"1984" - Schauspiel nach George Orwell im Theater Münster

Premiere Fr, 09. März 2018 19.30 Uhr · Kleines Haus

Im Jahre 2050 wird sich die gesamte Sprache und das »Denkklima« verändert haben. Kein Bürger wird mehr erkennen, dass er in einem totalitären Überwachungsstaat unter dem Regime des fiktiven »Großen Bruders« lebt. Privatsphäre, persönliche Beziehungen und Sexualität sind getilgt, ebenso eine lebendige Sprache. Im Jahre 1984 ist die sowohl emotional wie auch in ihrer Bedeutungsvielfalt eingeschränkte Sprache »Neusprech« zwar schon in Gebrauch, hat sich aber noch nicht durchgesetzt. Außerdem soll das Prinzip des Neusprech-Wortes »Doppeldenk« den Begriff der Wahrheit relativieren. Alternative Fakten, das Löschen der Vitae staatsfeindlicher Subjekte und das Manipulieren historischer Tatsachen haben Wahrheit und Geschichte nachhaltig zugunsten des Systems verändert.
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(c) Oliver Berg

Winston Smith ist 1984 Teil dieses Systems. Zum Verhängnis wird ihm nicht nur sein heimlich geführtes Tagebuch. Er ist sich bewusst, dass er dieses Gedankenverbrechen ebenso wie die Liebe zu einer jungen Frau namens Julia mit dem Leben bezahlen muss. Seine naive Überzeugung, in O’Brien, einer zentralen Persönlichkeit des Systems, und Charrington, einem scheinbaren Trödelhändler, Gleichgesinnte gefunden zu haben, bringt ihn schließlich in den Raum 101, eine moderne Folterkammer, die ihn lehrt, dass zwei plus zwei nicht vier ist. Auch seine Geliebte Julia, sein linientreuer Nachbar Parsons sowie sein Freund Syme, ein angesehener Entwickler des Neusprech-Wörterbuchs, entgehen nicht ihrem Schicksal.

George Orwells Roman, den er 1948 schrieb, das Tagebuch Winston Smiths, seiner Hauptfigur, und die im Roman thematisierten Lehren des Widerständlers Emmanuel Goldstein verschmelzen in dem Stück zu einem Buch. Und die außerdem in die Zukunft des Jahres 2090 imaginierten Romanfiguren, in der »Big Brother is watching you« überwunden scheint, kommentieren die Ereignisse von 1984. Und 1984 steht nicht erst seit Edward Snowden auch für heute und vor allem morgen.

Schauspiel nach George Orwell in einer Bühnenfassung von  Robert Icke und Duncan Macmillan; Deutsch von Corinna Brocher für Jugendliche ab 14 Jahren / ab 8. Klasse und Erwachsene
Junges Theater und Schauspiel Münster 

Inszenierung Moritz Peters    
Bühne & Kostüme Bernhard Niechotz    
Musik Fabian Kuss    
Dramaturgie Peter Hägele
Theaterpädagogik Angelika Schlaghecken   

Julia / Kellnerin Claudia Hübschmann    
Syme Gerhard Mohr    
O'Brien Frank-Peter Dettmann    
Winston Jonas Riemer    
Charrington / Moderator Christoph Rinke / Bálint Tóth    
Mrs. Parsons Linn Sanders    
Parsons Benedikt Thönes   

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