"the endings" von Albert Weis - Kunstinstallation am schauspielfrankfurt

ab 8. Mai 2008 / Glas HausDie Architektur des schauspielfrankfurt ist geprägt von der Idee einer Demokratisierung der Kunst. Weder Prunk noch Pomp als Ausdruck einer feudalen Gesinnung sollen eine Schwelle bilden für den aufgeklärten Bürger, den Ort zu besuchen, an dem Geschichten erzählt und über Wertvorstellungen seines Lebens und der Gesellschaft verhandelt wird.

Eingang und Foyer wurden als offene, miteinander korrespondierende Räume konzipiert und spiegeln ästhetische wie gesellschaftspolitische Vorstellungen der Moderne wider, 120 Meter Glasfassade gewähren einen Einblick in Oper und Schauspiel. Und dennoch hadern viele Frankfurter mit dem Gebäude am Willy-Brandt-Platz, das sich der Gemütlichkeit verweigert, stattdessen die Schönheit der klaren Linie und die Eleganz einfacher, funktionaler Formen propagiert.

Der gelernte Bildhauer Albert Weis beschäftigt sich seit Jahren mit moderner Nachkriegs-architektur und ihrer Wahrnehmung im öffentlichen Raum. Er thematisiert deren Bestand, hinterfragt Funktionen, spürt der Ambivalenz nach zwischen dem Funktionieren der Moderne und ihrem Scheitern; sein analytisch fragendes Vorgehen bringt ungewohnte Antworten.

Weis künstlerische Intervention am schauspielfrankfurt bezieht sich auf die sichtbare Architektur des Theaters. Für seine raumgreifende Installation wird er im Glas Haus des Großen Hauses hoch spiegelnde Resopaloberflächen auf die Wände bringen und so den als Pausenfoyer und Veranstaltungsraum genutzten Ort in eine Art modernen Spiegelsaal verwandeln. Auf diese Flächen montierte Aluprofile nehmen eins zu eins die Fenstereinfassungen und damit die Fassadenstruktur auf. Es entsteht ein performativer Raum, mit dem der Künstler auf das Spannungsfeld zwischen städtebaulichen Überlegungen, gebauter Realität und dem alltäglichen Umgang mit einem öffentlichen Gebäude verweist.

Albert Weis, 1969 in Passau geboren, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Thomas Zacharias und James Reineking. Sein Studium schloss er 1997 als Meisterschüler ab. Stipendien und Auszeichnungen sowie zahlreiche nationale wie internationale Ausstellung geben Aufschluss über die konsequente künstlerische Arbeit von Albert Weis.

Weis lebt und arbeitet in Berlin.

Auswahl an Einzelausstellungen und Projekten:

2008 condition Kunstverein Aichach (K)

2007 ideal LE 9 BIS, St. Etienne, Frankreich

2005 invers LfA, Königinstraße, München

2004 shutter Nusser & Baumgart Contemporary, München

2002 sonic Galerie suitcasearchitecture, Berlin (mit Bottega + Ehrhardt Architekten)

2001 curzon Nusser & Baumgart Contemporary, München

courant Universität Jean Monnet, St. Etienne, Frankreich

accel LfA, Königinstraße, München

rang Hochschulcampus Weihenstephan, Freising

Auswahl an Gruppenausstellungen:

2008 La vie moderne / revisitée Centre d'art Passerelle, Brest, Frankreich

Der große Wurf – Faltungen in der Gegenwartskunst

Kunstmuseen Krefeld/Haus Lange (K)

SAMPLE #1 Projektraum Deutscher Künstlerbund, Berlin

2007 space chase Galerie magnus müller, Berlin

Gropiusstadt Stories Galerie im Körnerpark, Berlin

2005 Desenhos: A – Z Coleccao Madeira Corporate Services, Portugal

2004 CUBED plattform, Berlin, und Galerie Krobath Wimmer, Wien

2003 Kunst_Garten_Kunst Sprengel Museum Hannover (K)

film<lokal> Internationale Kurzfilmtage Oberhausen und Siemens Arts Program (K)

A Nova Geometria Galeria Fortes Vilaca, São Paulo, Brasilien

2002 von zero bis 2002 Museum für Neue Kunst, ZKM, Karlsruhe

Sieben Stücke für einen Raum DaimlerChrysler Contemporary, Berlin (K)

2001 restate Kunstraum München

leaving marks Galerie Martina Detterer, Frankfurt am Main

SONDER SCHAU! Praterinsel, München

set a 6 Glassbox, Paris, Frankreich

2000 Robert Ryman-Retrospektive – mit Räumen von Ariane Epars, Clay Ketter, Albert Weis, Beat Zoderer Haus der Kunst, München, und Kunstmuseum Bonn (K)

1999 WHERE ARE YOU? Centre for Curatorial Studies, Bard College, New York, USA

Auswahl an Preisen und Stipendien:

2008 Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn

2005 Stipendium des Freistaats Bayern für Cité Internationale des Arts, Paris, Frankreich

2001 Bayerischer Staatsförderpreis für Bildende Kunst

1999 Arbeitsstipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks für Paris, Frankreich

1998 Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt München

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