Meinhard Zanger bleibt Intendant des Wolfgang Borchert Theaters in Münster

Der Regisseur und Schauspieler Meinhard Zanger bleibt bis 2020/21 Intendant und Geschäftsführer des Wolfgang Borchert Theaters in Münster. Der Rechtsträger und Zanger unterzeichneten einen weiteren Fünf-Jahres-Vertrag.
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Der Vorstand sprach dem Intendanten, der am 1. Juli 2006 die Leitung des Hauses übernommen hatte, damit sein uneingeschränktes Vertrauen aus. Meinhard Zanger habe dem Wolfgang Borchert Theater ganz besondere künstlerische Impulse verliehen, der Kulturszene Münster seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt und mit der Neuaufstellung des Wolfgang Borchert Theaters exzellente Arbeit geleistet.

Mit eigenwilligen Klassiker-Inszenierungen – so sein „Sommernachtstraum“ im Gasometer 2012 und seine „mitreißende, stets humorvolle Version des Nathan“ (RuhrNachrichten) –, aber vor allem mit seiner Hinwendung zur modernen Theaterliteratur, die gesellschaftliche Themen am Puls der Zeit aufgreift, prägte Zanger in seinen nunmehr neun Spielzeiten den Stil des Hauses nachhaltig.

Künstlerisch wie wirtschaftlich ging es stetig bergauf. Steigende Zuschauerzahlen und überregionale Aufmerksamkeit blieben nicht aus. Lukrative nationale und internationale Gastspiele (u. a. Schauspielhaus Düsseldorf, Friedrichshafen, Schweiz, Israel), Koproduktionen (u. a. Ruhrfestspiele Recklinghausen, Schauspiel Dortmund, WDR5) und wiederholte Einladungen zu den Privattheatertagen nach Hamburg waren die Folge. In neun Jahren konnte der zu Beginn seiner Amtszeit übernommene Schuldenberg in Höhe von 300.000,- € bis auf einen Rest abgebaut werden. Das intime 100-Plätze-Theater an Münsters Hafenweg platzte aus allen Nähten, Auslastungen von knapp unter 100 % wurden in den letzten Spielzeiten zur Regel.

So erhielt das 1956 gegründete Theater eine neue Spielstätte. Von der Idee über die Planung und Ausführung bis zum Einzug benötigte es gerade mal vier Jahre. Der Umzug des Theaters, das auf der südlichen Hafenseite im gegenüber liegenden Flechtheim-/Rhenus-Speicher sein neues Domizil aufschlug, erfolgte vor acht Monaten zum Spielzeitbeginn 2014/15. Die Finanzierung der Investitionskosten in Höhe von 1 Mio. Euro sicherten ausschließlich private Geldgeber, Stiftungen, Sponsoren und ein Eigenanteil des Ensembles.

Modernste Technik, eine Zuschauer-Kapazität von 146 Plätzen, Sitzkomfort und Barrierefreiheit für das Publikum verbunden mit der kontinuierlichen Fortsetzung der künstlerischen Arbeit Zangers und seines Ensembles bilden die Basis für die Zukunft des Wolfgang Borchert Theaters.

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