Stillstand

"Ich bin wie Othello – mein Tagwerk ist vorbei" – soll Richard Wagner auf seinem Sterbebett gesagt haben. Ob diese von seiner Ehefrau Cosima berichtete Geschichte stimmt oder nicht, Tatsache ist, dass es dabei um die Lebensbilanz eines Mannes geht, der der Nachwelt große Werke, vollendete Projekte hinterlassen hat.

Now & Next FORUM im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Wieder einmal konnte der Zuschauer vier sehr unterschiedlichen Positionen des Choreographennachwuchses im Tanzhaus NRW im jüngsten Now und Next kennenlernen.

 

"Die Geschichte vom gar traurigen Feuerzeug" aus dem Kinderbuch Struwwelpeter dient Sanja Tropp Frühwald als Grundlage ihres Stückes "Vanishing Acts # 3". Sie verwendet einzelne Elemente aus dieser Geschichte, z.B. Asche, das Maunzen der…

Ironisches Verwirrspiel

 

Was ist Rolle, was ist Authentizität? In Ben J. Riepes neuem Stück "Untitled: Natura" versuchen die Darsteller den Zuschauer aufs Glatteis zu führen, wenn sie ihn wie in der Vorstellungsrunde einer therapeutischen Gruppensitzung mit Identifikationsproblemen bekannt machen. Selbstverständlich gehört auch das zur Rolle.

 

"Nein, ich bin nicht betrunken" säuselt die Tutu tragende zierliche…

Anderswo ist überall

 

"Dies ist kein Stück über Berlin." so betitelt Constanza Macras à la Magritte gleich zu Anfang ihr Stück "Berlin Elsewhere", mit dem die Spielzeit 2011/12 im Tanzhaus NRW eröffnet wurde. Berlin steht hier als Chiffre für jede moderne Großstadt, denn die widergespiegelten Neurosen lassen sich gewiss auch in anderen Städten finden.

 

Das Stadtleben hat Constanza Macras genau beobachtet, um in…

Tröstung

 

Der Chor auf einem breiten Balkon im Bühnenhintergrund, das Orchester wie üblich im Graben, das Corps de Ballett auf der Bühne: Himmel, Hölle, Erde? Wenn Martin Schläpfer sich für seinen neunten Ballettabend an der Deutschen Oper am Rhein Brahms "Ein Deutsches Requiem" vorgenommen hat, könnte diese Assoziation naheliegen, scheint aber etwas weit hergeholt.

 

Brahms "Requiem" ist keine…

Now & Next im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Das Programmformat "Now und Next" des Tanzhauses NRW bietet den Künstlern die Chance sich zu erproben, sich international und interdisziplinär auszutauschen. Und das Publikum hat die Chance, unterschiedliche Ansätze kennenzulernen. Dass das äußerst spannend und anregend sein kann, zeigte wieder einmal der jetzige Abend.

 

Das Duo mit Irene Schröder und Ursula Nill tanzte - zunächst einzeln, dann…

Gefesselt

Das Licht ist nicht richtig, der Tanzpartner bewegt sich nicht schnell genug, die drei Musiker machen nicht, was sie sollen. Shanell Winlock hat viel zu tun, um die Männer in Gregory Mansons Stück "Southern Comfort" dazu zu bewegen, ihren Anweisungen für die Probe einer Choreographie zu folgen. Ihr ständiges Herumgenörgle und ihren Kommandoton haben sie schnell leid. Anfangs sind die Versuche sich…

Die dunkle Seite des Seins

Renommierte Choreographen empfehlen junge Künstler, das ist die Idee der Reihe "Global Dance Alliances" des Tanzhauses NRW. Dank der diesmaligen Mentoren Gregory Maqoma und Sidi Larbi Cherkaoui wurden die Zuschauer in einem Doppelprogamm mit zwei ausdrucksstarken, südafrikanischen Choreographinnen bekannt gemacht.

 

Sonia Radebe tritt mit einer Grubenlampe, geschickt unter einem mit Geäst…

Vögel, Menschen, Wölfe

 

Vier unterschiedliche Stücke hat Martin Schläpfer für seinen achten Ballettabend an der deutschen Oper am Rhein zusammengestellt. Sein "Streichquarett" von 2005, mit dem renommierten Prix Benois de la Danse ausgezeichnet, bildet den Auftakt. Eindrucksvoll kommt dabei sein eigner Stil der Akzentuierung und leichten Verzögerung in der Synchronismus zur Geltung,. Die zeitgenössische Musik Witold…

Vergessen und Erinnern

 

Verspielt und manchmal auch slapstickartig setzt sich Kaori Ito in ihrem Dreipersonenstück "Island of no memory" mit dem Thema des Erinnerns auseinander. So zeigt sie, dass der Verlust des Erinnerungsvermögens nicht nur zu Angst und Unsicherheit führen muss,. sondern auch Freude am Wiederentdecken hervorrufen kann. Über Alltagsgeräusche findet sich die Erinnerung wieder, indem nämlich Geräusche…

Übergänge

Die russische Choreografin Olga Pona ist den Düsseldorfern schon durch diverse Gastspiele im Tanzhaus NRW bekannt, und so lässt sich ihre choreographische Entwicklung gut verfolgen. Bereits vor zwei Jahren hatte sie den Weg in die Abstraktion eingeschlagen. In ihrem jüngsten abendfüllenden Stück "Continuous Interruptions" fehlen erzählerische Elemente völlig. Dass wie in ihren bisherigen Stücken…

Pur und Romantisch

 

Wie schon in seinen bisherigen Ballettabenden für die Deutsche Oper am Rhein bringt Martin Schläpfer auch in seinem siebten unterschiedliche Choreographien zur Aufführung. Hans van Manens Stück "Compositie" aus dem Jahre 1994 bildet den Auftakt des Abends. Zwei einfache quadratische Holztische auf Eck, parallel in den Raum gestellt, davor einfache Holzhocker. So klar wie das Bühnenbild sind auch…

Feuer der Leidenschaften

 

Brauchen wir heute noch Helden? Und wenn ja, wie sollten sie sein? In einem Prolog zu seinem neuesten Stück "Prometheus Landschaft II" lässt Jan Fabre vielfältige Möglichkeiten durch-deklinieren; immer von der Frage begleitet, ob man verzweifelt sei, und einer anschließenden aggressiven Aufzählung von bedeutenden und weniger bedeutenden Psychoanalysten unterbrochen, die der Protagonist, dem…

Wir und die Anderen

Elektronische Musik, unterlegt mit Vogelgezwitscher und Grillenzirpen. Drei Skulpturen, an Kricke-Plastiken erinnernd, ein filigranes Drahtgespinst, Schattenrisse auf der Wand. Das ist der atmosphärische Hintergrund, vor dem sich Priovilles Stück "Nous" entfaltet. Drei Tänzer versuchen in 80 Minuten auszuloten, wo sich die Grenzen zwischen dem Ich und dem Anderen befinden. Wie weit kann ich gehen,…

Geknirsch im Körpergebälk

Was geschieht, wenn wir unseren Körper bewegen? In atemberaubendem Tempo ruft uns eine Performerin des Australian Dance Theatre in Erinnerung, wie komplex das System Mensch ist, was bei einer einzelnen langsamen Bewegung in Muskeln und Gehirn abläuft. Allein um in etwa synchron mit der Bewegung ihres Partners zu sein - der simplen Anhebung eines Fußes - braucht es dieses rasend schnelle Tempo der…

Im Warteraum

 

Warten auf den Abflug, Warten auf die Abfertigung. Warten auf die Ankunft der Liebsten. Das ist das Ausgangszenarium von Stephanie Thierschs neuester Choreographie "as if (we would be)", die am 15.01.2011 im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde. Die Warteräume der Flughäfen der Welt ähneln sich und die Verhaltensweisen der Wartenden ebenso. Thiersch hat die Wartenden genau studiert und dabei einzelne…

Jonglieren in virtueller Landschaft

 

Präzision zeichnet sowohl Informatik als Jonglierkunst aus. Und wenn beides aufeinander trifft, entsteht eine überaus poetische Performance, zumindest wenn man Adrien Mondot heißt und wenn man beides zu verbinden weiß. Im Tanzhaus NRW war jetzt anlässlich des Festivals Temps d'Image seine Kreation "Cinématique" als deutsche Erstaufführung zu sehen. Kongenial verknüpft Mondot dabei Tanz mit…

Effiziente Partnersuche?

 

Nach drei bis zehn Sekunden ist alles gelaufen, dann ist entschieden, ob man das Gegenüber sympathisch oder unsympathisch findet. Das, was man Intuition nennt, speist sich dabei aus der Mimik und Gestik. Und natürlich ist auch das Aussehen entscheidend, wenn Männer Frauen wählen mehr als andersherum.

 

Kathrin Spaniol hat für ihr Stück "7 minutes", das jetzt im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde,…

Young Korean Choreographers´ Night im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

"Transforming View" des Oh! My Life Movement Theater ist eine zeitgenössische Form- und Bewegungsstudie, die auch Qi Gong-Bewegungen in die Choreographie integriert. Park Young-Cool und Jung Lee Su waren absolut aufeinander bezogen und lieferten ein Beispiel äußerster Präzision.

 

Das nachfolgende Solo "Performing Dream" von Lee Sun A bot dagegen ein stilistisches Kontrastprogramm. In virtuoser,…

Koreanisches Lebensgefühl

 

Der dritte Abend des Festivals Kore-A moves, das mit der koreanischen Tanzszene bekannt machen möchte, wurde mit drei zeitgenössischen Stücken vom Laboratory Dance Project, der Kompagnie der Korean National University of Arts, im Tanzhaus NRW gestaltet. Diese gehört, wovon man sich an diesem Abend überzeugen konnte, zu den führenden Ausbildungsinstituten für Tanz in Korea.

 

"Will you Promise"…

Zwischen Tradition und Moderne

 

Mit der lebendigen koreanischen Tanzszene, die hierzulande unbegreiflicherweise wenig Beachtung findet, möchte das Tanzhaus NRW im Rahmen des Festivals "Kore-a Moves" bekannt machen. Die Bandbreite reicht vom religiös-zeremoniell geprägten über den klassisch-modernen Tanz bis hin zu jungen noch unbekannten Choreographien. Den zweiten Abend dieses Festival gestalteten zwei Kompagnien, die dem…

Kritiken

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und…

Von: Dagmar Kurtz

Distanziert

Man hat sich fein gemacht für das Fest bei den Capulets, alles glänzt und glitzert, die Damen tragen weite Tellerröcke…

Von: Dagmar Kurtz

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