"Libera Me" - Eine Verdi-Choreographie von Christian Spuck auf ARTE

So nntag, 18. Dezmber 2016, um 23.05 Uhr. -----Das Opernhaus Zürich bringt in einer groß besetzten Gemeinschaftsproduktion von Ballett und Oper eines der berühmtesten Werke des klassischen Repertoires auf die Bühne, Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“. Christian Spuck, der Direktor des Balletts Zürich, ist Choreograph und Regisseur dieses außergewöhnlichen Unternehmens aus Musiktheater und Tanz.
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Die musikalische Leitung hat der Generalmusikdirektor der Oper Zürich inne, Fabio Luisi. Das Requiem ist ein Meisterwerk des oratorischen Konzertrepertoires.

36 Tänzer, der Chor der Oper Zürich und vier hochkarätige Solisten vereinen sich unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi zu dreizehn groß angelegten Bildern, die sich den ureigensten Themen des Menschseins widmen. So wie Verdi in der musikalischen Gestaltung über die rein christliche

Vorstellung von Tod und Auferstehung hinausgeht, geht es auch Christian Spuck nicht um eine rein religiöse Deutung des liturgischen Textes. In poetischen Tableaus setzt er sich mit allgemein menschlichen Emotionen auseinander und thematisiert Gefühle wie Angst, Zorn, Schmerz, Trauer

und die Sehnsucht nach Erlösung.

Das Bühnenbild von Christian Schmidt – ein monumentaler, dunkler, aber lebendiger Raum – eröffnet mit seinen Versenkungen und szenografischen Elementen wie einem Dornbusch und mobilen Scheinwerfen ein vielfältiges Repertoire von Auftritts- und Aktionsmöglichkeiten. Auf farbliche Kontraste setzt die britische Kostümbildnerin Emma Ryott.

Während die Solisten und der Chor in dunklen Farben gehalten sind, betont sie in den hell-transparenten Tänzerkostümen die menschliche Verletzlichkeit. „Ich möchte berührende Bilder finden, die der Musik adäquat sind und damit dem gigantischen Werk in einer Weise gerecht werden, dass man es im Anschluss anders erfahren und tiefer verinnerlichen kann“, so beschreibt Christian Spuck den eigenen Anspruch an diese Arbeit. Ausdrücklich geht es ihm als Regisseur und Choreograph nicht um eine rein tänzerische Illustration von Verdis Musik, sondern um die inhaltlichszenische

Verbindung der Tänzer mit den Solisten und den Chorsängern. Letztere agieren gemeinsam mit den Tänzern auf der Bühne und sind in ritualisierte Bewegungen und Vorgänge eingebunden. So entstehen

überraschende und gelegentlich auch verstörende Elemente, die eine neue Perspektive auf eines der großen klassischen Meisterwerke ermöglichen. Die überaus aufwendige szenische Umsetzung, in der Gesang und Tanz auf das Innerlichste miteinander verschränkt sind, verspricht ein außergewöhnliches Bühnenereignis.

Komponist: Giuseppe Verdi

Musikalische Leitung: Fabio Luisi

Choreographie: Christian Spuck

bühne: Christian Schmidt

Kostüme: Emm a Ryott

ballett: Ballett Zürich

Orchester: Philharmo nia Zürich

Chor: Chor und Zusatzchor der oper zürich

mit: Krassimira Stoyanova (sopran), Veronica Simeoni (Alt), Georg Zeppenfeld (Bass) und Francesco Meli (Tenor)

Fernsehregie: Michael Beyer

SSR /ARTE , Deutschland 2016, 90 min.

Erstausstrahlung

Die Sendung wird mit einem 360°-Video auf ARTE Concert im Internet begleitet: concert.arte.tv.

Das Video ist auch auf der interaktiven App „ARTE360“ zu finden.

Auch online ist Libera Me abrufbar unter concert.arte.tv.

Im Internet haben die Zuschauer außerdem die Möglichkeit, eine Sequenz des getanzten Requiems in der 360°-Perspektive zu erleben.

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