DER SCHIMMELREITER Nach der Novelle von Theodor Storm, Theater am Rand Zollbrücke 16, 16259 Oderaue

Freitag, 17.11.2017, Premiere I um 15:00, Premiere II um 19:30

14.November 2017

 Als Hauke Haien durch seine Beziehung zur Tochter des alten Deichgrafen schließlich dessen Position übernimmt, spitzen sich die Fronten im Dorf dramatisch zu. Die unheildrohenden Sagen und gespens-tischen Vorahnungen der Dorfbewohner einerseits und der unnachgiebige, oft wahnsinnig anmutende Eifer von Hauke Haien andererseits kollidieren schlussendlich auf dem Deich bei der Jahrhundertflut.

Der traurigste Moment, das war ebenso zweifellos der Tag, als wir die Ziltendorfer Niederung verloren haben. Als wir die Wucht der Wassermassen spürten. Ich werde diese Szenen niemals vergessen. Hunderte Jahre alte Bäume, die vorher auf dem Deich standen, trieben senkrecht in den Fluten. Tiere verendeten – nicht alle waren rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Und zu diesem Zeitpunkt mussten wir ja noch davon ausgehen, dass uns ähnliche Szenarien in Frankfurt und im Oderbruch bevorstanden, dass wir dies alles noch einmal erleben mussten. Der Mensch vergisst schnell. Wenn wir die Fähigkeit des Vergessens nicht hätten, würden wir auf dieser Welt verrückt werden. Und dennoch lernen wir auch dazu.
Matthias Platzeck

Am 14. September 1817 wurde in Norddeutschland der Dichter Theodor Storm geboren.                                                                                    
Aus gutem Hause stammend, schrieb er schon als junger Mann Gedichte. Später wurde Storm vor allem mit seiner Novelle vom Schimmelreiter zu einem der wichtigsten Schriftsteller in einer Zeit, die in das romantische Literaturverständnis mehr und mehr die Positionen eines poetischen Realismus einbrachte.
DER SCHIMMELREITER ist bis heute Lesestoff in deutschen Gymnasien. Die Novelle lässt die großen Konflikte einer neuen bürgerlichen Schicht beispielhaft aufleuchten: Die Emanzipation einer technisch gebildeten Bürgerschaft von alten, regional und religiös bestimmten Konventionen. Hauke Haien wird zum Sinnbild einer neuen Denk- und Lebensweise, die sich den Ängsten und Vorbehalten einer Dorfgemeinschaft entgegenstellt - und nicht weniger als ihren eigenen Untergang riskiert.

Auch von den Toten bleibt auf Erden noch ein Schein zurück, und die Nachgelassenen sollen nicht vergessen, dass sie in seinem Lichte stehen, damit sie sich Hände und Antlitz rein erhalten.                                                                                                                                                                                                                            Theodor Storm  

Es spielen
Jan Krauter…………………………………………Hauke Haien
Charlotte Puder…………. Elke Volkerts, Trin Jans, Reisende
Holger Daemgen…………Ole Peters, Tede Haien, Deichgraf
Benjamin Kramme…………………...Carsten, Alter Deichgraf
Friedrich Bassarak…………………………. Slowake, Wienke

Regie
Christian Schmidt
Musik
Friedrich Bassarak
Bühne
Hannes Hartmann
Kostüme
Clarissa Freiberg
Regieassistenz
Elena Riccardi
Dramaturgie
Helge Björn Meyer

Weitere Vorstellung
Samstag, 18.11. 19:30 Der Schimmelreiter

Reservierungen per Telefon: 033 457 - 665 21 oder unter www.theateramrand.de

Theater am Rand Betriebs GmbH                                         

Zollbrücke 16                                                                                 

16259 Oderaue                                                    

www.theateramrand.de
                                                                                                                                                                                                                           

Ähnliche Artikel