Gaetano Donizettis Belcanto-Oper „Lucia di Lammermoor“ im Theater Bremen

Premiere am 28. Januar 2018 um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

Lucia di Lammermoor – nach dem Roman The Bride of Lammermoor von Sir Walter Scott – wurde 1835 in Neapel uraufgeführt und bescherte dem Komponisten, der zusammen mit Gioacchino Rossini und Vincenzo Bellini zum Dreigestirn des italienischen Belcanto zählt, einen überragenden Erfolg. Erzählt wird eine Romeo-und-Julia-Geschichte im Schottland des 16. Jahrhunderts: Lucia soll durch eine ökonomisch günstige Heirat den Ruin der Linie Ashton abwenden, liebt aber den Todfeind der Familie, Edgardo di Ravenswood.
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Um die unerwünschte Liaison zu vereiteln, ist Lucias Bruder Enrico jedes Mittel recht. Und so kommt es – losgetreten durch einen fingierten Brief – zu Zwangsheirat, Mord und einer musikalisch hochvirtuosen Flucht in Wahnsinn und Tod.

Donizetti kontrastiert in Lucia di Lammermoor eine von Blutfehde und ökonomischen Zwängen deformierte Gesellschaft mit dem differenziert ausgeleuchteten Psychogramm einer Liebe, die zwischen den Fronten zerrieben wird. Der Regisseur Paul-Georg Dittrich versetzt diesen Gegensatz in eine dystopische Kunstwelt und geht in seiner ästhetisch stark multimedial geprägten Inszenierung vor allem der Frage nach, ob das Ideal der romantischen Liebe heute überhaupt noch lebbar sein kann oder ob auch die Liebe inzwischen zur Ware, zum Kapital geworden ist.

Der Regisseur Paul-Georg Dittrich widmet sich – nach seinen beiden für den Theaterpreis DER FAUST nominierten Arbeiten Wozzeck und La Damnation de Faust – mit seiner dritten Produktion am Theater Bremen Gaetano Donizettis schauerromantischen Belcanto-Tragödie Lucia di Lammermoor. Paul-Georg Dittrich (*1983) studierte Regie in Hamburg und inszenierte unter anderem am Schauspiel Frankfurt, Theater Heidelberg, Schauspielhaus Wien, Theater Augsburg, Theater Aachen, Theater Bielefeld, Theater Kiel, Landestheater Tübingen, Stadttheater Bremerhaven, Theater Erlangen und auf Kampnagel Hamburg. Im Fokus von Dittrichs Arbeiten steht neben dem poetischen Geschichtenerzählen und der phantasievollen Einbeziehung von audio-visuellen Medien, immer auch die künstlerische Suche nach einer zeitgenössischen Symbiose/Vernetzung zwischen Musik- und Sprechtheater und nach experimentellen Spielformen. Für seine Inszenierungen Wozzeck (2016) und La Damnation de Faust (2017) am Theater Bremen wurde er zweimal in Folge für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert.

Die Bremer Philharmoniker erhalten bei dieser Produktion die musikalische Unterstützung eines Glasharmonika-Spielers, denn Donizetti komponierte Lucias ergreifende Wahnsinns-Arie, in der sie die Vorbereitungen für die Hochzeit mit ihrem Geliebten imaginiert, ursprünglich für dieses Instrument. Einem unglücklichen Zufall geschuldet, wurde die Glasharmonika jedoch bereits bei der Uraufführung durch eine Querflöte ersetzt, eine Lösung, die sich in der Aufführungstradition auch fortführte. Erst in jüngerer Zeit beginnt sich die Orchesterbesetzung mit Glasharmonika wieder verstärkt durchzusetzen.

  • Musikalische Leitung: Olof Boman
  • Regie:                            Paul-Georg Dittrich
  • Bühne undKostüme:   Pia Dederichs, Lena Schmid
  • Video:                            Jana Findeklee
  • Chor:                              Alice Meregaglia
  • Choreografie:                Lotte Rudhart
  • Dramaturgie:                 Caroline Scheidegger


Mit: Christian-Andreas Engelhardt, Christoph Heinrich, Hyojong Kim, Luis Olivares Sandoval, Martina Parkes, Nerita Pokvytytė, Birger Radde.

Chor und Statisterie des Theater Bremen. Es spielen die Bremer Philharmoniker.

Das Bild zeigt Gaetano Donizetti

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