"Vom Fließen der Gedanken und Bilder" - Von Pina Bausch und Laurent Chétouane bis Heiner Müller und Bob Wilson – künstlerische Positionen im Videokaleidoskop „Transforming Acts“ in Berlin

Vom 8. Mai (18.00 Uhr Eröffnung) bis 16. Mai 2015, täglich 14.00 bis 19.00 Uhr, im Kunstquartier Bethanien (Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg). Eintritt frei. -----Am Rande des Theatertreffens vereint die Videoinstallation „Transfoming Acts“ künstlerische Positionen von herausragende Choreografen und Regisseuren – so Pina Bausch, Laurent Chétouane, Jo Fabian, Jan Fabre, Johann Kresnik, Thomas Lehmen, Heiner Müller, NEUER TANZ/VA Wölfl, Einar Schleef, Meg Stuart, Robert Wilson und The Wooster Group.
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Ästhetische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte werden in diesem Kaleidoskop als gegenseitige Inspiration von Künstlern erlebbar, als gedanklicher Raum, in dem Choreografen und Regisseure direkt oder intuitiv aufeinander Bezug nehmen.

Ausgangspunkt bilden die 89er Jahre des vorigen Jahrhunderts, in denen der Tanz als autonome Kunstform in markanter Weise zum Impulsgeber für Künstler wurde, die nach unverbrauchten Ausdrucksformen suchten und dabei Genre- und Gattungseinhegungen überschritten, und er beeinflusste besonders die Theateravantgarden nachhaltig.

Inszenierungssauschnitte und Künstlerporträts werden auf fünf lebensgroßen Leinwänden erlebbar. Immer wieder wechselnde Zufalls-Kombination bringen Bilder und Texte zusammen und inspirieren den Betrachter zu stets Wahrnehmungen der künstlerischen Visionen.

Gefördert von Tanzfonds Erbe wurde das ITI-Projekt „Transforming Acts“, ein Videokaleidoskop von Penelope Wehrli und Detlev Schneider, erstmalig 2014 bei Tanz im August gezeigt. Bevor die Installation in den kommenden Monaten in Frankfurt/Main, Maribor (Slowenien) und Leipzig gezeigt wird, ist sie noch einmal im Kunstquartier Bethanien (Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg) zu sehen:

Das hochartifizielle Bewegungsvokabular des Tanzes, die choreografierten Gruppenfiguren, die Komposition der Akteure zu Bildern im Raum, repetitive Abläufe und Stehparaden, das Physisch-Expressive des tänzerischen Ausdrucks, aber auch die Virtuosität der Ballettsprache und das Chorische wurden Bezugsfelder für Regisseure und Dramaturgen, die nach einer erneuerten und gesteigerten Kunsthaftigkeit des szenischen Geschehens suchten, nach Kunstmitteln jenseits des geläufigen mimetischen Abbildrealismus im Schauspiel und linearer Narration.

Wie sehr etwa Pina Bauschs Choreografien das eigene Kunstdenken prägten, bekundeten in berührender Weise Heiner Müller und Einar Schleef auf ihrer Suche nach zeitgemäßen szenischen Bildern des Tragischen.

Zeitgleich entfalteten in Mitteleuropa die Synergien von Tanz, Klang und Bildraum ihre Wirkung, an denen seit den sechziger Jahren Cage und Cunningham und die New Yorker Judson-Church-Protagonisten arbeiteten. Lucinda Childs´ Einfluss etwa erreichte uns in den Inszenierungen von Robert Wilson. Auch die frühen Choreografien und Performances von Anne Teresa de Keersmaeker, Jan Fabre und anderer Aktivisten der flämisch-niederländischen Szene dieser Zeit speisten sich von dorther und machten sie dann zum Inspirationsquell jüngerer Choreografen und Regisseure.

Zugleich begann der Tanz seinerseits, die Spezifika anderer Kunstformen zu adaptieren, und er verstärkte damit noch sein Einflusspotential - dramaturgisches Denken in mehrschichtigen Narrativen, Sprach, Sprech- und Schrifttexturen sowie die rasant wachsenden Imaginationspotentiale der elektronischen Bild- und Klangmedien.

Diese überaus fruchtbaren Inspirations- und Transformationsvorgänge in den letzten drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts will dieses Projekt in einem ersten Anlauf an einigen eindrücklichen Beispielen aufzeigen und in einer medialen Installation erfahrbar machen.

Sie versammelt Bildmaterial signifikanter Aufführungen von zwölf Choreografinnen und Choreografen, Regisseurinnen und Regisseuren sowie Bild- und Tonmaterial aus deren Archiven, aus Theater- und Tanzarchiven und kombiniert diese mit Videoporträts, die speziell für diese Installation hergestellt wurden.

Pina Bausch / Laurent Chétouane / Jo Fabian / Jan Fabre / Johann Kresnik / Thomas Lehmen / Heiner Müller / Einar Schleef / Meg Stuart / Robert Wilson / The Wooster Group / NEUER TANZ/VA Wölfl

- dies ist die erste exemplarische Auswahl, in alphabetical order.

Das deutsche Zentrum des ITI verbindet rund 200 Tanz- und Theaterschaffende sowie rund 30 Institutionen der Darstellenden Künste in Deutschland. Es wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder und das Sitzland Berlin. Transforming Acts ist ein Tanzfonds Erbe Projekt des ITI und seines ständigen Projekts Mime Centrum Berlin, in Kooperation mit dem Verbund deutscher Tanzarchive.

Transforming Acts

Ein Tanzfonds Erbe Projekt

Ein Projekt des Internationalen Theaterinstituts / Mime Centrum Berlin in Kooperation mit dem Verbund deutscher Tanzarchive.

Künstlerische Leitung: Penelope Wehrli (Konzept, Raumpartitur, Interviews)

Detlev Schneider (Konzept, Dramaturgie)

Projektleitung: Michael Freundt (Konzept, Organisation)

Archivrecherchen und Digitalisierung: Thilo Wittenbecher / Mime Centrum Berlin

Recherchemitarbeit: Christopher Langer

Die Texte von Heiner Müller wurden eingesprochen von Blanche Kommerell.

Systemarchitektur: Joa Glasstetter

Videoportraits: Sirko Knüpfer

Videobearbeitung: Constanze Altmann, Beate Kunath

Sound Design: Christian Obermaier

Bau: Eik Döring

Mitarbeit bei Recherchen, Organisation, Materialbearbeitung und Rechteklärung:

Annette Doffin, Ellen Gutovsky, Olaf Helbing, Joy Kristin Kalu, Ralf Krause, Iris Mohwinkel, Rebekka Richter, Anna Rozkosny, Jasmin Sauer, Andrea Specht, Maxim Wittenbecher

Gefördert durch Tanzfonds Erbe - eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes

Premiere am 15. August 2014 bei „Tanz im August“ im HAU3, Berlin

Mehr Informationen unter www.iti-germany.de

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