Opernhaus Zürich: "Die Nase" von Dmitri Schostakowitsch

Premiere 17.09.2011, 19:00. -----Eines Morgens wacht der unbescholtene Petersburger Kollegienassessor Platon Kusmitsch Kowaljow auf – und hat keine Nase mehr. Einfach weg, die Nase. Kowaljow reibt sich verdutzt die Augen, doch der Albtraum hat gerade erst begonnen!
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Statt nämlich ihren angestammten Platz im Gesicht des hochehrenwerten Kowaljow wieder einzunehmen, spaziert die Nase schamlos durch die Stadt und sieht überhaupt keinen Grund, zu Kowaljow zurückzukehren – schliesslich hat sie in kürzester Zeit einen unwahrscheinlichen sozialen Aufstieg erlebt, ihr sozialer Rang entspricht nun dem eines hohen Beamten. Der ohnehin schon verzweifelte Kowaljow sieht sich ohne Nase nicht nur dem Hohn und Spott seiner Mitmenschen ausgesetzt, sondern beisst sich an der russischen Bürokratie beinahe auch noch die Zähne aus...

Gerade 22 Jahre war Schostakowitsch alt, als er seine erste Oper «Die Nase» nach der Erzählung von Nikolaj Gogol schrieb; bis zu seinem Lebensende sollte dies sein mutigstes Werk für das Musiktheater bleiben. Schostakowitsch macht keinen Unterschied zwischen ernster Musik und Unterhaltungsmusik; ohne Tabu montiert er einen Choral hinter einen Galopp, ein verfremdetes Volkslied neben ein Lamento; eine derbe Polka steht unvermittelt neben zarten und filigranen Passagen, und auf ausdrucksvolle Kantilenen folgt spielerische Leichtigkeit. Im Orchester spielen neben Streichern, Bläsern und einem grossen Schlagzeugapparat auch eine singende Säge und eine Trillerpfeife, und Schostakowitschs Tätigkeit als Stummfilmpianist spiegelt sich in zahlreichen filmischen Kompositionstechniken wie Parallel-Szenen, harten Schnitten und Überblendungen. Gogols Vorlage lieferte das passende Material dafür: Tragisches und Komisches, Reales und fantastisch Traumhaftes stehen in der Erzählung unvermittelt nebeneinander, und die Banalität der Wünsche und Ängste des russischen Kleinbürgers ist in ein scharfes Licht gerückt.

Dirigent

Ingo Metzmacher

Inszenierung

Peter Stein

Bühnenbild

Ferdinand Wögerbauer

Kostüme

Anna Maria Heinreich

Lichtgestaltung

Joachim Barth

Choreinstudierung

Ernst Raffelsberger, Lev Vernik

Choreographie

Lia Tsolaki

Orchester

Orchester der Oper Zürich

Mit

Lauri Vasar (Kowaljow), Valeriy Murga (Jakowlewitsch), Alexej Sulimov (Wachtmeister), Michael Laurenz (Iwan), Leonid Bomstein (Nase); Liliana Nikiteanu (Podtotschina), Eva Liebau (Tochter der Podtotschina), Cornelia Kallisch (eine vornehme Matrone), Liuba Chuchrova (Praskowja Ossipowa); Tomasz Slawinski (Angestellter einer Anoncenredaktion), Pavel Daniluk (ein Arzt/ 2. Hausknecht/ 5. Herr/ 1. Bekannter des Kowaljoff); Ivana Rusko (Brezelverkäuferin), Margaret Chalker (eine Mutter/ eine spaziergehende Mutter); Andreas Winkler (Portier/ 2. Polizist/ 1. Herr), Patrick Vogel (5. Polizist/ 2. Herr/ 2. Bekannter des Kowaljoff), Benjamin Bernheim (7. Polizist/ 3. Herr), Boguslaw Bidzinski (8. Polizist/ 7. Herr), Miroslav Christoff (9. Polizist/ ein alter Mann), Jan Rusko (1. Sohn/ Jarischkin), Martin Zysset (Pjotr Fjodorowitsch/ Oberst), Reinhard Mayr (1. Hausknecht/ 1. Polizist/ 4. Herr/ 3. Bekannter des Kowaljoff), Eugevny Sevastyanov (3. Hausknecht/ 4. Polizist/ Spekulant), David Steffens (4. Hausknecht/ 6. Polizist), Kresimir Strazanac (5. Hausknecht/ 10. Polizist/ 9. Herr), Cheyne Davidson (6. Hausknecht/ ein Vater), Andreas Hörl (7. Hausknecht/ Kutscher der Postkutsche/ 6. Herr/ein Wächter), Morgan Moody (8. Hausknecht/ 2. Sohn), Giuseppe Scorsin (Kutscher / Iwan Iwanowitsch), Joa Helgesson (gräflicher Lakai / Polizist Sommergarten), Thomas Forde (Haiduk / 3. Polizist / Polizist Sommergarten), Ilker Arcayürek (8. Herr); Eva Liebau (Sopransolo); Leonid Semenov (Mirza), Jakob Köhn (Bekannter, Begleitender Herr); Julia Reznik (Begleitende Dame); Oleg Zhukov (Bekannter, Reisender)

Weitere Spieldaten:

Mi, 21.09.2011 Fr, 23.09.2011 Di, 27.09.2011 Fr, 30.09.2011 Di, 04.10.2011 Do, 06.10.2011 Sa, 08.10.2011

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