"Sheroes" von Christoph Winkler - Schauspiel Leipzig

Premiere Do, 02. Februar 2017, 20:00, Residenz. -----Christoph Winkler gilt als einer der vielseitigsten Choreographen Deutschlands. Er wurde schon früh von der Kritik für seinen innovativen Tanzstil und seine minimalistischen, streng komponierten, diskursiven Tanzdramen wahrgenommen und erhielt Einladungen zu zahlreichen Festivals. Seine Arbeit umfasst ein weites Spektrum von Formaten und reicht von sehr persönlichen bis hin zu politischen Themen.
22231

Sein Stück „Sheroes“, das er in der Residenz entwickelt, nimmt das gestiegene Interesse an starken Frauenfiguren zum Anlass, um unser Verhältnis zum Heroismus zu hinterfragen. Der Umstand, dass zahlreiche Filme wie „Ocean's Eleven“ oder „Ghostbusters“ nun ihr „female remake“ bekommen, ändert nichts an der Tatsache, dass für Heldinnen oder Heroinen geschlechtsspezifische Stereotype reserviert sind. Die Heldinnen des Alltags, wie sie auch Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Weihnachtsansprache adressiert hat, sind die Krankenschwestern oder die Trümmerfrauen. Ihre Stärke liegt im Aufopfern für andere und weniger im heroischen Überwinden von Widerständen. In unserem kulturellen Gedächtnis überwiegen eindeutig Idole wie Mutter Teresa, denn wer kennt schon eine Generalin?

Demgegenüber stehen die „Sheroes“, die bereits im Namen die männlich geprägte Konstruktion von Helden, Heroen bzw. He–roes aufdecken. Eine Shero wäre also eine Figur, die auch das Ende des Heroismus, wie wir ihn kennen, bedeutet. Wie wäre eine Welt zu denken, die ohne maskulinen Heroismus auskommt?

Das Stück begibt sich auf die Suche nach möglichen Sheroes und versucht spielerisch herauszufinden, welche Eigenschaften man dafür haben müsste. Die sechs Darstellerinnen befragen die alten Vorstellungen, die für weiblichen Heldenmut reserviert waren und versuchen von dort aus neue zu entwickeln.

Konzept, Choreografie: Christoph Winkler

Von und mit: Lois Alexander, Dagmar Dachauer, Tamar Grosz, Sophie Lèbre, Judith Nagel, Teresa Zschernig

Ausstattung: Valentina Primavera

Produktionsdramaturgie: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

Ein Projekt von Christoph Winkler und ehrliche arbeit – freies Kulturbüro. Koproduziert vom Schauspiel Leipzig und Ballhaus Ost Berlin. Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Fr,

03. Februar 20:00 Residenz

Sa,

04. Februar 20:00 Residenz

Do,

09. Februar 20:00 Residenz

Fr,

10. Februar 20:00 Residenz

Sa,

11. Februar 20:00 Residenz

Weitere Artikel