Jacques Offenbach, "Blaubart", Komische Oper Berlin

Premiere Freitag, 23. März 2018, 19:30 Uhr

Frauenprobleme überall – aufgrund der allumfassenden Blödheit seines Sohnes ist König Bobèche zwecks Thronfolgesicherung auf der verzweifelten Suche nach seiner dereinst ausgesetzten Königstochter. Die Schäferin Fleurette wird als hinreichend tochternhaft erkannt, kurzerhand als Hermia akkreditiert und im Königsschloss mit dem Traumschwiegersohn Saphir vermählt. Auch bei Blaubart ist Not an der Frau: Der Gattin Nr. 5 bereits überdrüssig, schickt er seinen alchemistischen Handlanger Popolani wie so oft auf Suche nach einer würdigen Nachfolgerin.
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(c) Jan Windszus

Die robuste Bäuerin Boulotte lässt sich vom legendären Frauenverschleißer nicht bange machen, eher schon von endloser Langeweile an der Seite Popolanis, der bereits ihre Vorgängerinnen aus eigennützigen Gründen in nicht ganz so ewigen Schlaf versetzt hat. Angeführt von Boulotte proben Blaubarts Verflossene den Aufstand! Bei so viel Frauenpower hat selbst der übelste Bösewicht bald nichts mehr zu lachen ... oder vielmehr gerade darum?!

Der Barbe-bleue (Blaubart) des Märchens kann etymologisch auf den altfranzösischen Barbeu (Werwolf) bezogen werden, der sich wiederum als pelztragendes Schaf entpuppen mag. Genau in diesem Wechselspiel zwischen Grauen und Komik wurzelt der Blaubart-Erfolg im dekadenten Paris in der Dämmerung der zweiten Kaiserzeit: Man lacht über die eigene Unzulänglichkeit, als hätte man schon Karl Kraus’ Diktum verinnerlicht: »Liebe und Kunst umarmen nicht, was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird.«

Über 50 Jahre nach der legendären Inszenierung von Walter Felsenstein und pünktlich zum Jubiläumsjahr legt der norwegische Theaterzauberer Stefan Herheim, der zuletzt mit seinem verrückt-opulenten Xerxes das Berliner Publikum begeisterte, seine Version der vielleicht kämpferischsten Operette Offenbachs vor. Mit Wolfgang Ablinger-Sperrhacke in der Titelpartie gibt einer der wandlungsfähigsten Charaktertenöre unserer Tage sein Debüt an der Komischen Oper Berlin. Die Premiere von Blaubart wird aus technischen Gründen vom 17. März auf den 23. März 2018 verschoben.

Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Textfassung von Stefan Herheim, Alexander Meier-Dörzenbach und Clemens Flick

Musikalische Leitung
   Clemens Flick
Inszenierung
   Stefan Herheim
Bühnenbild
   Christof Hetzer
Kostüme
   Esther Bialas
Dramaturgie
   Alexander Meier-Dörzenbach
Chöre
   Jean-Christophe Charron
Licht
   Phoenix (Andreas Hofer)

Besetzung
Blaubart
   Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
König Bobèche
   Peter Renz
Königin Clémentine, Frau des Königs Bobèche
   Christiane Oertel
Prinzessin Hermia, Tochter der beiden, im 1. Akt Fleurette
   Vera-Lotte Böcker
Prinz Saphir, im 1. Bild Schäfer unter dem Namen Daphnis
   Johannes Dunz
Popolani, Alchimist im Dienste Barte-Blaus
   Tom Erik Lie
Graf Oscar, Minister des Königs
   Philipp Meierhöfer
Graf Mariza
   Christoph Späth
Boulotte
   Sarah Ferede
Heloïse
   Katarzyna Włodarczyk
Eléonore
   Georgina Melville
Gevatter Tod
   Wolfgang Häntsch
Cupido
   Rüdiger Frank
 

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