"Walls – Iphigenia in Exile" Koreanisch-deutsche Koproduktion von ZinA Choi, Tilmann Köhler, Kyungsung Lee, Mario Salazar, Jungung Yang, Kon Yi und Ensemble, Deutsches Theater Berlin

Uraufführung am 14. Oktober 2016 in Gwangju und am 23. Oktober in Berlin, Kammerspiele. -----Es sind traurige, berührende, schillernde Geschichten, die vier koreanische und ein deutscher Regisseur gemeinsam an einem Abend erzählen: Geschichten von geflüchteten Frauen, die in der Fremde keinen Halt finden, von Nordkoreanerinnen, die ihre Kinder zurücklassen und sich nach ihnen sehnen, aber auch solche aus Deutschland, vor dem Mauerfall und heute.
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Sie alle eint die Erkenntnis, dass ideelle Mauern für Betroffene oftmals unüberwindlicher und traumatischer sind als physische.

Keine Angst vor Niemand – so das Motto der Spielzeit 2016/2017 am Deutschen Theater. Es ruft auf, in Zeiten der Verunsicherung aufeinander zuzugehen und miteinander zu sprechen, kurz: Grenzen zu überwinden anstatt neue zu errichten. In diesem Sinne steht unsere Koproduktion Walls – Iphigenia in Exile. Korea und Deutschland sind durch die Erfahrungen der inneren Teilung geprägte Länder, zudem sind beide in hohem Maße durch Technologie und Wohlstand bestimmt und haben Tendenzen, zur Wahrung dieses Wohlstandes neue Grenzen zu ziehen.

Welche Rolle spielen diese "Walls" für uns – die historischen, die heutigen, die auf den Landkarten und die in den Köpfen der Menschen? 1779 schrieb Goethe – dem Humanismus verpflichtet – Iphigenie auf Tauris. Darin wird der Dialog idealisiert: Iphigenie und Thoas überwinden die sie trennenden Grenzen durch das Miteinander-Sprechen und Einander-Zuhören. Der "Kampf der Kulturen" findet ein gutes Ende. Goethes Drama ist die Folie, auf der sich "grenzüberschreitend" Theatermacher_Innen und Texte aus Korea und Deutschland begegnen und zu einer Inszenierung in zwei Sprachen kulminieren. Europa trifft auf Asien – Historie, Tradition und Theaterformen begegnen sich – ein Spannungsfeld aus Gemeinsamkeiten und Differenzen: Welche Erzählungen beschäftigen uns? Welche Ästhetiken? Welche Rolle spielt die Historie für uns? Was bedeutet "Wiedervereinigung"? Warum ist die Furcht, etwas zu verlieren, in beiden Ländern so groß? Wen sperren wir aus – und wen sperren wir ein?

Deutsch-koreanische Koproduktion, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Koproduktion mit dem Goethe-Institut Korea, dem Asia Culture Institute und The Walls Committee, veranstaltet im Asia Culture Center, unterstützt vom Arts Council Korea in Zusammenarbeit mit Producer Group DOT

mit deutschen Übertiteln

Regie ZinA Choi, Tilmann Köhler, Kyungsung Lee, Jungung Yang, Kon Yi Bühne / Kostüme Karoly Risz Video / Sound Daniel Hengst

Dramaturgie Sonja Anders, Ulrich Beck, Danbi Yi

Mit

Hyun Jun Ji, Helmut Mooshammer, Sabine Waibel, Dakyung Yoon, Kotti Yun

25. Oktober 2016 20.00 - 21.50

30. Oktober 2016 19.00 - 20.50

1. November 2016 20.00 - 21.50

anschl. Nachgespräch

6. November 2016 19.00 - 20.50

11. November 2016 20.00 - 21.50

mit deutschen Übertiteln

zum vorerst letzten Mal

13. November 2016 20.00 - 21.50

KARTEN

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