Jean Racines Trauerspiel „Phädra“ (übertragen von Friedrich Schiller) im Schauspiel Köln

Premiere am 8. Oktober 2011 um 19.30 Uhr in der Halle Kalk. -----In Troizene, auf der griechischen Halbinsel Argolis. Phädra, die zweite Frau des Athener Königs Theseus, liebt ihren Stiefsohn Hippolytos. Schon lange. Ihre Liebe versteckt sie hinter vorgetäuschtem Hass.

Doch je mehr sie sich dagegen wehrt, desto größer werden Liebe und Verzweiflung. Sie gilt als rätselhaft erkrankt, niemand weiß, warum sie zusehends dahinsiecht. Sie will sterben. Als Phädra die Nachricht erhält, ihr Gatte Theseus sei tot, wagt sie es, ihrem Stiefsohn die Liebe zu gestehen. Hippolytos weist sie zurück, er liebt verbotener Weise seine Kusine Aricia, die zu einem verfeindeten Familienzweig gehört, und die er im Auftrag seines Vaters bewachen soll. Als der tot geglaubte Theseus zurückkehrt, spitzen sich die Ereignisse zu. Phädra weiß keinen anderen Ausweg, als den Stiefsohn eben jenes Verbrechens anzuklagen, dessen sie sich schuldig gemacht hat: Ihre Vertraute soll dem König sagen, dass sein Sohn in ehebrecherischer Absicht sie entehrt habe. Theseus verflucht seinen Sohn. Am Ende wird Hippolytos zu Tode geschleift, stürzt sich die Vertraute ins Meer und vergiftet sich Phädra.

In seiner »Phädra«, uraufgeführt am 1. Januar 1677 im Hôtel de Bourgogne in Paris, greift Racine auf zwei antike Vorbilder zurück, auf Euripides’ „Hippolytos“ (428 v. Chr.) und auf Senecas „Phädra“ (62-65 n. Chr.) und schafft mit diesem Stück das unbestrittene Meisterwerk der Französischen Klassik. Für Racine ist seine „Phädra“ „vielleicht das Vernünftigste, das ich auf die Bühne gebracht habe“. Die Raserei der Liebe, die Wucht der Leidenschaften siegen unkontrollierbar im Kampf mit der Vernunft.

Es spielen: Theseus, König von Athen: Christian Nickel, Phädra, seine Gemahlin, Tochter des Minos und der Pasiphae: Anja Laïs, Hippolyt, Sohn des Theseus und der Antiope, Königin der Amazonen: Orlando Klaus, Aricia, aus dem königlichen Geschlechte der Pallantiden zu Athen: Marina Frenk, Theramen, Erzieher der Hippolyt: Horst Mendroch, Oenone, Amme und Vertraute der Phädra: Nadine Geyersbach, Ismene, Vertraute der Aricia: Anna Böger

Regie und Bühne: Johannes Schütz, Mitarbeit Bühne: Daniel Gantz, Kostüme: Sabine Thoss, Musik: Wolfgang Siuda, Dramaturgie: Jan Hein, Licht: Michael Frank

Weitere Vorstellungen am 9., 14., 15., 27. und 29. Oktober

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