ONKEL WANJA von Anton Tschechow im Schauspielhaus Zürich

Premiere: Samstag, 14.1.2017, 20 Uhr, Pfauen. -----Anton Tschechows Komödien erzählen vom Verfall des geistigen und gemeinschaftlichen Lebens, von Einsamkeit und Mutlosigkeit einerseits und der urmenschlichen Hoffnung auf die bevorstehende Veränderung andererseits.
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Wie ein Parasit nistet sich der despotische, pensionierte Professor Serebrjakow mit seiner neuen, schönen Gattin Jelena auf dem Landgut seiner verstorbenen Frau ein, denn das Leben in der Stadt ist zu teuer geworden. Seine Tochter Sonja und ihr Onkel Wanja, der Bruder der Verstorbenen, arbeiten seit etlichen Jahren hart für den Erhalt des Guts und ertragen die dortige Einöde nur schwer. Wanja hat zudem die Hälfte seiner Lebenszeit mit dem Lektorieren der vermeintlich weltbewegenden Kunsttheorien des Professors verbracht. Als sich diese nun als vollkommen unbedeutend entpuppen und Serebrjakow zudem eröffnet, das Gut verkaufen zu wollen, um seinen Alterssitz zu finanzieren, sorgt Wanjas schmerzhafte Desillusionierung für eine Eskalation. Er begeht einen Mordversuch, um sich endgültig aus seiner sinnentleerten Abhängigkeit zu befreien. Vergeblich. Wanja schiesst daneben. Keine Aussicht auf Veränderung.

„Bilder aus dem Landleben“ untertitelte Tschechow 1896 sein Stück, heute könnte es auch „Mosaik einer Depression“ heissen.

Karin Henkel, geboren 1970 in Köln, begann ihre Regiekarriere am Burgtheater in Wien. Es folgten Inszenierungen am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspiel Leipzig, am Schauspielhaus Zürich, am Deutschen Theater Berlin sowie am Schauspielhaus Düsseldorf. Zuletzt arbeitete sie u.a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Schauspiel Frankfurt, an den Münchner Kammerspielen und am Schauspiel Köln. Bereits sechs Mal wurden ihre Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Am Schauspielhaus Zürich waren in Karin Henkels Regie „Viel Lärm um nichts“ von William Shakespeare, „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth, „Elektra“ nach den Tragödien von Hugo von Hofmannsthal, Sophokles, Aischylos und Euripides und „Amphitryon und sein Doppelgänger“ nach Heinrich von Kleist (2014 zum Berliner Theatertreffen und zum 1. Schweizer Theatertreffen eingeladen) zu sehen. „Amphitryon und sein Doppelgänger“ wurde bei der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ zudem zur „Inszenierung des Jahres“ gewählt.

Zuletzt inszenierte sie zu Beginn der Spielzeit 2015/16 im Schiffbau die Schweizerische Erstaufführung „Die zehn Gebote“ nach dem Filmzyklus „Dekalog“ von Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Piesiewicz.

Regie Karin Henkel

Bühne Stéphane Laimé

Kostüme Aino Laberenz

Musik Alain Croubalian

Licht Frank Bittermann

Dramaturgie Amely Joana Haag

Professor Gottfried Breitfuss

Jelena Lena Schwarz

Sonja Carolin Conrad

Wanja Siggi Schwientek

Astrow Markus Scheumann

Telegin Alexander Maria Schmidt

Mutter Nikola Weisse

Live-Musik Alain Croubalian

Weitere Vorstellungen im Pfauen

16./ 21./ 23./ 26. Januar, jeweils 20 Uhr

Weitere Vorstellungen sind in Planung.

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