URAUFFÜHRUNG: DER GOLDENE DRACHE von PÉTER EÖTVÖS - Oper Frankfurt

Premiere Sonntag, 29. Juni 2014, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot. -----Die Handlung erzählt mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors von den Schattenseiten der globalisierten Welt, von Ausbeutung, Gier und Brutalität: Einem jungen Chinesen wird im China-Vietnam-Thai-Schnellrestaurant „Der Goldene Drache“ ein schmerzender Schneidezahn mit der Rohrzange gezogen, da er ohne Aufenthaltsgenehmigung nicht zum Arzt gehen kann.
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Der Zahn landet in einem Suppentopf und somit im Mund einer Stewardess, die zu den Stammkunden des Imbisses zählt. Empört wirft sie den Zahn in den Fluss, in den zuvor der bei der brutalen „Operation“ verblutete Junge geworfen wurde. Eingewickelt in einen großen Drachenteppich soll er den Weg zurück in seine Heimat finden.

Wenn einer der meistgespielten deutschen Gegenwartsdramatiker – Roland Schimmelpfennig (*1967) – die literarische Vorlage zur neuesten Oper eines der erfolgreichsten Komponisten unserer Zeit – Péter Eötvös (*1944) – liefert, dann darf das Ergebnis mit Spannung erwartet werden. 2010 wurde Schimmelpfennigs Goldener Drache zum Berliner Theatertreffen eingeladen und anlässlich der Kritikerumfrage des Fachmagazins Theater heute zum „Stück des Jahres“ gewählt. Eötvös‘ jüngste Oper, Paradise reloaded (Lilith), feierte 2013 an der Neuen Oper Wien ihre Uraufführung. Nun finden beide Künstler in einem von der Oper Frankfurt in Koproduktion mit dem Ensemble Modern in Auftrag gegebenen Werk zusammen. In Schimmelpfennigs Stück mit seinen kurzen, schlagartig aufeinander folgenden Szenen übernehmen die Schauspieler jeweils mehrere Rollen, die teilweise im Gegensatz zu ihrem tatsächlichen Alter oder Geschlecht stehen. Dazu Péter Eötvös: „Dieses doppelte Rollenspiel macht den Reiz des Stückes aus. Ich bin mir sicher, dass die Musik helfen kann, einen Charakter wiederzuerkennen.“

Die musikalische Leitung der Uraufführung liegt beim Komponisten Péter Eötvös, der sie ab der zweiten Vorstellung an Kapellmeister Hartmut Keil übergibt. Beide Künstler sind seit Jahren mit der Arbeit des Ensemble Modern vertraut. So ist ihm Eötvös seit den achtziger Jahren verbunden, war 1998 maßgeblich an der Gründung des Ensemble Modern Orchestra beteiligt und dirigierte die erste Tournee dieses Klangkörpers, der sich als einziger der Musik unserer Zeit verschrieben hat. Keil brachte 2011 gemeinsam mit dem Ensemble Modern Arnulf Herrmanns Wasser bei der Münchner Biennale zur Uraufführung, gefolgt von Vorstellungen im Frankfurt LAB. Elisabeth Stöppler debütierte 2010/11 an der Oper Frankfurt mit der Produktion Neunzehnhundert im Bockenheimer Depot. Seit 2003 ist sie als freischaffende Regisseurin tätig. Zu ihren jüngsten Produktionen zählen Mozarts Die Entführung aus dem Serail in Weimar (2013) und Die Zauberflöte in Hannover (2014).

Kateryna Kasper (Die junge Frau) ist seit 2012/13 Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt und wird 2014/15 in das Ensemble übernommen. Hier war sie bereits als Papagena und Pamina in der Zauberflöte sowie als Angelica in Vivaldis Orlando furioso zu erleben. Seit 1999 ist die Mezzosopranistin Hedwig Fassbender (Die Frau über sechzig) Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und leitete dort von 2001 bis 2011 die Gesangsabteilung, die 2011 mit dem Hessischen Exzellenzpreis für Hochschullehre ausgezeichnet wurde. An der Oper Frankfurt gastierte sie zuletzt 2009 als Brigitta in Korngolds Die tote Stadt.

DER GOLDENE DRACHE (Musiktheater) 2013/14

Péter Eötvös (*1944)

Libretto von Roland Schimmelpfennig nach dem gleichnamigen Theaterstück,

eingerichtet von Péter Eötvös

Mit Übertiteln

Musikalische Leitung: Péter Eötvös (29. Juni 2014) / Hartmut Keil (Juli 2014)

Inszenierung: Elisabeth Stöppler

Bühnenbild: Hermann Feuchter

Kostüme: Nicole Pleuler

Licht: Jan Hartmann

Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Klangregie: Norbert Ommer

Die junge Frau (der Kleine): Kateryna Kasper

Die Frau über sechzig (alte Köchin u.a.): Hedwig Fassbaender

Der junge Mann (junger Asiate u.a.): Simon Bode

Der Mann über sechzig (alter Asiate u.a.): Hans-Jürgen Lazar

Der Mann (ein Asiate u.a.): Holger Falk

Ensemble Modern

Kompositionsauftrag von Ensemble Modern und Oper Frankfurt

Koproduktion mit dem Ensemble Modern

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Weitere Vorstellungen: 1., 4., 6., 7., 9., 11. Juli 2014

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

Karten sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

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