"Die Heimkehr des Oysseus" (Il ritorno d’Ulisse in patria) von Claudio Monteverdi, Städtische Bühnen Münster

Premiere 25. September 2011, 18.00 h, Großes Haus. ----- Seit dem Ende des Trojanischen Krieges gilt Odysseus in seiner Heimat, auf der Insel Ithaka, als verschollen. Seine Frau Penelope wartet dort noch immer auf die Rückkehr ihres Mannes. Derweil haben sich dreiste Freier im Palast eingenistet und werben um sie.
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Von einem Schiff der Phäaken wird Odysseus an den Strand Ithakas geschleudert, erkennt aber in der Umgebung nicht seine Heimat, bis ihn die Göttin Athene davon überzeugt, tatsächlich am Ziel angelangt zu sein. Ihr Bericht über die Eindringlinge schockiert Odysseus. Um ihn zu schützen, verwandelt Athene ihn in einen Greis. In dieser Gestalt beobachtet er, wie die Freier seine Frau bedrängen, einen von ihnen zu heiraten. Penelope verspricht demjenigen die Ehe, der den Bogen des Odysseus zu spannen vermag. Keinem der Freier gelingt dies, wohl aber dem unbekannten Greis. Mit Pfeil und Bogen tötet er alle Eindringlinge und gibt so seine wahre Identität zu erkennen.

Überliefert ist die Geschichte dieser einzigartigen Oper in den letzten Gesängen der „Odyssee“ des Homer. Monteverdi komponierte sie 1640 für den Karneval von Venedig. Länger als zwei Jahrhunderte war die Partitur nicht auffindbar. Da in ihr lediglich Gesangsmelodien und die Linien des Basses fixiert sind, musste sie für eine Wiedererweckung im 20. Jahrhundert grundlegend bearbeitet werden. Heute strahlt „Il ritorno d’Ulisse in patria“ als eine der kostbarsten Schöpfungen des 17. Jahrhunderts in unsere Gegenwart hinein und stellt an uns die immer währenden Fragen: Sind wir Herr unseres eigenen Lebens oder eher Spielball höherer Mächte? Wo liegt unsere Heimat? Und wie gelangen wir von den Irrwegen unseres Lebens zu ihr zurück?

Text von Giacomo Badoaro

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Christoph Spering

Regie: Andreas Baesler

Bühnenbild: Hermann Feuchter

Kostüme: Caroline Dohmen

Dramaturgie: Jens Ponath

Mitwirkende:

Andreas Karasiak (Ulisse/ L’Umana fragilità), Maria Rebekka Stöhr (Penelope), Tijana Grujic (Telemaco/ Fortuna), Suzanne McLeod (Ericlea), Henrike Jacob (Melanto/ Amor) Fritz Steinbacher (Eumete), Ulrich Cordes (Anfinomo/ Phäake), Tadahiro Masujima (Eurimaco/ Phäake), Plamen Hidjov (Antinoo/ Phäake/ Tempo), Thomas Stückemann (Iro)

Sinfonieorchester Münster und Gäste

Weitere Vorstellungen im Rahmen der „Tage der Barockmusik“:

Montag, 03. Oktober, 18.00 h, Großes Haus

Freitag, 07. Oktober, 19.30 h, Großes Haus

Einführungsmatinee:

Sonntag, 18. September, 11.30 h, Theatertreff

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