DIE ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart, Oldenburgisches Staatstheater

Premiere 1. Oktober um 20 Uhr im Großen Haus. -----Der Schweizer Germanist Peter von Matt hat Mozarts »Große Oper in zwei Aufzügen«, wie der Komponist sie selbst im Autograf zur Uraufführung 1791 nennt, als »großes Rätselwerk unserer Kultur« bezeichnet, »funkelnd vor Zweideutigkeit und Hintersinn.«
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Regisseur Niklaus Helbling, der in der Spielzeit 2009.10 das Oldenburger Publikum mit dem Lamento-Abend Nachtwache bereits in seine tiefsinnig-sinnlichen Traumwelten entführte, folgt in seiner Inszenierung dem Protagonisten der Oper Tamino in einen Traum, in dem dieser phantastische, aber existentielle Prüfungen durchlebt. Gemeinsam mit dem Bühnenbildner Dirk Thiele, der schon für Nachtwache die Bühne entwarf, hatte Helbling für Die Zauberflöte sehr schnell einen spezifischen Raum vor Augen: Ihre Zauberflöte spielt im Warteraum eines Bahnhofs »Der Bahnhof ist ein transitorischer Ort, geprägt von Technik, Fahrplan, vor allem aber von Aufbruch und Veränderung. Der Bahnhof bringt Menschen auf den Weg. Die Maschinenwelt des Bahnhofs, der Stahlkonstruktionen, des Dampfantriebs ist aber auch ein Raum der Populärkultur, der phantastischen Literatur, der historisch inspirierten Science Fiction. Ich finde es nahe liegend, ein so populäres, märchenhaftes Werk wie Die Zauberflöte mit den populären Mitteln des Fantasy-Genres zu erzählen.« Mit Mozarts Zauberflöte wird die frisch renovierte und technisch erneuerte Bühne des Staatstheaters zurückerobert.

Gemeinsam mit Dirk Thiele, der Kostümbildnerin Victoria Behr, der Videokünstlerin Elke Auer, dem Chor und Ensemble des Oldenburgischen Staatstheaters und der Choreografin Maria Walser wird Niklaus Helbling die Möglichkeiten der alten neuen Bühne mit Lust erkunden und sie zum Leben erwecken. Die Musikalische Leitung der Produktion hat Thomas Dorsch inne, musikalischer Oberleiter am Oldenburgischen Staatstheater. Die Rückkehr ins Große Haus ist für ihn nach der Klangopulenz von Spätromantikern wie Wagner und Humperdinck der vergangenen Spielzeit auch die Rückkehr zu Mozarts intimerer Musik. Die Zauberflöte hat er bereits mehrfach dirigiert. Auch für ihn ist Mozarts Partitur »immer wieder bereit, uns Neues zu erzählen«.

Libretto von Emanuel Schikaneder

Musikalische Leitung: Thomas Dorsch;

Inszenierung: Niklaus Helbling

Bühne: Dirk Thiele;

Kostüme: Victoria Behr;

Chor: Thomas Bönisch

Dramaturgie: Katharina Ortmann; Video: Elke Auer;

Choreografische Mitarbeit: Maria Walser

Mit: Angela Bic, Mareke Freudenberg, Dorothea Maria Marx/Estelle Kruger, Annekatrin Kupke, Ingela Onstad, Linda Sommerhage/Ks. Marcia Parks; Peter Felix Bauer/Henry Kiichli, Paul Brady, Alexey Kosarev/Mykola Pavlenko, Andreas Lütje, Daniel Ohlmann/Stefan Heibach, Michael Pegher, York Felix Speer/Andrey Valiguras, Andrey Valiguras/Dietmar Renner

Mitglieder des Tölzer Knabenchores

Weitere Vorstellungen: Mo 3., Fr 14., Do 27. Oktober, Mi 2., Mi 9. November

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