Deutsche Erstaufführung von »Prima Donna«, Rufus Wainwrights Hommage an die italienische Oper, Theater Augsburg

Premiere 3.2.2018 | 19:30, martini-Park

Wie klingt eigentlich eine Oper von einem Singer-Songwriter? Rufus Wainwright, das »enfant terrible« der zeitgenössischen Komponistenszene, zeitlebens Grenzgänger zwischen Popkultur und Klassik, komponierte nach fünf Studioalben 2006 mit »Prima Donna« seine erste Oper. Eine Hommage an große italienische Opernkomponisten wie Puccini und Verdi, ein Stück, das durch seine Unmittelbarkeit, seine Melancholie und seine spätromantische Musik besticht.
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(c) Marie Pawlotsky

Rufus Wainwright zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Singer-Songwriter-Szene. Er schrieb Hits wie »Cigarettes and Chocolate«, »Hallelujah«, oder »Foolish Love«. Künstlerisch inszeniert sich Wainwright gern als Gesamtkunstwerk und bringt »Ironie und Ernst, Travestie und heilige Feier« mit einer »hoch individuellen queeren Ästhetik in die beste Balance« (Jens Balzer). Bereits mit 13 Jahren stand der Sohn von Singer-Songwriter Loudon Wainwright III und der kanadischen Sängerin Kate McGarrigle zum ersten Mal auf der Bühne.

Der Lebensweg des jungen Rufus schien vorgezeichnet: Sex, Drugs und Rock 'n' Roll. In den 2000ern hatte er einen Zusammenbruch, erzielte jedoch mit seinem Album »Release The Stars« 2007 – als »Baroque Pop« eine Mischung aus Klassik und Pop – seinen Durchbruch. Das Album erhielt eine Goldene Schallplatte in Großbritannien und Kanada. 2006 komponierte Rufus Wainwright mit »Prima Donna« seine erste Oper, die 2009 in Manches­ter ihre Uraufführung feierte.

Inhaltlich ist »Prima Donna« nah bei Wainwright selbst. Im Mittelpunkt steht das Künstlerdasein, das sich im nervenaufreibenden Spannungsfeld von Erfolg und Scheitern bewegt. In »Prima Donna« wird das Schicksal einer in die Jahre gekommenen Operndiva skizziert, die auf dem Höhepunkt ihres Ruhms die schlimmste Katastrophe ihrer Gesangskarriere erleben musste: Sie verlor in einer laufenden Vorstellung ihre Stimme. Angetrieben von ihrem ehrgeizigen Butler bereitet sie sich nun nach mehreren Jahren Pause auf ihr Comeback vor. Doch bruchstückhaft kehrt die so ruhmreiche wie schmerzhafte Vergangenheit wieder. Vieles bleibt unausgesprochen – und der Zuschauer merkt, dass der Griff nach den Sternen seine Opfer fordert.

Für die Regie konnte ein Regisseur gewonnen werden, der zum ersten Mal in Augsburg inszeniert: Hans-Peter Cloos. Cloos kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken und arbeitet für Schauspiel, Oper und Fernsehen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Japan und den USA. Außerdem hat er gemeinsam mit Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Alexander Kluge beim Film »Deutschland im Herbst« mitgewirkt. Hans Peter Cloos wird das Werk am 3. Februar im martini-Park zur Deutschen Erstaufführung bringen, für die eigens eine deutsche Übersetzung angefertigt wurde. Cloos hat neben der Realisierung zahlreicher preisgekrönter Filme für das Living Theatre New York, das Festival de Nancy und das Bouffes du Nord Paris gearbeitet.

Libretto Bernadette Colomine und Rufus Wainwright
Deutsche Übersetzung Lothar Nickel

  • Musikalische Leitung Lancelot Fuhry
  • Inszenierung, Bühne & Videokonzept Hans Peter Cloos
  • Kostüme Marie Pawlotsky
  • Dramaturgie Sophie Walz


Madame Saint Laurent Sally du Randt
Marie Jeannette Wernecke
Philippe Wiard Witholt
André Roman Poboinyi
Francois Jan Plausteiner / Sedat Cerimi
Sofie Kinga Klepaczewski

Orchester Augsburger Philharmoniker

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Mit Unterstützung der Botschaft von Kanada.

Bild: Figurine zu »Prima Donna« von Marie Pawlotsky

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