„Ödipus / Antigone“ nach Sophokles im Theater Bremen

Premiere am 9. Dezember 2017 um 20 Uhr im Kleinen Haus

Die Geschichten von Ödipus und Antigone sind gleichermaßen familiär wie schicksalshaft miteinander verbunden, ist Antigone doch ebenso Tochter wie Schwester des Ödipus, der – allen Versuchen, sich zu entziehen zum Trotz – von einem Fluch eingeholt wird, seinen Vater tötet und mit seiner Mutter vier Kinder zeugt. Während Ödipus an der Vorbestimmtheit seiner Geschicke scheitert, gerät Antigone in Konflikt zwischen Staatsraison und Moral.
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Ihrem toten Bruder Polyneikes soll eine Bestattung verwehrt werden, da er in Theben als Staatsfeind angesehen wird. Antigone widersetzt sich den Weisungen ihres Onkels Kreon, dem König von Theben (seines Zeichens gleichzeitig Onkel und Schwager des Ödipus) und wird in der Folge selbst als Widersacherin des Staates verurteilt und bei lebendigem Leib eingemauert.


Regisseur Felix Rothenhäusler inszeniert mit „Ödipus“ und „Antigone“ die zwei bekanntesten Stücke aus Sophokles‘ antikem Dramenzyklus um die Familiengeschichte des Thebaner Herrscherhauses und prüft diese in Kooperation mit dem Autor Jan Eichberg (Fassung) und dem Musiker Matthias Krieg auf den Zusammenhang von Tragik und Komik.
Rothenhäusler liest den politischen Konflikt von „Antigone“ als Folge der familiären Tragödie des „Ödipus“ und setzt beide Werke zu einem großen Drama zusammen. Die Textfassung von Jan Eichberg folgt inhaltlich Sophokles, wobei sie sein Werk in eine sehr rhythmische, gegenwärtige Sprache übersetzt. Rothenhäusler interessiert neben den allgemeingültigen Aspekten des Stoffes, den Themenkomplexen wie Schicksal und Schuld, vor allem die Frage nach dem individuellen Gestaltungsraum im Rahmen strenger politischer und familiärer Vorgaben.
Wie schon bei „Mr. Robot“ setzt er dabei als Erzählweise auf das Prinzip der verdichteten Kommunikation. Die Zeit als sortierende Kraft wird ausgehebelt, alles komprimiert sich in einer Gleichzeitigkeit, wobei die Sphäre der griechischen Tragödie um die Dimension der Gegenwart erweitert wird. „So entsteht ein mythischer Raum der Antike, in dem alles verfügbar ist, was unsere gegenwärtige Realität ausmacht“, erklärt Akın Emanuel Şipal, der die Produktion als Dramaturg betreut. Dabei werde der Abend trotz des tragischen Stoffes auch viele komische Momente haben, dies habe jedoch nicht zur Folge, dass die Antike zertrümmert werde: „Wir nehmen den Stoff ernst, aber wir sehen auch den Aberwitz, der in der Verkettung von besten Absichten, Unwissenheit, Vorbestimmung  und Missverständnissen mitschwingt.“

Felix Rothenhäusler wurde 1981 geboren. Nach einem Studium der Theater- und Medienwissenschaft in Bayreuth und Paris wechselte er für ein Regiestudium an die Theaterakademie Hamburg. Seit der Spielzeit 2012/13 ist er Hausregisseur im Schauspiel am Theater Bremen und brachte Romanvorlagen wie „Sickster“ von Thomas Melle und David Cronenbergs „Verzehrt (Consumed)“ zur Uraufführung. Gemeinsam mit Matthias Krieg erarbeitete er neben „Mr. Robot“ auch die beiden Cohen-Liederabende „I’m Your Man“ und „You Want It Darker“.  In dieser Spielzeit wird Rothenhäusler nach „Le Nozze di Figaro“ (Spielzeit 2014/15) und „Werther“ (Spielzeit 2015/16) mit Strauss‘ „Fledermaus“ auch wieder im Musiktheater inszenieren.
 

  • Regie:                         Felix Rothenhäusler
  • Textfassung:             Jan Eichberg
  • Bühne:                       Katharina Pia Schütz
  • Kostüme:                   Elke von Sivers
  • Musik:                       Matthias Krieg
  • Dramaturgie:            Akın Emanuel Şipal


Mit: Annemaaike Bakker, Bastian Hagen, Johannes Kühn, Siegfried W. Maschek, Mirjam Rast, Verena Reichhardt, Robin Sondermann

Das Bild zeigt Sophokles

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