GRENZEN SPRENGEN: Die neue Spielzeit des Theater Chur

Das Theater Chur startet nach einer ersten erfolgreichen Saison unter der Direktion von Ute Haferburg und Ann-Marie Arioli in die zweite mit dem Thema «Grenzen sprengen»: rund 90 kuratierte Theater-, Tanz- und Musiktheatervorstellungen, davon 15 Koproduktionen und 14 Ur- und Schweizer Erstaufführungen werden 2011/12 zu sehen sein.
10863

Mit den brisanten Verhältnissen des Nahen Ostens setzt sich in diesem Jahr das Festival WELT IN CHUR vom 29. Oktober bis zum 26. November 2011 auseinander. Beim Eröffnungswochenende zeigt das Theater Chur mit «The Peace Syndrom», vom Theater Heidelberg und des Teatron Beit Lessin, Tel Aviv, inszeniert von Torge Kübler und mit «In der Strafkolonie » nach Franz Kafka der palästinensischen Gruppe ShiberHur des jungen Regisseurs Amir Nazir Zuabi sowie einem Symposium zum Thema «Kann Theater Konflikte lösen?» die verschiedenen Welten, Ansichten und Konfliktlösungsstrategien in einem der grössten und langanhaltendsten Konfliktherde der Welt. Mit Yasmeen Godder und ihrer Uraufführung «Storm end come» präsentiert sich eine der bekanntesten israelischen Choreographinnen und in «Animal Lost» suchen das Choreographenduo Berg/Graf nach den tierischen Verhaltensweisen von Menschen. Ganz am Ende steht eine Bearbeitung von Richard Wagners Rheingold «Die Jaffa-Orangen des Richard W.» über Familienstrukturen im Spannungsfeld jüdischen Lebens zwischen Deutschland und Israel, aus der Perspektive der Dritten Generation, mit dem Solistenensemble Kaleidoskop in der Regie von Alexander Charim.

«Kabale und Liebe» von Friedrich Schiller in einer Inszenierung von Barbara David Brüesch, «Faust» von Johann W. Goethe in der Inszenierung von Stephan Müller, «Top Dogs» von Urs Widmer, gespielt vom Theater Karussel aus Liechtenstein sind nur einige der namhaften Stücke in der nächsten Saison. Mit dem Theater Chur als Koproduzenten entstehen in der nächsten Spielzeit Produktionen in Chur wie «Alright Mrs. Albright», die Uraufführung des ersten Figurentheater für Erwachsene des in Graubünden lebenden südafrikanischen Puppenspielers Leon Malan, inszeniert von Neville Tranter, Uraufführung «Die Wolfshaut» nach dem Roman des Österreichers Hans Lebert, inszeniert von Achim Lenz mit bekannten Schweizer- und Bündner Schauspielern.

Im Frühjahr wird es neu biennal einen «Churer Operettenfrühling» geben. Jonas Knecht inszeniert mit Schauspielern und Musikern «Die Fledermaus» und der berühmte englische Opernregisseur und Bühnenbildner Nigel Lowery inszeniert in Chur Franz Lehàrs «Frühling» in Koproduktion mit der Kammerphilharmonie Graubünden im Mai. Vor dem Sommer verbinden sich Tanz und Musik in Astor Piazzollas Tango Operita «Maria de Buenos Aires». Zeitgenössischen Tanz zeigen Choreographen aus Israel im November, Akram Khan mit seiner atemberaubenden neuen Produktion «Vertical Roads» und Monika Gintersdorfer mit zwei Produktionen.

Peter Konwitschny beehrt Chur mit einem weiteren «Bachprojekt», Ruedi Häusermann macht sich in «Eidg. Moos» auf die Spurensuche nach dem ursprünglichen Ländler, eine Erzählung von Jeremias Gotthelf wird bei Regisseur Ed Hauswirth zu einem Musical über <Swissness> und kurz vor dem nächsten Sonntag begeben sich Mathias Balzer und Duri Bischoff ins «Zentrum Der Welt» beim Sonntagsspaziergang mit dem Schriftsteller Gerhard Meier.

Neu bietet das Kinder- und Jugendtheater mit «Funkeldunkel-Lichtgedicht» ein Stück für Kinder ab zwei Jahren und für alle weiteren Altersstufen jeweils eine geeignete Produktion.

Die Kabarettreihe «Maulhelden» bringt in der nächsten Saison gewichtige Stars auf die Bühne des Theater Chur, angefangen mit den Reiseberichten von Roger Willemsen, Flurin Caviezels Weihnachtsprogramm, Hanspeter Müller-Drossart mit einem Menü 3, Beat Schlatter und Patrick Frey mit ihrem neuesten Programm «Das Drama», Gerhart Polt kommt nach Chur und Gardi Hutter versucht sich in ihrem neuen Programm als Schneiderin. Weiterhin gibt es auch die Literarischen Visiten im Kantonsspital Graubünden und den sonntäglichen «Churer Discurs» zum Thema Grenzen sprengen.

Neu bietet das Theater Chur zu den bisherigen Abonnementen ein Musiktheater-, ein Schauspiel- und ein Gemischtes Abo an.

www.theaterchur.ch

Weitere Artikel