Uraufführung: DAS KLEINE MEERMÄDCHEN nach Hans Christian Andersen von Gerald Maria Bauer - Theater der Jugend in Wien

Premiere am 20. Februar 2018 um 16.00 Uhr im Renaissancetheater

»Wenn die Schwestern so Arm in Arm am Abend durch die See hinaufstiegen, dann stand die kleine Schwester ganz allein und sah ihnen nach, und es war ihr, als ob sie weinen müßte, aber Meermädchen haben keine Tränen und leiden darum viel schwerer.« Hans Christian Andersen. Die kleine Seejungfer
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Keyfoto (c) Rita Newman

Immer die Kleinste in der Familie zu sein ist gar nicht lustig! Tagaus, tagein dieser betuliche Unterwassertrott, wie langweilig! – Deshalb will Elida hoch hinaus. Pfeilschnell zieht sie ihre Kreise über dem Meeresgrund… und stößt dennoch sehr schnell an die Grenzen des väterlichen Wassergartens. Da muss es doch noch irgendwas anderes geben!

Während sich ihre beiden älteren Schwestern jede Nacht im hochseetauglichen Ozeanien ins wilde Abenteuerleben stürzen, kann sie den ganzen Tag Löcher in den Sand stochern – bis eines Tages etwas Merkwürdiges passiert: Ein gar nicht so unhübsches Wesen scheint aus einem Boot gefallen zu sein, besitzt zwei »Beine«, schnappt verzweifelt nach Luft und ist überhaupt für das Leben unter Wasser völlig ungeeignet! Sonderbar und faszinierend ist diese Gestalt aus einer anderen Welt und es nimmt wenig Wunder, dass es von da an um Elida geschehen ist.

Sie will ihn genauer kennenlernen und mit ihm Zeit verbringen – denn er verheißt eine abenteuerliche Zukunft voller Vögel, die am Himmel kreisen, mit einer salzigen Meeresbrise, die durch die Haare weht, und einem glühenden Ball am Himmel, den er »Sonne« nennt und der jeden Tag im Meer zu versinken droht. All das kennt Elida nur aus Erzählungen und ihr Entschluss steht fest: Sie will Mensch werden und diese neue Welt mit eigenen Augen sehen. Und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann gibt es kein Zurück.
Bisher hat das noch kein Meermädchen riskiert. Doch dass ihr in der neuen Welt hohe Wellen der Emotion entgegenschlagen, damit hat Elida nicht gerechnet…

In Kopenhagen gilt die anderthalb Meter hohe Statue des kleinen Meermädchens unweit des Kastells als wichtigstes Wahrzeichen, das jährlich von Millionen Touristen besucht wird. Den Erfinder Hans Christian Andersen hat die wohl berühmteste seiner zahlreichen Geschichten unsterblich gemacht.

HANS CHRISTIAN ANDERSEN ist bekannt für seine Kunstmärchen sowie zahlreiche Reiseberichte. Er wurde 1805 im dänischen Odense in großer Armut geboren und ging mit 14 Jahren nach Kopenhagen. Dort wurde er aufgrund seines großen Talents vom Leiter des königlichen Theaters aufgenommen, später durfte er auch die Universität besuchen. In dieser Zeit entstanden die ersten Erzählungen, die er auch auf die Bühne übertragen wollte. Mit der Veröffentlichung seiner Romane und Erzählungen stieg seine Bekanntheit, ab 1839 wurde er mit einem staatlichen Dichtergehalt ausgestattet. So abgesichert unternahm Andersen ausgedehnte Reisen, die er in Reiseberichten, Romanen und Dramen dokumentierte. Zwischen 1835 und 1848 publizierte er acht Bände, in denen er Volksmärchen bearbeitete sowie eigene Märchen sammelte. Bezeichnend für Andersen ist die für die damalige Zeit untypische Alltagssprache, die trotz großer literarischer Ansprüche eine gewisse Leichtigkeit vermittelte.

GERALD MARIA BAUER studierte Philosophie, Theater- und Musikwissenschaft an der Universität Wien sowie der Freien Universität Berlin. Bereits während seines Studiums war er am Theater tätig, zuerst als Regieassistent am Wiener Volkstheater, dann – von 1993 bis 1996 – als Dramaturg am Schauspielhaus Wien. Darauf folgten Engagements bei den Wiener Festwochen sowie dem Festival »steirischer herbst«. Nach Beendigung seines Studiums wurde er stellvertretender Intendant und Chefdramaturg am Schlosspark Theater Berlin. Neben seinen Theatertätigkeiten war er als Lektor am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien tätig, publizierte in Theatermagazinen und fungierte als Herausgeber von Büchern. 2004 wurde sein Text »Searching for the Enemy« von der irischen Boomerang Company uraufgeführt und unmittelbar danach zum Fringe Festival in Dublin eingeladen. Seit 2002 ist er Chefdramaturg des Theaters der Jugend und war 2011/12 Gastprofessor für Regie am Max Reinhardt Seminar sowie 2013 Lehrbeauftragter am Mozarteum Salzburg. In der Saison 2006/07 übersetzte und inszenierte er Louis Sachars »Bradley – letzte Reihe, letzter Platz«, in den darauffolgenden Jahren brachte er u.a. Lutz Hübners »Creeps«, »Die Nibelungen«, »Karlsson vom Dach«, »Emil und die Detektive«, »Der Nussknacker« und zuletzt in dieser Saison »Der Fluch des David Ballinger« auf die Bühne.
 

  • Regie und Bühne: Gerald Maria Bauer
  • Kostüme: Nicole von Graevenitz
  • Licht: Christian Holemy
  • Figurenbau und Coaching: Rebekah Wild
  • Videogestaltung: Atzgerei
  • Bühnenbildassistenz: Diana Zimmermann
  • Dramaturgie: Sebastian von Lagiewski
     
  • Elida, das Meermädchen Shirina Granmayeh
  • Namina, Elidas Schwester Julia Edtmeier
  • Daria / Melusine Claudia Waldherr
  • Meermann, Elidas Vater Rafael Schuchter
  • Die Krake / Spelunkenjenny Sara Livia Krierer
  • Piet, ein Hafenjunge Niklas Doddo
  • Plemperbier, ein Seebär Christian Strasser
  • Klabauter Stefan Rosenthal
  • Boje, ein Kapitän Hannes Pendl
  • Figurenspiel Andrea Köhler


Weitere Vorstellungen bis 17. März 2018
Für Kinder ab 6 Jahren

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