"Der Konsul (The Consul)", Musikalisches Drama von Gian Carlo Menotti – Theater Krefeld und Mönchengladbach

Premiere 4. Februar 2017, 19.30 Uhr, Theater Mönchengladbach. -----Irgendwo im heutigen Europa: Der Patriot John Sorel kämpft im Untergrund gegen das polizeistaatliche Regime seines Landes. Nachdem er im Anschluss an eine heimliche Versammlung beinahe von der Polizei erwischt wird, beschließt er, das Land zu verlassen.
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Seine Frau Magda soll auf dem Konsulat des Landes, in dem sie Zuflucht suchen wollen, Pässe für sich selbst, ihr gemeinsames Kind und seine Mutter beantragen. John selbst will in der Nähe der Grenze untertauchen, bis die Pässe ausgestellt sind.

Auf dem Konsulat warten viele Menschen darauf, den Konsul in ihrer lebenswichtigen, dringenden Angelegenheit zu sprechen. Doch eine kühle Sekretärin wimmelt die eindringlichen Gesuche unaufhörlich ab und (er)findet immer wieder neue bürokratische Hürden. Magdas Kraft schwindet mehr

und mehr, bis sie schließlich resigniert und den aussichtslosen Kampf gegen die Bürokratie aufgibt.

Mit der Uraufführung von Der Konsul (The Consul) gelang dem US-amerikanischen Komponisten Gian Carlo Menotti 1950 in Philadelphia ein sensationeller Überraschungserfolg. Vordergründiger Anlass für das Libretto, das Menotti selbst verfasste, war eine Zeitungsnotiz, in der von einer polnischen Emigrantin berichtet wurde, die sich in den USA um eine Aufenthaltsgenehmigung bemühte hatte und die Selbstmord beging, als ihr Gesuch erfolglos blieb. Damit einher ging die Beschäftigung Menottis mit dem Schicksal seiner jüdischen Freunde während der Zeit des Nationalsozialismus.

Menottis musikalisches Drama ist erfrischend direkt und zielt auf ein breites Publikum ab: Gesprochene

Dialoge, Melodramen, aber ebenso lyrische Arien und Ensembles im Stil Puccinis, eine Schallplatteneinspielung, Telefonklingeln, das rhythmische Klappern von Schreibmaschinen – Der Konsul ist eine gelungene Mischung aus Hörspiel, Filmmusik und Theater.

in deutscher Sprache

Musikalische Leitung: Diego Martín-Etxebarría

Inszenierung: Katja Bening

Bühne und Kostüme: Udo Hesse

Dramaturgie: Ulrike Aistleitner

Mit: Janet Bartolova, Debra Hays, Gabriela Kuhn, Izabela Matula, Susanne Seefing, Satik Tumyan;

Hayk Dèinyan, Gereon Grundmann / Shinyoung Yeo*, Markus Heinrich, Andrew Nolen, Matthias

Wippich;

Statisterie;

Niederrheinische Sinfoniker; *Mitglied im Opernstudio Niederrhein

Weitere Termine: 8.2., 5.3., 14.3., 24.3., 26.5., 10.6. – Alle Vorstellungen beginnen jeweils um

19.30 Uhr.

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