Die ersten beiden Schauspielpremieren der neuen Spielzeit im Oldenburgischen Staatstheater

KETZER von Richard Bean, (Deutschsprachige Erstaufführung), Sa 17. September 2011 um 20 Uhr im Kleinen HausundPEER GYNT, Nach Henrik IbsenSo 18. September 2011 um 20 Uhr in der Exerzierhalle
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Richard Bean, KETZER (DSE)

Sa 17. September um 20 Uhr im Kleinen Haus

Seit Jahren arbeitet die Professorin Diane Cassell an einem Forschungsprojekt auf den Malediven, das den Zusammenhang zwischen Erderwärmung und steigendem Meeresspiegel untersucht. Nun erhält sie Drohungen von der geheimnisvollen „Heilige Erde Miliz“, die sich dem radikalen Kampf für den Erhalt der Umwelt verschrieben hat. Denn Diane fährt nicht nur Autos mit miserabler CO2 Bilanz, sie zieht vor allem aus ihren Forschungsergebnissen unbequeme Schlüsse: Die Malediven seien durch die Erderwärmung keineswegs zum Untergehen verurteilt, der Meeresspiegel dort seit Jahren stabil. So wird Diane nicht nur für die „Heilige Erde Miliz“zur Ketzerin, auch ihr Vorgesetzter und ehemaliger Liebhaber Kevin setzt sie unter Druck und will ihr die Veröffentlichung der Ergebnisse verbieten, da sie den Interessen eines wichtigen Geldgebers des Instituts widersprechen. Als ihre Tochter Phoebe sich auch noch in einen von Dianes Geologiestudenten verliebt, dessen radikale Ansichten merkwürdig mit denen der „Heilige Erde Miliz“ übereinstimmen, beginnt Diane einen einsamen Kampf: Sie versucht ihre Umgebung von der elementaren Bedeutung einer ideologiefreien Forschung zu überzeugen und erfährt dabei immer stärker die Verstrickungen von Wirtschaft und Wissenschaft.

Die deutschsprachige Erstaufführung dieser schwarzen Komödie, die bereits sehr erfolgreich im Londoner West End lief, wird von der Regisseurin Isabel Osthues auf die Bühne gebracht, die in Oldenburg bereits La Línea – Der Traum vom besseren Leben inszeniert hat.

Deutsch von Axel C. Mangold

Inszenierung: Isabel Osthues; Bühne: Michael Böhler; Kostüme: Mona Ulrich

Video: Konstantin Bock; Dramaturgie: Jörg Vorhaben

Mit: Elske Burkert, Hanna Franck, Caroline Nagel; Bernhard Hackmann, Thomas Lichtenstein, Henner Momann

Weitere Vorstellungen: 20. und 27. September

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PEER GYNT nach Henrik Ibsen

So 18. September um 20 Uhr in der Exerzierhalle

Peer Gynt ist rastlos und anmaßend. Peer Gynt ist immer wieder ein anderer, ein neuer. Peer Gynt wächst. Peer Gynt lässt jeden hinter sich. Peer Gynt ist nie zufrieden. Peer Gynt erzwingt sich die Welt.

Viel hat der Bauernsohn Peer Gynt nicht gelernt, aber lügen kann er. Die Fantasiewelten, die er sich erschafft, braucht er allerdings auch, um der grauen, banalen Realität zu entkommen: allein mit der Mutter auf einem vom verstorbenen Säufer-Vater heruntergewirtschafteten Hof. Verlacht und verspottet, von einem außergewöhnlichen Mädchen zurückgewiesen, dreht er durch und raubt auf einem Hochzeitsfest die Braut. So wird er zum Geächteten und Verfolgten. Als auch noch die Mutter in seinen Armen stirbt, macht er sich auf: durch die Mythenwelten Norwegens bis hin zu den Wüsten Afrikas, denn schließlich ist er ja zu Hohem geboren – Kaiser zu werden oder zumindest er selbst, der große Gynt... Nach 50 Jahren kehrt er zurück.

Grünen Trollen, geilen Sennerinnen, dem Krummen, Beduinentöchtern, Geisteskranken einer Kairoer Anstalt, Herrn Eberkopf, dem geheimnisvollen Knopfgießer, dem still liebenden Mädchen Solveig und anderen mehr begegnet Gynt. Und das alles in weniger als zwei Stunden? Wie soll das gehen?

Es gibt einen Text, einen Tisch, drei Mikros, eine Loopstation, eine Videokamera, mehrere Zwiebeln, drei Menschen, zwei Handpuppen, Zigarren und Whiskey.

Inszenierung und Ausstattung: Konstantin Bock, Vincent Doddema, Alin Pilan, K.D. Schmidt, Anna Steffens

Mit: Vincent Doddema, K.D. Schmidt, Anna Steffens

Weitere Vorstellung: 20. September

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