Uraufführung: "Melancholia" nach dem Film von Lars von Trier im Schauspielhaus Bochum

Premiere am 24. März 2018, 19:30, Schauspielhaus

Am vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens gewinnt Justines Schwermut die Oberhand über sie. Innerhalb eines Abends zerstört sie alles, was ihr etwas bedeutet: Ihr Bräutigam reist ab, sie verliert ihren Job, ihre Welt zerbricht. Wenig später nähert sich der todbringende Planet Melancholia der Erde. Angezogen von seiner Schönheit, erholt sich Justine. So ist diejenige, die am meisten unter der Welt leidet, am stärksten, wenn sie tatsächlich untergeht.

Johanna Wehner inszeniert Lars von Triers vielfach prämierten, bildgewaltigen Film erstmals auf einer Theaterbühne. Sie entwirft einen diversen Theaterabend, in dem Depression zum Sinnbild gesellschaftlichen Nicht-Funktionierens wird. Charakteristisch für die Arbeit der mit dem Theaterpreis DER FAUST für die beste Schauspielregie 2017 ausgezeichneten Regisseurin sind aufwendig komponierte, musikalisch verdichtete Textfassungen sowie die Erschaffung atmosphärisch-düsterer und eigenwillig skurriler Weltentwürfe.

Johanna Wehner wurde im November 2017 für ihre Inszenierung „Die Orestie“ am Staatstheater Kassel mit dem Theaterpreis DER FAUST 2017 für die beste Schauspiel-Regie ausgezeichnet. Von 2014 bis 2017 war sie Oberspielleiterin in Konstanz. Als Opern- und Theaterregisseurin arbeitet sie u. a. am Staatstheater Kassel, Schauspiel Frankfurt, den Ruhrfestspielen Recklinghausen und am Berliner Ensemble, außerdem hat sie in Jena, Freiburg, Stuttgart, Luzern, Leipzig inszeniert. Für ihre Inszenierung von Schimmelpfennigs „Der goldene Drache" am Staatstheater Stuttgart wurde sie vom Theatermagazin „Theater heute“ mehrfach als beste Nachwuchsregisseurin nominiert. Gemeinsam mit Alexander Eisenach und Ersan Mondtag verantwortete sie das erste Jahr des REGIEstudios am Schauspiel Frankfurt.

Regie: Johanna Wehner
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Joachim Schönecker
Dramaturgie: Annelie Mattheis

Mit: Mark Oliver Bögel (Jack), Matthias Eberle (Michael), Johanna Eiworth (Claire), Michael Kamp (John), Kristina Peters (Justine), Pirmin Sedlmeir (Tim), Klaus Weiss (Vater Dexter), Anke Zillich (Mutter Gaby) sowie dorisdean

dorisdean ist eine freie Performance-Kompanie aus NRW, die aus Performer*innen mit unterschiedlichen Körperlichkeiten besteht. Seit 2011 erarbeitet dorisdean Performances zu Fragen des menschlichen Zusammenlebens, der Kommunikation und des Unbehagens. Dabei gilt die Aufmerksamkeit stets dem Defekt, dem Unperfektem im/am Menschen, dem Stigma. Untersucht werden Ängste, Spannungen, Fragen nach Normalitäten und Grundsätze gesellschaftlicher Zusammenhänge. Die Gruppe erschafft Wahrnehmungsverschiebungen bei den Zuschauer*innen und stellt sich selbst dabei zur Diskussion. Mittels interdisziplinärer Verfahrenen aus Musik, Tanz und Performance lotet dorisdean Verunsicherung und Achtsamkeit aus. Kooperationen und Produktionen in den vergangenen Jahren u. a. mit dem Schauspielhaus Bochum („Truck Tracks Ruhr“), Schauspiel Köln („Die Stadt von morgen“), Performing Arts Festival Berlin („Südseebühne Offen“), Theater Paderborn („I like to Play“), Favoriten Festival Dortmund. Arbeitsmittelpunkt von dorisdean ist Bochum. Im November 2017 waren dorisdean beim No Limits Festival in Berlin mit der Performance „Hypergamie“ zu Gast. Im Januar 2018 hatte die aktuelle Produktion „Es tut uns leid, Margarete“ Premiere in der Zeche 1 – Zentrum für urbane Kunst, Bochum

Fr 30.03.2018
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