Uraufführung: "NASSER #7Leben" von Susanne Lipp im GRIPS Theater Berlin

Premiere 14. März 2017, 18 Uhr, im GRIPS Podewil. -----Seine Geschichte ging in den letzten Jahren durch die Medien: Der heute 20-jährige Berliner Nasser El-Ahmad, erstgeborener Sohn einer libanesisch-stämmigen, sehr strengen Familie, musste um sein Leben fürchten, als er als 15-Jähriger vor seinen Eltern geoutet wurde – für sie entehrte er mit seiner Homosexualität die Familie.
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Nach der Flucht aus seinem Elternhaus entschied sich Nasser El-Ahmad bewusst dafür, an die Öffentlichkeit zu gehen und für sein Recht zu kämpfen, homosexuell und gläubiger Moslem zu sein. Für sein Engagement erhielt er 2015 u.a. den Berliner „Respektpreis“ des "Bündnis gegen Homophobie". Nasser El-Ahmad sieht mit dem Theaterstück die Chance, Jugendliche seiner Generation direkt zu erreichen und sie durch seine Erfahrungen zu ermutigen, zu sich zu stehen und ihren Weg zu gehen.

Im Fokus des Theaterstücks „NASSER #7Leben“ stehen die Monate von Nasser El-Ahmads Flucht vor seiner Familie bis zu seiner Entscheidung, sich für sein Recht einzusetzen, gläubiger Moslem UND homosexuell zu sein. Für sein LGBT-Engagement erhielt er 2015 den Berliner „Respektpreis“ und wurde zum „Mann des Jahres“ von den Lesern der „Männer“ gewählt.

Die Autorin Susanne Lipp hat sich ein halbes Jahr lang wöchentlich zu Gesprächen mit Nasser El-Ahmad getroffen, das jetzt vorliegende Theaterstück ist in intensiver Abstimmung mit Nasser El-Ahmad entstanden.

Neben der szenischen Ebene gibt eine Erzählebene des Theaterstücks tiefe Einblicke in diesen aufwühlenden und mutigen Weg von Nassers Emanzipation. Die auf das Biographische Schreiben spezialisierte Autorin Susanne Lipp hat auf Grundlage von Nassers Berichten ein zwar dokumentarisches, dennoch bewusst subjektives Theaterstück geschrieben, das packend ist wie ein Thriller, kämpferisch ist bis zuletzt, sich radikal dem tiefen Schmerz stellt und zugleich Raum gibt für eine tiefe Sehnsucht nach Akzeptanz und Versöhnung.

Die Regisseurin Maria Lilith-Umbach gehört zum Künstlerkollektiv „cobratheater.cobra“, ein junges, vor allem in Hamburg, Hannover, Hildesheim und Berlin agierendes Netzwerk/Gruppe aus KünstlerInnen verschiedener Sparten der darstellenden und bildenden Kunst. Arbeitsweisen und Ästhetiken sind nicht festgelegt und bewusst uneindeutig. Beispiele sind das popkulturelle Tanztheater von cobraanker.cobra oder experimentelle Opern von cobraoper.cobra. Ihre Bühnenarbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Sprechtheater, Performance und Installation.

(ab 13 Jahre)

nach Interviews mit Nasser El-Ahmad

Regie: Maria Lilith Umbach

Bühne und Kostüme: Lea Kissing

Video Alexander Merbeth

Musik Öz Kaveller

Dramaturgie Tobias Diekmann

Es spielen:

Davide Brizzi, Katja Hiller, Jens Mondalski

und die Musikerin Öz Kaveller

Termine:

Di., 14.02., 19 Uhr im GRIPS Hansaplatz: Die Gesprächsreihe "Recherchiert" zum Thema "Rollenbilder, Sexualität und Selbstbestimmung"

Fr., 10.3., 18 Uhr: Öffentliche Probe

Di., 14.03., 18 Uhr: Uraufführung

Mi, 15.3., 19.30 Uhr | Do, 16.3., 11 Uhr: Schulpremiere

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