HOLOFERNES von Emil Nikolaus von Reznicek im THEATER BONN

Premiere am 29. Mai 2016 um 18 Uhr im Opernhaus. ----- „Die Judith der Bibel kann ich nicht brauchen. Dort ist Judith eine Wittwe, die den Holofernes durch List und Schlauheit in’s Netz lockt; sie freut sich, als sie seinen Kopf im Sack hat und singt und jubelt vor und mit ganz Israel drei Monde lang. Das ist gemein; eine solche Natur ist ihres Erfolgs gar nicht würdig.
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Meine Judith wird durch ihre That paralysirt; sie erstarrt vor der Möglichkeit, einen Sohn des Holofernes zu gebären; es wird ihr klar, daß sie über die Gränzen hinaus gegangen ist, daß sie mindestens das Rechte aus unrechten Gründen gethan hat.“

[Friedrich Hebbel, Tagebucheintrag 1872]

Der österreichische Komponist Emil Nikolaus von Reznicek, der die meiste Zeit seines langen Lebens in Berlin wohnte und dort kurz nach Kriegsende auch gestorben ist, darf als Musterbeispiel eines unbekannten Großen gesehen werden: Einstmals vielgespielt, ist selbst von den ehedem populären Stücken seines Schaffens kaum mehr etwas bekannt. Selbst die früher ständig gespielte Ouverture zur Oper DONNA DIANA (die älteren Fernsehzuschauern noch als Titelmusik des Fernsehquiz’ Erkennen Sie die Melodie erinnerlich sein dürfte) ist mit dem Verschwinden von Radiowunschkonzerten nicht mehr im Hörerbewußtsein.

Seine Hebbel-Bearbeitung HOLOFERNES schrieb er für den Bassbariton Michael Bohnen, der einer der ersten deutschen Weltstars der Opernbühne war. Die Uraufführung fand am 27. Oktober 1923 an der Städtischen Oper Berlin-Charlottenburg (der heutigen Deutschen Oper Berlin) mit Bohnen in der Titelpartie statt. In der Reihe mit unbekannten Werken der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellt die Oper Bonn nach Braunfels’ DER TRAUM EIN LEBEN eine Oper zur Diskussion, die nach dem Tod des Komponisten nicht mehr zur Aufführung gelangt ist.

Oper in zwei Akten

Text von E. N. v. Reznicek

frei nach Friedrich Hebbels Drama JUDITH

Mit Übertiteln | ab 12 Jahren

Musikalische Leitung: Jacques Lacombe

Inszenierung: Jürgen R. Weber

Bühne: Hank Irwin Kittel

Kostüme: Kristopher Kempf

Dramaturgie: Andreas K. W. Meyer

Choreinstudierung: Marco Medved

Regieassistenz: Katrin Bothe

Musikalische Assistenz: Thomas Wise

Bühnenbildassistenz: Ansgar Baradoy

Musikalische Einstudierung: Christopher Arpin, Christopher Sprenger, Adam Szmidt, Thomas Wise

Inspizienz: Karsten Sandleben

Soufflage: Stefanie Wüst

Regiehospitanz: Karolina Küsters

Osias, Oberpriester von Bethulien - Daniel Pannermayr

Judith - Johanni van Oostrum

Abra, ihre Magd - Ceri Williams

Holofernes - Mark Morouse

Achior, Hauptmann des Holofernes - Johannes Mertes

1. Hauptmann - Jonghoon You

2. Hauptmann - Nicholas Probst

3. Hauptmann - Sven Bakin

Assad, ein Bürger, Gesandter von Mesopotamien - Martin Tzonev [P] / Eduard Katz

Daniel, sein Bruder - Josef Michael Linnek

Ein Trabant - Egbert Herold

Eine weibliche Stimme - Nina Unden

Tänzerin - Karioca

[P] = Premierenbesetzung | Bitte beachten Sie, dass die mit [P] gekennzeichneten Künstler grundsätzlich an allen Aufführungen beteiligt sind. Alternativbesetzungen werden explizit mit Datum genannt.

Chor des Theater Bonn

Beethoven Orchester Bonn

02 Jun 19:30 H

18 Jun 19:30 H

24 Jun 19:30 H

03 Jul 18:00 H

Eine Kooperation mit Deutschlandradio Kultur, dem WDR und dem SWR

WDR: 19. Juni 2016, WDR 3 Oper (20:05 Uhr)

Deutschlandradio Kultur: 25. Juni 2016, Oper aus deutschen Ländern (19:05 Uhr)

SWR: 10. Juli 2016, SWR 2 Oper (20:03 Uhr)

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