Uraufführung: "Alles Opfer! oder Grenzenlose Heiterkeit" von Dirk Laucke, Staatsschauspiel Dresden

Dresdner Premiere 17. September im Kleinen Haus 2. -----Ein Reisebus ist unterwegs nach Schlesien. Die Passagiere lassen sich von deutschen Hits aus dem Radio berieseln, während sie auf den Live-Auftritt des Ex-DDR-Schlagersternchens Marie Wagner warten, die ebenfalls mitfährt.
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In der Dämmerung zieht die Landschaft vorbei, als plötzlich der Fahrer die Kontrolle verliert – der Bus bricht durch die Leitplanke, stürzt einen Abhang hinab und fällt buchstäblich aus der Zeit.

Alle sind tot, bis auf fünf halbwegs Unversehrte, die bald feststellen müssen, dass ihnen keiner zu Hilfe kommt. Unmittelbar neben den Toten in den Trümmern des Busses muss man sich arrangieren. Da sind die Sängerin Marie und ihr Vater und Manager Lennert. Die Rentnerin Martha, die ihren Mann immer in einer Urne bei sich trägt. Die Biologin Toni, die einmal über Grottenolme geforscht hat, und der junge Journalist Torsten, der glaubt, auf alles eine Antwort zu haben. Nach und nach wird deutlich, dass sie alle mehr miteinander verbindet, als ihnen lieb ist. Inmitten dieser Zwischenwelt des deutschen Waldes erwachen die Wiedergänger der deutschen Geschichte unter ihnen zu neuem Leben und hetzen die fünf Übriggebliebenen aufeinander.

Wie alle Stücke von Dirk Laucke ist auch dieses eine Analyse der deutschen Gegenwart und ihrem Umgang mit den Gespenstern der Geschichte. Lauckes Figuren sind heutig und lebensnah, ihre Authentizität speist sich aus zahlreichen Interviews und Recherchereisen des Autors quer durch die Republik.

Lauckes Dresdner Uraufführung „Für alle reicht es nicht“ wurde im vergangenen Jahr zu den renommierten Mülheimer Theatertagen eingeladen. Seine neueste Uraufführung „Alles Opfer!“ ist eine Koproduktion des Staatsschauspiels Dresden mit den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Die dortigen Aufführungen sind auf großes überregionales Interesse gestoßen. Nun kommt das Stück am 17. September in Dresden zur Premiere. Laucke wird im September mit dem Literatur-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Regie: David Benjamin Brückel

Bühne: Jeremias Böttcher

Kostüm: Irène Favre de Lucascaz

Musik: Vredeber Albrecht

Dramaturgie: Beret Evensen

Mit: Sascha Göpel, Picco von Groote, Holger Hübner, Anna-Katharina Muck, Helga Werner

Eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

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