Deutschsprachige Erstaufführung: "Das hier ist kein Tagebuch" von Erna Sassen im Jungen SchauSpielHaus Hamburg

Premiere am Samstag, den 18. März 2017, um 19 Uhr im JungenSchauSpielHaus. -----Bou ist sechzehn Jahre alt. Er spricht nicht mehr. Nicht, dass er es nicht könnte, er will es nicht. Wie er so vieles nicht mehr will: zur Schule gehen zum Beispiel oder Erwartungen erfüllen. Meist sitzt Bou in seinem Zimmer, schreibt und grübelt, was er übrigens auch lieber lassen würde, aber irgendwie lässt sich das Denken nicht so einfach abstellen, denn sein Inneres befindet sich in einer grandiosen Unordnung.
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Dabei schält sich ein vorherrschendes Gefühl heraus. Wut: auf sich, auf die Welt, auf Pauline, in die er eigentlich ganz schrecklich verliebt ist, auf seinen Pa, aber am allermeisten auf seine Mutter, die vor fünf Jahren einfach beschloss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Vier Jahre lang hat er versucht zu ignorieren, was der Selbstmord seiner Mutter in ihm bewirkte, wie sehr er sie vermisst, wie groß sein Hass auf sie ist und wie unglaublich verlassen er sich fühlt.

Doch dann bricht er zusammen und es geht nichts mehr. Sein Vater verlangt von ihm ein Tagebuch zu führen. Er glaubt daran, dass Bou selbst einen Weg aus der Krise finden kann. Schreibend überwindet er die Sprachlosigkeit und erobert sich sein Leben zurück. Erna Sassen schreibt ein Buch über Depression, Verlust, Trauer und Einsamkeit.

Doch wer glaubt, dieser bedrückende Zusammenhang, ließe einen bedrückenden Text entstehen, irrt. „Das hier ist kein Tagebuch“ ist auch beglückend, hoffnungsfroh und witzig. Wir begleiten Bou, der mit gehörig viel Selbstironie gesegnet ist, durch seine sich wandelnde Welt. Wir erleben, wie er durch die Liebe seiner Familie, die Begegnung mit Pauline und durch das Schreiben wieder einen Zugang zum Leben findet und sind „am Schluss genauso befreit wie Bou“ (Jury Deutscher Jugendliteratur-preis).

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in einer Fassung von Alexander Riemenschneider und Nora Khuon

Es spielen: Thorsten Hierse, Gabriel Kähler, Philipp Kronenberg

Regie: Alexander Riemenschneider

Bühne: David Hohmann

Musik: Tobias Vethake

Dramaturgie: Nora Khuon

Choreographische Beratung: Antje Pfundtner

Weitere Aufführungen am 20/3 und 21/3 sowie am 25/4, 26/4 und 27/4

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